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Nach sechs Jahren ohne GastroCafé Ume eröffnet im Kölner Museum für Ostasiatische Kunst

3 min
Ngugen Duy Quang serviert im Café Ume unter anderem den vietnamesischen Phin Coffee.

Ngugen Duy Quang serviert im Café Ume unter anderem den vietnamesischen Phin Coffee.

Auf der Karte finden sich neben europäischen Café-Klassikern viele vietnamesische Einschläge. Im Sommer könnte das Café zur Weinbar werden.

Die Pflaumenblüte (vietnamesisch: Ume) steht in der ostasiatischen Symbolik für Neuanfang. Passender könnte der Name des Café Ume kaum sein, das im April im Museum für Ostasiatische Kunst (MOK) eröffnet hat. Denn seit dem Auszug des alten Pächters, den Betreibern des Café Schmitz, herrschte im Foyer des Museums lange Zeit gastronomische Stille. Gut sechs Jahre dauerte es, bis ein Nachfolger für den Neuanfang gefunden wurde.

Gäste können im Museumsfoyer mit Blick auf den Aachener Weiher einkehren.

Gäste können im Museumsfoyer mit Blick auf den Aachener Weiher einkehren.

„Das ist enorm wichtig für uns“, sagt die geschäftsführende Direktorin des MOK, Anne Fischer. „Wir sind kein isolierter Kunsttempel, sondern verstehen uns auch als Begegnungsort.“ Der Cafébetrieb soll Museumsbesuchern eine Möglichkeit zur Einkehr bieten, aber auch neue Menschen ins Haus locken, die das Museum bisher nicht auf dem Schirm hatten. Warum es so lange gedauert hat? Der Wunsch nach einer neuen Gastronomie sei immer da gewesen. Das Thema wurde aber aufgrund komplizierter Vergabeauflagen aufgeschoben. Die Verwaltung des Museums sei lange unterbesetzt gewesen, sagt Fischer, die erst Anfang 2025 als Direktorin ins Museum kam.

Café Ume im Museum für Ostasiatische Kunst: Fusion-Konzept überzeugte Auswahlkommission

Im Spätsommer 2025 wurde der Cafébetrieb schließlich ausgeschrieben. Nguyen Duy Quang, gebürtiger Vietnamese, studierter Betriebswirtschaftler und Fan des Hauses, hatte darauf bereits gewartet. „Ich fand den Ort schon immer toll“, sagt Nguyen, den alle nur Jimmy nennen. „Ich will mit dem Café Teil des Hauses sein.“  Die Auswahlkommission überzeugte er mit seinem Fusion-Konzept. Europäische Café-Klassiker, Kuchen, Quiches, dazu kulinarische Einschläge aus seiner Heimat.

Auf der Karte stehen neben dem Trendgetränk Matcha auch vietnamesische Kaffeespezialitäten. Der sogenannte Phin Coffee (4,50 Euro) wird mit einem speziellen Kaffeefilter-System gebrüht. Mitsamt Metallsieb kommt er an den Tisch und läuft dort rund acht Minuten langsam in das Glas, in dem er auf gesüßte Kondensmilch trifft. Varianten mit gesalzener Creme oder Kokosnuss (5,50 Euro) ergänzen das Angebot. Zu essen gibt es unter anderem Banh mi, vereinfacht gesagt ein belegtes vietnamesisches Baguette-ähnliches Brot, in diesem Fall mit gegrilltem Schweinebraten, vietnamesischer Pastete, hausgemachter Mayo, eingelegten Karotten und Koriander (9,90 Euro). Vegetarier können auf Gyoza (gedämpfte Teigtaschen) oder Sommerrollen zurückgreifen.

Die Sommerrollen mit Erdnuss-Dip.

Die Sommerrollen mit Erdnuss-Dip.

Am Abend könnte sich das Café in Zukunft in eine Wein- und Aperitifbar verwandeln. Die Ausschankgenehmigung ist bereits beantragt. Die Terrasse mit Blick auf den Aachener Weiher ist ebenfalls bereit für die Sommermonate. Im Innenhof des Museums gibt es mit dem neu gestalteten japanischen Garten noch einen zweiten Hingucker.

Neben der zum Museum passenden kulinarischen Ausrichtung überzeugte die Auswahlkommission vor allem das Herzblut und die Lust auf Gastronomie, die Nguyen Duy Quang versprüht. Mit breitem Grinsen kommt er immer wieder ins Gespräch mit Gästen, die sich ganz offensichtlich freuen, dass es nach der langen Durststrecke wieder ein Café im Museums-Foyer gibt. „Cafés gibt es viele“, sagt der Pächter. „Für mich ist es wichtig, etwas Persönliches reinzubringen.“

Neben vietnamesischen Spezialitäten gibt es im Café Ume auch eine Kuchenauswahl.

Neben vietnamesischen Spezialitäten gibt es im Café Ume auch eine Kuchenauswahl.

Die früheren Pächter des Café Schmitz hatten dieser Redaktion noch im August von ihrer Liebe zum MOK, aber auch von den schwierigen gastronomischen Bedingungen berichtet. Weil die Gastronomie an die Öffnungszeiten des Museums gebunden sei, könne der Betrieb nur ein Verlustgeschäft sein. Nguyen Duy Quang, der freitags und samstags im Sommer nun auch bis 20 Uhr öffnen darf, teilt diese Einschätzung nicht. „Wir brauchen ein bisschen Zeit, aber dann bin ich mir sicher, dass das ein tolles Projekt wird“, sagt der Gastronom. „Nicht nur für uns, sondern für das ganze Haus.“ Klar ist: Schon jetzt sorgt das Café Ume für deutlich mehr Leben im Foyer des Museums für Ostasiatische Kunst.