Abo

RundkursWanderpfade zwischen Himmel und Erde

3 min

Durch Wald und über Berge.

Er hat es in sich, der Bergische Panoramasteig: Auf 244 Kilometern führt er in zwölf Etappen und einem großen Rundkurs durchs Bergische Land. Bei Tagesetappen von bis zu 24,8 Kilometern plus Zuwege und bisweilen mehr als 500 Höhenmetern, die es pro Etappe zu erklimmen gilt, darf hier auch der geübte Wanderer schon mal ins Schnaufen kommen.

Dafür wird er mit einsamen Pfaden und immer wieder grandiosen Fern- und Panoramablicken über das Bergische Land, ins Sauerland, in den Westerwald und bis zum Siebengebirge belohnt. Zum Kennenlernen steigen wir gleich auf der Abschlussetappe des Weges ein: Gut 220 Kilometer durch bergische Wälder und entlang der zahlreichen Talsperren des Landes zwischen Rheintal und Sauerland hat der Panoramasteig da bereits auf dem Buckel - und wir können als muntere "Seiteneinsteiger" noch dazu einen Großteil seines Verlaufs überblicken. Denn auf der finalen Etappe zwischen Nümbrecht und dem Start- und Zielort Ründeroth im Aggertal liegen gleich zwei Aussichtstürme, die bei guter Sicht großartige Fernblicke eröffnen.

Vom Kurort Nümbrecht wandern wir zunächst zum Aussichtsturm "Auf dem Lindchen", der streng genommen noch an der elften Etappe des Panoramasteigs liegt. Aber von keinem Ort sonst ist der Blick über das Homburger Ländchen mit seinem gelben Schloss Homburg so reizvoll wie von dem 34 Meter hohen hölzernen Ausguck. Von hier aus kann man bis weit ins Sauerland und links an der über 1000 Jahre alten Schlosskirche von Nümbrecht vorbei zum Siebengebirge sehen.

Danach geht's auf dem Panoramasteig hinunter zum Schloss Homburg. In dem einst durch die Grafen von Sayn errichteten Bau befindet sich das Museum des Oberbergischen Kreises, das allerdings wegen umfangreicher Bauarbeiten zurzeit noch geschlossen ist.

Auf dem Weg hinab ins Bröltal lockt rechts ein Abstecher zu den "Dicken Steinen", großen Gesteinsbrocken, die hier bei Erosionsprozessen stehen blieben, wie eine Experimentiertafel anschaulich mit rieselndem Sand zeigt.

Im Tal erreichen wir Holsteins Mühle, die mit einer Einkehr und einer Haltestelle der historischen Postkutsche aufwartet. Diese verkehrt im Sommer zwischen Wiehl und Nümbrecht. Durch Wälder und zwischen Weiden hindurch geht es nun hinauf. Auf dem Höhenzug vor Kleinfischbach führt rechts ein Abstecher zur Wiehler Tropfsteinhöhle. Der Panoramasteig folgt jetzt überwiegend aussichtsreichen Höhenwegen, erreicht bald den Ort Hengstenberg, von wo aus am Horizont bereits der zweite Aussichtsturm der Etappe auf der Hohen Warte zu sehen ist.

Bis Wiehl-Bielstein, das unter anderem durch seine Brauerei überregionale Bekanntheit genießt, geht's bergab, bevor wir durchs Ülpebachtal an der Motocrossstrecke "Bielsteiner Waldkurs" vorbei dem Immerkopf mit seinem geschützten Hochmoor entgegenstapfen. Der Steig macht hier seinem Namen alle Ehre: Es geht steil bergauf. Ebenso wie zur Hohen Warte, auf der uns der Aussichtsturm bereits einen Blick ins Aggertal erlaubt, dem Ziel unserer Tour.