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LöwenzahnEin sehr geschmackvolles Wildkraut

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Seine leuchtenden Blüten sprenkeln Wiesen gelb, seine Schirmchen werden gerne von Kindern in die Luft gepustet. Gärtner versuchen meist, ihn loszuwerden. Denn Löwenzahn (Taraxacum) ist sehr hartnäckig, wenn er einmal Wurzeln geschlagen hat. Dabei ist das Wildkraut essbar und gesund: Der Korbblüter enthält zum Beispiel viel Vitamin C, Phosphor, Magnesium und Kalium.

Nicht nur im Sommer können die frischen grünen Blätter Salate aufpeppen. Auch im Winter ergibt Löwenzahn ein feines Gemüse. Wenn er wie Chicorée angetrieben wird, ist er auch nicht so bitter wie im Sommer. Dazu werden die Pflanzen in einem großen Topf mit Erde dicht an dicht gesetzt und dunkel gehalten. Der Löwenzahn schießt, die Triebe bleiben ohne Licht aber bleich und mild. "Denn um Bitterstoffe auszubilden, braucht die Pflanze bestimmte Stoffe, die sie erst durch die Fotosynthese ausbildet", sagt Kräuterpädagogin Celia Nentwig.

Löwenzahn ist nicht gleich Löwenzahn. "Es gibt viele verschiedene Sorten", sagt Nentwig. Manche haben tiefer gezackte Blätter als andere, manche sind größer und heller. "Sie sind aber so kreuzfreudig, dass unzählige Formen entstehen, die nicht mehr unterschieden werden." Verzehrt werden können alle. Im Handel sind kultivierte Sorten erhältlich, deren Blätter von vornherein weniger Bitterstoffe enthalten. Das ist vor allem interessant, wenn er im Sommer als grünes Gemüse gegessen werden soll. "Antreiben kann man auch den gewöhnlichen Löwenzahn aus dem Garten", sagt Nentwig.

Wer sofort loslegen und das Experiment wagen möchte, greift jetzt zu Schaufel oder Spaten. "Löwenzahn hat eine Pfahlwurzel, die gerade hinunter in die Erde führt", so Nentwig. Je nach Alter und Größe der Pflanze wurzelt sie um die 20 bis 40 Zentimeter tief, manchmal aber auch bis zu zwei Meter. Mit der Schaufel wird die Erde rings um die Wurzel gelockert, bis diese herausgezogen werden kann. Fast immer bleibt ein Stück in der Erde. Doch das macht nichts: der obere Teil hat genügend Kraft, weiterzuwachsen, und aus dem Rest treibt die Pflanze neu aus. Daher kann Löwenzahn auch in der freien Natur gesammelt werden, so Nentwig, "denn man rottet ihn dadurch nicht aus." Die besten Standorte, Wildpflanzen zu sammeln, liegen fernab von Straßen und etwas abseits von Wegen. Löwenzahn aus einem dichten Rasenstück auszugraben ist mühsamer, als einen zu ernten, der einzeln unter einem Busch wächst.

"Man schneidet die Blätter über der Wurzel ab und wäscht die Pflanzen gut", erklärt Nentwig. Dann werden sie so in einen großen Kübel oder Eimer gepflanzt, dass die Wurzeln ein Stückchen hinausgucken. Erde, Wasser und die Wärme im Haus lassen den Löwenzahn treiben. Nach zwei, drei Wochen können zarte Sprossen geerntet werden: sie sind lang und dünn, weiß mit gelblichen Spitzen.