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Sternenhimmel im November50 Meteore pro Stunde erwartet

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Die Grafik dient als Orientierungshilfe: Sie bildet den Sternenhimmel ab, wie er am 15. November um 22 Uhr zu sehen ist. Die Beschreibungen im Text, die sich auf den ganzen Monat beziehen, können leicht von der dargestellten Konstellation abweichen. (Infografik: dpa)

Unübersehbar ist das mächtige Sternenquadrat des Pegasus, auch als Herbstviereck bekannt. Der Pegasus hat eben den Meridian durchschritten und ist in südwestlicher Richtung zu sehen.

Hoch im Süden und um den Zenit nehmen typische Herbstbilder wie Kassiopeia, Andromeda, Perseus, Fische und Widder ihren Platz ein. Tief im Süden hält sich der lichtschwache Walfisch auf. Sein pulsierender, roter Riesenstern Mira Ceti ist gerade noch mit bloßen Augen zu sehen.

Jupiter dominiert die Nacht

Im Osten zeigen sich die ersten Wintersternbilder. Im Nordosten strahlt die helle Kapella im Fuhrmann, etwas tiefer erblickt man die beiden Sternenketten der Zwillinge. Im Südosten ist der Himmelsjäger Orion und hoch im Osten den Stier mit seinem rötlichen Hauptstern Aldebaran zu beobachten.

Ein auffällig helles Gestirn glänzt neben Aldebaran: Jupiter. Der Riesenplanet dominiert den Nachthimmel. Er ist das bei weitem hellste Gestirn, bis die noch hellere Venus am Morgenhimmel für kurze Zeit erscheint. Jupiter verlagert seine Aufgänge von etwa 18.30 Uhr abends zu Monatsbeginn auf ungefähr 16.30 Uhr nachmittags am Monatsende.In der Nacht vom 28. November auf den 29. November zieht der fast volle Mond knapp südlich am Riesenplaneten vorbei.

Venus strahlt am Morgenhimmel

Venus strahlt nach wie vor am Morgenhimmel und übertrifft noch deutlich Jupiter an Helligkeit - sie ist allerdings nur noch einen kürzeren Zeitraum zu sehen. Geht Venus Anfang noch kurz vor vier Uhr morgens auf, geschieht das zum Monatsende erst eine Viertelstunde nach fünf Uhr morgens. Venus wandert durch das Sternbild Jungfrau und wechselt am 28. November in das Sternbild Waage. Merkur überholt die Erde Mitte des Monats auf der Innenbahn. Zu Monatsende taucht Merkur am Morgenhimmel auf. Erfahrene Beobachter können ihn ab 26. November in der Morgendämmerung knapp über dem Südosthorizont aufspüren. Ein Fernglas kann dabei hilfreich sein.

Um die Monatsmitte zeigt sich auch Saturn erstmals am Morgenhimmel. Der Ringplanet hält sich ebenfalls im Sternbild Jungfrau auf. Am Monatsende zieht die wesentlich hellere Venus nur eine Vollmondbreite südlich an Saturn vorbei.

Sternschnuppen am 17. November

Mars zieht sich vom Abendhimmel zurück. Unter sehr guten Sichtbedingungen kann man den Roten Planeten in der Abenddämmerung eine Dreiviertelstunde lang sehen, zumindest mit einem Fernglas. Mars verlässt am 12. November den Schlangenträger und tritt in das Sternbild Schütze. Vom zweiten Monatsdrittel an tritt am Morgenhimmel der Leoniden-Strom in Aktion. Die Sternschnuppen heißen so, da ihr Ausstrahlungspunkt im Sternbild Löwe liegt.

Die Meteorhäufigkeit ist von Jahr zu Jahr verschieden. Zum Maximum am 17. November sind dieses Mal gegen drei Uhr morgens rund 50 Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten. Die Leoniden sind schnelle Meteore mit Geschwindigkeiten um 70 Kilometer pro Sekunde. Mit dieser Geschwindigkeit dauert die Reise von der Erde zum Mond nur eineinhalb Stunden. Die Leoniden sind Bruchstücke des Kometen 55 P/Tempel-Tuttle.

Mondnähe kann für extreme Gezeiten sorgen

Neumond ist am 13. November um 23.08 Uhr. Nur wenige Stunden später kommt der Mond mit 357 360 Kilometer in Erdnähe. Dies hat wieder einmal extreme Gezeiten zur Folge. Springfluten und ein Heben und Senken der festen Erdoberfläche um bis zu 50 Zentimeter können eventuell unliebsame Naturereignisse wie Überschwemmungen oder Erdbeben bewirken - auch noch einige Tage nach Neumond.

Da der Mond kurz nach der Neumondphase die Erdbahnebene von Süd nach Nord passiert, zieht er vor der Sonne vorbei. Es ereignet sich am 13. November eine totale Sonnenfinsternis. Für vier Minuten bedeckt der Mond die Sonne komplett. Die Sonnenfinsternis kann auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde allerdings nicht beobachtet werden. Die Totalitätszone verläuft fast ausschließlich über dem südlichen Pazifik. Nur zu Beginn ist die Finsternis vom australischen Festland aus zu sehen.

Kleinste Vollmondscheibe des Jahres

Vollmond ist am 28. November um 15.46 Uhr. Der Mond tritt bis zu 94 Prozent seines scheinbaren Durchmessers in den Halbschatten der Erde. Diese Halbschattenfinsternis des Mondes bleibt von Mitteleuropa aus unsichtbar, da zur Mitte der Finsternis um 15.33 Uhr der Mond bei uns noch nicht aufgegangen ist. In Asien bemerken die Bewohner eine leichte, graue Verdunkelung der Nordkalotte des Mondes. Da der Mond am 28. November 406 360 Kilometer von der Erde entfernt ist, zeigt er die kleinste Vollmondscheibe des Jahres.

Sonne bleibt eine Woche im Skorpion

Die Sonne nähert sich dem Winterpunkt ihrer Bahn, den sie aber erst im Dezember erreicht. Sie wandert durch das Sternbild Waage und wechselt am 23. November frühmorgens in das Sternbild Skorpion, in dem sie nur eine Woche bleibt. Schon am 29. November nachmittags tritt sie in den Schlangenträger. Am 21. November erreicht sie das Tierkreiszeichen Schütze.

Die Tageslänge verkürzt sich im Laufe des Novembers deutlich - in Berlin zum Beispiel um etwa eineinhalb Stunden.