Köln – Der Appell der Mediziner war eindringlich: Wer sich vor Lungenkrebs schützen will, muss mit dem Rauchen aufhören. Das sei umso wichtiger, da es derzeit noch kein gutes Screening-Verfahren zur Früherkennung von Lungenkrebs gibt. Zwei Stunden lang beantworteten die Lungenkrebsexperten Prof. Jürgen Wolf (Centrum für Integrierte Onkologie Köln Bonn), Dr. Walburga Engel-Riedel (Lungenklinik Merheim), Dr. Andreas Schlesinger (Pneumologie am Evangelischen Krankenhaus Kalk) und Dr. Lucia Nogova (CIO Köln Bonn) am Telefon die Fragen unserer Leserinnen und Leser. Wir haben die wichtigsten Fragen zusammengefasst:
Muss ich, wenn bei mir ein Lungenkrebs operiert wurde und bisher keine Metastasen (Tochtergeschwülste) gefunden wurden, alle drei Monate ein CT und eine PET-Untersuchung machen?
Nein, die vierteljährliche Vorstellung beim Arzt und die Durchführung von einem Röntgenbild der Lunge, einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraums und eine Blutuntersuchung sind in der Regel ausreichend.
Bedeutet ein Schatten auf der Lunge automatisch Krebs?
Ein Schatten im Lungenbild bedeutet immer, dass festes Gewebe - sinnbildlich eine Geschwulst - in der Lunge vorhanden ist. Dieses Gewebe kann gutartig oder bösartig sein. Wenn dieser Schatten anhält, ist es unabdingbar eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) durchführen zu lassen, um Gewebe zu gewinnen. Auch kann Lymphknotengewebe an der Lungenwurzel schonend durch bronchoskopisch gesteuerte Ultraschallverfahren punktiert werden. Denn der Lungenkrebs ist erst dann gesichert, wenn entartetes Gewebe festgestellt wurde.
Sind Metastasen eines anderen Tumors eigentlich auch wie Lungenkrebs zu behandeln ?
Nein, das ist ein ganz anderer Tumor, der in die Lunge gestreut hat. Deshalb sieht die Behandlung auch anders aus. Die Therapiemöglichkeiten bei Lungenmetastasen hängen sehr vom Einzelfall ab. Neben der Art und Herkunft des Tumors, der die Lungenmetastasen verursacht hat, spielt der gesamte gesundheitliche Zustand des Patienten eine wesentliche Rolle. Neben einer medikamentösen Therapie kann unter bestimmten Voraussetzungen auch die operative Entfernung der Lungenherde angezeigt sein. Ob eine adjuvante (unterstützende) Chemotherapie, mit der verhindert werden soll, dass sich weitere Metastasen bilden, sinnvoll ist, hängt ebenfalls vom Befund ab.
Ich rauche schon seit Jahrzehnten. Lohnt es sich mit dem Rauchen aufzuhören, oder bekomme ich sowieso Lungenkrebs ?
Es lohnt sich immer, die Rauchfreiheit für sich zu erreichen. Sie senken damit in den kommenden Jahren signifikant das Risiko nicht nur an Lungenkrebs, sondern auch an Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zu sterben.
Ich weiß, dass Rauchen Lungenkrebs auslösen kann. Dennoch schaffe es nicht mit dem Rauchen aufzuhören. Was kann ich tun?
Rauchen ist eine Sucht und die Rückfallrate ist, wenn ein kalter Entzug durchgeführt wird, sehr hoch. Das Problem ist schon seit langem bekannt. Deswegen werden Rauchersprechstunden und Raucherentwöhnungsgruppen zunehmend angeboten, um mit der Kombination von Verhaltenstherapie (Warum rauche ich? Was tue ich stattdessen?) und medikamentöser Therapie (Nikotinersatz) eine Rauchfreiheit zu erreichen. Der Umstieg auf Light-Zigaretten bietet übrigens keinen Vorteil, da erfahrungsgemäß von ihnen mehr geraucht werden und zudem tiefer inhaliert wird.
