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Neues KinderbuchDas Sams gibt´s jetzt im Doppelpack

3 min

Das Sams gibt es gleich im Doppelpack

KölnHerr Maar, ich habe Ihnen den Titel für Ihr nächstes Buch mitgebracht: "Ein Sams lässt sich nicht beenden."

(lacht) Nicht schlecht. Es scheint wirklich so zu sein.

Ein Blick in unser Archiv zeigt, dass Sie eigentlich schon nach dem dritten Buch Schluss machen wollten. Nun ist das achte erschienen.

Wobei ich jetzt etwas spitzfindig werden muss. Ich habe zuletzt gesagt, dass ich keine Fortsetzung mehr schreiben werde. Wenn ich das gemacht allerdings hätte, hätte ich die Geschichte der Familie Taschenbier fortschreiben müssen. Die reicht ja inzwischen bis zur Enkelin Betty. Ich habe aber eine Ergänzung geschrieben: Im dritten Buch gibt es noch Herrn Mon und Frau Rotkohl, und im vierten Buch erscheint plötzlich Frau Mon. Viele Kinder haben mich gefragt, wie die beiden zusammengekommen sind. Die Hochzeit wird nun nachgetragen.

Paul Maar (77) wurde in Schweinfurt geboren und studierte an der Kunstakademie in Stuttgart Malerei. Bekannt wurde er durch Kinderbücher wie "Herr Bello", "Das kleine Känguru", "Der Galimat" und vor allem "Das Sams". Bundesweit gibt es inzwischen 14 Grundschulen, die den Namen des Autors tragen. Kürzlich ist das achte Sams-Buch, "Ein Sams zu viel" (ab 5 Jahren) erschienen.

Vor allem aber haben Sie dem Sams ein zweites zur Seite gestellt.

Ja, durch einen ungenauen Wunsch von Herrn Taschenbier, bekommt Frau Rotkohl auch eins. Im Gegensatz zu dem frechen, vorlauten Sams des schüchternen Herrn Taschenbier muss natürlich das Sams der robusten Frau Rotkohl das Gegenteil von ihr abbilden: lieb, fast erschreckend lieb, es isst keine Würstchen, sondern lebt als Vegetarier. Und plötzlich sagen alle zum Sams: Schau mal, wie lieb und nett das andere Sams ist. Das muss ja Ärger geben. Auf der symbolischen Ebene ist es auch eine Geschwistergeschichte. Viele Familien kennen das: Ein kleines Kind betritt die Bühne und zieht plötzlich alle Aufmerksamkeit auf sich.

Und welche Variante gefällt ihnen besser? Frech oder lieb?

Keine Frage: das laute, quasselige Sams. Im Grunde kann ich das andere gar nicht leiden. Es ist einfach zu lieb und angepasst.

Generell ist das Sams weder hübsch, noch besonders possierlich. Worin, glauben Sie, liegt eigentlich der Erfolg begründet?

Das habe ich mich auch oft gefragt. Es ist natürlich frech und traut sich Dinge, die sich Kinder normalerweise nicht herausnehmen können. Und es liegt wohl am Geheimnis der Wunschpunkte. Viele Kinder stellen sich vor, ein Sams käme und erfüllte ihnen einen Wunsch. Die Kinder schreiben mir das, ich bin für sie offenbar ein entfernter Vertrauter. Da geht es um Väter, die weggegangen sind, um Omas, die krank sind, oder um einen Kater, der im Sterben liegt. Ganz anrührende Sachen.

Stimmt es, dass die Wunschpunkte entstanden sind, weil sie einen Pinsel nicht richtig ausgewaschen haben?

Das stimmt, ich wollte dem Sams eigentlich Sommersprossen malen, aber da der Pinsel nicht sauber war, kamen blaue Punkte dabei daraus. So kann es gehen.

Letzte Frage: Wird es ein weiteres Sams-Buch geben?

Nein, natürlich nicht. Niemals.