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Sofortbild-FotografieDas Comeback der Polaroid-Fotos

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Shake it like a Polaroid-Picture“ sangen Outkast 2003 in ihrem Hit „Hey Ya!“ und brachten das typische Hin-und-her-Wedeln zur schnelleren Entwicklung eines Sofortbildes auf die Tanzfläche. Die legendären Kameras der US-Firma waren da schon fast völlig von der Bildfläche verschwunden. Polaroid beantragte im Jahr 2008 ein Insolvenzverfahren, die Produktion wurde eingestellt. Die Digitalfotografie schien das analoge Sofortbild komplett vom Markt verdrängt zu haben.

Dabei war es eine Erfolgsgeschichte. In den 60er, 70er und 80er Jahren waren Polaroid-Kameras in Millionen Haushalten zu finden. Künstler und Starfotografen wie Andy Warhol und Helmut Newton liebten es, damit zu experimentierten.

Das Reizvolle am Sofortbild ist das unmittelbare und einmalige Erlebnis: Jedes Bild, das man direkt nach dem Auslösen in den Händen hält, ist ein Original, bei dessen Entstehung man zusehen kann. Es ist beinahe wie Magie, ausgelöst durch fotochemische Prozesse. Dass dabei nicht jedes Bild in Farbe und Schärfe perfekt wird, macht diese Art der Fotografie für viele Liebhaber nur noch spannender und authentischer.

Einige Enthusiasten um Florian Kaps, ehemaliger Mitarbeiter der Lomographischen Gesellschaft in Wien, wollten das Ende der Polaroid-Ära nicht hinnehmen. Sie kauften ein altes Polaroid-Werk im niederländischen Enschede und sorgen dafür, dass der Nachschub an Filmen für alte Kameras gesichert bleibt. Seit 2010 produzieren sie unter dem Namen „Impossible“ wieder Sofortbildfilme. Die haben jedoch einen stolzen Preis: Acht Aufnahmen kosten 20 Euro.

Ein echtes Bild als Geschenk

Dass die Bilder mit dem charakteristischen weißen Rahmen seit ein paar Jahren wieder im Aufwind sind, ist auch Fujifilm zuzuschreiben. Seit 1998 haben sich die Japaner auf dem Markt der Sofortbildfotografie positioniert. Fujis Bilder sind kleiner und haben etwa Scheckkartengröße – wie auf unserem Titelbild zu sehen. Fujis Kameramodelle sind deshalb etwas kleiner, handlicher und außerdem umweltschonender. Denn die Batterie befindet sich nicht wie bei Polaroid und Impossible im Film und wird nach dem Gebrauch gemeinsam mit ihm weggeschmissen. Die Kameras feiern seit einiger Zeit enormen Erfolg. „Wir erleben derzeit einen regelrechten Boom im Sofortbildsektor“, sagt Fujifilm-Produktmanager Stephan Althoff. In den vergangenen sechs Jahren verkaufte das japanische Unternehmen weltweit sieben Millionen Instax-Kameras, wie die Sofortbildknipsen bei Fujifilm heißen. In den nächsten drei Jahren soll der Umsatz auf 21 Millionen Geräte gesteigert werden. Gerne werden die Kameras bei Hochzeiten oder anderen Festen eingesetzt. Die Bilder eigenen sich als Geschenk für die Gäste – mit persönlicher Widmung auf dem weißen Rahmen.

„Unsere Zielgruppe sind vor allem junge Leute, die mit der Digitalfotografie aufgewachsen sind und die Bilder kaum mehr in haptischer Form kennen“, berichtet Althoff. Im Vergleich zum Smartphone sind Fujis Knipsen eher klobig und auch die für Sofortbild-Verhältnisse sehr gute Bildqualität kann mit der digitalen Welt nicht mithalten. Der alles entscheidenden Vorteil liegt auf der Hand: ein echtes Bild.

Gemeinsame Sache im Sofortbildsektor machen die Japaner mit den österreichischen Analogfotografen der Lomographischen Gesellschaft. Deren heutiger Chef, Matthias Fiegl, betont, dass man freundschaftlich verbunden sei. Fujifilms Sofortbildfilme passen in die Instant-Rückteile für Lomos LC-A, Bel-Air und Diana-Kameras. Dabei handelt es sich um Erweiterungen, die aus einer normalen Analogkamera eine Sofortbildkamera machen. Mittlerweile haben die Österreicher aber auch eine ganz eigene Sofortbildkamera im Angebot. Die Produktions- und Entwicklungskosten wurden nicht zuletzt durch Crowdfunding verwirklicht. 8000 Unterstützer wurden schon in der Entwicklungsphase gefunden. Diese sind nun die ersten, die die neue Lomo Instant in der Hand halten dürfen.

Polaroid selber hat sich mittlerweile erholt und bietet seit einigen Jahren Kameras an, die einerseits digital sind und gleichzeitig die Möglichkeit bieten, auf Knopfdruck ein Bild auszuspucken. Diese Fotos entstehen jedoch nicht fotochemisch, sondern in einem Druckverfahren. Qualitativ können diese Abzüge nicht mit Fujis Instax- oder den Impossible-Filmen mithalten. Und schließlich fehlt dieser ganz magische Moment – der Entwicklungsvorgang vor den staunenden Augen des Betrachters.