Sommertour zum WandernÜber die Wupper ohne Brücke

Über Höhen geht es zur mehr als hundert Jahre alten Neye-Talsperre.
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"Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt, die Berge hoch ragen, der Amboss erklingt . . .", heißt es im Bergischen Heimatlied. Ende des 19. Jahrhunderts ist diese Ode an den Landstrich zwischen Rhein und Sauerland, Ruhr und Sieg in Solingen entstanden. Jetzt ist der Hymne ein neuer Wanderweg durch die Umgebung der ältesten Stadt des Bergischen Landes gewidmet, der sich ausgezeichnet als Sommertour eignet. Auf elf Kilometern bringt er dem Wanderer mit Infotafeln nicht nur die sechs Strophen des Heimatliedes näher, sondern mit ihnen auch die Besonderheiten des Bergischen und die Geschichte jener Stadt, die sich unter Berufung auf ihre alte Handelstradition seit kurzem offiziell "Hansestadt Wipperfürth" nennen darf.
Auf dem Marktplatz des Städtchens, dessen Kern trotz mehrerer verheerender Stadtbrände noch mittelalterliche Züge zeigt, beginnt unsere Tour. Direkt unter der Statue jenes Kölner Erzbischofs, der Anfang des 13. Jahrhunderts zusammen mit seinem Bruder Graf Adolf III. von Berg Wipperfürth zu Stadtrechten verhalf. Den Erzbischof Engelbert erhoben die Wipperfürther später sogar zum Stadtpatron.
Für uns geht's in der Stadt erstmal bergauf - hinauf zum Klosterberg, der seinen Namen von dem früheren Franziskanerkloster hat, in dem sich heute eine Familienbildungsstätte befindet. Von hier oben bietet sich ein reizvoller Blick über die Stadt mit ihren kleinen Gassen, bevor wir mit dem Gaulbach Richtung Wupper wandern. In den vergangenen Jahren ist der Fluss unweit des Stadtzentrums wieder so weit renaturiert worden, dass er zwischen Inseln und Überschwemmungsflächen neben uns dahinplätschert. Von der vierten Infotafel (D) lohnt ein kurzer Abstecher auf dem Pfad nach rechts zum Ufer. Hier wurde jüngst wieder eine Furt angelegt, deren Vorläufer der Stadt einst ihren Namen gab. Auf großen Steinen lässt sich die Wupper, die oberhalb der Stadt noch Wipper heißt, heute trockenen Fußes überqueren. Diese Flussüberquerung macht nicht nur Kindern Spaß.
Von der Starttafel des "Heimatweges" am Marktplatz Wipperfürth folgen wir der Markierung (weiße "3" auf rotem Grund), die uns die ganze Tour begleitet, über die Treppe zur Hochstraße. Auf dieser links, vor dem "Alten Stadthaus" rechts auf Fußweg hinauf zum Klosterberg. Oben rechts halten, am Kindergarten und rechts an der Klosterkirche vorbei zum Vorplatz von Kirche und Familienbildungsstätte (Klosterplatz) gehen.
Über den Klosterplatz zum Parkplatz und zur Ringstraße, dieser links bergab zur Ampelkreuzung folgen. Dort links und nach ca. 40m rechts auf Fußweg (!) hinunter zum Busbahnhof. Diesen und Parkplatz überqueren, die Straße am Zebrastreifen queren, über Gaulbach-Brücke und dann auf Fußweg nach links. Die Hindenburgstraße überqueren und weiter zur Ampelkreuzung. Geradeaus die Lüdenscheider Straße überqueren und geradeaus, dann schräg rechts auf Fußweg in die Ohlstraße. An T-Kreuzung rechts über die Wupperbrücke, dann rechts über Parkplatz zur nächsten Infotafel. Dahinter alten Bahndamm (heute Radweg) überqueren und auf anderer Seite dem Weg an der Wupper folgen, der bald zur gepflasterten Straße wird. Abstecher: An der nächsten Infotafel führt rechts ein Pfad zur neu angelegten Furt durch die Wupper.
Von der Infotafel dann weiter der gepflasterten Straße folgen, durch Unterführung und über Kuppe. Abzweig rechts liegen lassen, durch Voßkuhle, hinter Teich schräg links auf Wirtschaftsweg bergauf. Im nächsten Weiler geradeaus. Der Straße auf der Höhe nach rechts folgen, nach 190m links auf Waldweg mit "Heimatweg" hinunter zur Neyetalsperre. Über die Staumauer, auf anderer Talseite links. Wo Weg auf Straße mündet, folgen wir dieser kurz nach links, biegen dann links auf Waldweg ab und halten uns an Gabelung rechts. Dem Weg bis Klitzhaufe folgen, dort weiter auf Wohnstraße und nach ca. 630m links auf Wirtschaftsweg. In Talsenke links über Brücke, dann auf Pfad bergauf. An Einmündung rechts halten.
Auf "Heimatweg" bis zur Straße, auf dieser rechts bis zur Kreuzung (Wegekreuz). Dort rechts und in nächster Linkskurve der Straße, schräg rechts auf Wirtschaftsweg. Diesem bald im Hohlweg durch Siedlung Felderhofer Kamp bergab folgen. Straße überqueren, geradeaus weiter bergab. An nächster Straße links zur Ampelkreuzung. Erst Querstraße, dann die Straße nach rechts überqueren. Auf Gehweg nach links und auf Fußweg von der Brücke hinunter zur Bahnstraße. Dieser nach rechts folgen, über die Wupper, dann links auf Fußweg. Links halten, durch Flussaue und vor nächster Brücke rechts hinauf zur Straße. Diese an Querungshilfe überqueren, auf anderer Seite nach links gehen und dem Fußweg entlang der Seitenstraße nach rechts über Parkplatz und dann nach rechts hinauf durch Wohnbebauung zur Hochstraße folgen. Dort links, an der Gabelung links in Untere Straße, dann rechts durch Marktstraße zurück zum Marktplatz.
Länge: ca. 11 km
Dauer: ca. 3 Std.
Profil: Abwechslungsreiche Tour durchs historische Zentrum von Wipperfürth und hinauf zur Neyetalsperre. Außerorts überwiegend Pfade und befestigte Waldwege.
Extra: Sieben Infotafeln des "Heimatweges" (Teil des Projektes "Bergisches Wanderland") führen am Wegesrand in die Geschichte der Stadt Wipperfürth, des Bergischen Landes und des "Bergischen Heimatliedes" ein.
Anfahrt: Mit Auto: Auf A4 bis Ausfahrt Moitzfeld. Geradeaus durch Moitzfeld, Herkenrath und Spitze bis zur Einmündung auf die B 506. Dort rechts durch Bechen nach Wipperfürth. Dort an zweiter Ampelkreuzung rechts bis zum Marktplatz. Kostenlos parken auf Parkplatz Ohler Wiesen: Vom Marktplatz links zur Unteren Straße, rechts bis Ampel, dort links in Gartenstraße, nach Wupperbrücke rechts. ÖPNV: Von Köln mit S-Bahn 11 bis Bergisch Gladbach, weiter mit Bus 426 bis Wipperfürth Busbahnhof.
Einkehrmöglichkeiten: in Wipperfürth und Großblumberg.
Infofaltblatt, Karte und gpx-Daten zum Herunterladen im Internet auf www.bergisches-wanderland.de
Vom Weiler Voßkuhle geht es schließlich hinauf auf die Höhen, von denen sich ein guter Ausblick auf das Tal der Wupper und das mittelalterliche Städtchen bietet. Am Horizont sind dabei hier und da die Kirchturmspitzen in den Dörfern zu sehen, die wie Perlen einer Kette um das historische Stadtzentrum aufgereiht sind.
Durch kühlen Wald geht es hinunter an die Neyetalsperre, die vor mehr als hundert Jahren gebaut wurde, um die Stadt Remscheid mit Trinkwasser zu versorgen. Eine gekrümmte Staumauer hält die sechs Millionen Kubikmeter Wasser im Tal zurück. Über die Staumauerkrone geht es auf die andere Talseite und dann der Neye folgend talab.
Früher trieb der Bach hier mehrere Mühlräder an. Mühlengraben-Reste sind unter anderem noch unweit der nächsten Infotafel im Tal zu erkennen. Von hier aus geht's ein weiteres Mal auf die Höhe, bevor wir zurück in die Stadt gelangen und dabei reizvolle Kontraste erleben: vom historischen Hohlweg über moderne Verkehrsadern bis hin zur plätschernden Wupper. Das Bergische Heimatlied trägt etwas dicker auf: "Wo die Wupper wild woget auf steinigem Weg . . ." Wir sind trotzdem goldrichtig.
