Abo

Gesundheits-TippsDank aktivem Stoffwechsel fit und schlank

5 min

Bewegung an der frischen Luft regt den Stoffwechsel an.

Im Prinzip ist es ganz einfach und einleuchtend, wenn man weiß, wie es funktioniert: Der Stoffwechsel im Körper muss einwandfrei arbeiten, sonst geht gar nichts. Dazu gehört eine gesunde Lebenskultur und im wahrsten Wortsinn ein bewegtes Leben. Professor Ingo Froböse sagt: „Unsere Muskeln sind der Stoffwechsel-Motor schlechthin. Nur sehen das die wenigsten ein. Leider hat es auch die Wissenschaft bisher versäumt, dies ausreichend zu erforschen.“

Je nachdem wie wir leben, lässt sich der Stoffwechsel positiv oder negativ beeinflussen. „Heute wirtschaften viele ihren Stoffwechsel herunter. Er wird zu wenig aktiviert. Aber der Stoffwechsel muss leben, sonst funktioniert er nicht optimal“, so Froböse. Optimal funktionieren heißt, dass Gehirn, Körperzellen und Organe bestens versorgt werden. Ein Garant dafür, dass der Mensch leistungsfähig ist und bleibt, gut denken, arbeiten und leben kann.

Wenn diese Voraussetzungen nicht stimmen, fühlen wir uns müde, abgeschlafft und ebnen den Rettungsringen um Bauch und Hüfte und somit dem Übergewicht mit all seinen krankmachenden Folgen den Weg. Dass „der Stoffwechsel so individuell wie ein Fingerabdruck ist“, gepflegt werden will, und man schon mit kleinen Dingen viel Bewegung in den Alltag bringen kann, darüber spricht Froböse im studio dumont (siehe Info).

Elf Tipps von Ingo Froböse für einen funktionierenden Stoffwechsel:

1. Muskelmasse aufbauen oder salopp formuliert: Hubraum für den Stoffwechsel schaffen. Wer Muskeln hat, darf beruhigt sitzen bleiben, denn Muskelmasse verbrennt selbst im Ruhezustand Kalorien. Ein Kilo Muskelmasse putzt auf dem Sofa bis zu 50 Kilokalorien pro Tag weg.

2. Damit der Motor tuckert, müssen PS aufgebaut werden – also Mitochondrien „züchten“. Die schlummern in fast jeder der 60 Billionen Körperzellen und wollen in puncto Stoffwechsel geweckt und aktiv werden. Die Mitochondrien vermehren sich, je öfter man seine Muskeln nutzt.

3. Stoffwechsel am besten stündlich fünf Minuten lang aktivieren. Nach zwei Stunden starrer Haltung vor dem Fernseher, dem Computer oder im Auto „liegt der Stoffwechsel im Koma“, sagt Froböse. Reanimieren durch Bewegung ist dringend angesagt.

4. Vorsicht vor „flüssigen Schnitzeln“ warnt der Gesundheitsexperte Froböse. Dazu gehören auch Fruchtsäfte, Energie- und Gesundheitsdrinks, selbst wenn auf der Packung vollmundig versprochen wird, dass reichlich Vitamine und wertvolle Inhaltsstoffe verarbeitet wurden. Gerade künstliche Nahrungsergänzungsstoffe und zu viel Zucker überfordern den Stoffwechsel. Froböse: „Wer sich dauerhaft zu viel Kohlenhydrate zuführt, der wird auch übergewichtig.“

5. Das Gehirn verwöhnen, denn die Denkzentrale des Menschen hat den anfälligsten Stoffwechsel. Von der normalen Energiezufuhr eines Tages, rund 1800 Kalorien, benötigt das Hirn etwa 30 Prozent. Und es hat Vorrang vor allen anderen Organen. Es bedient sich zuerst, danach darf der Rest des Körpers zugreifen. Ist das Gehirn nicht gut versorgt mit Energie, stellt sich Kopfschmerz ein als eins von vielen Warnsignalen oder aber der „Verstand dehydriert, wenn wir nicht ausreichend trinken“, so Froböse.

6. Genauso wertvoll fürs Gehirn wie Energiezufuhr und Flüssigkeit ist die Bewegung. Nur so ist gesichert, dass das Hirn tadellos funktioniert. Froböse: „Muskeltraining ist gleichzeitig Gehirntraining, denn mit mehr Sauerstoffzufuhr lässt sich naturgemäß auch besser denken.“

7. Wer es in puncto Bewegung allerdings übertreibt, dem schreibt der Gesundheitsexperte Froböse ins Buch: „Muskeln sind zwar pflegeleicht, benötigen tägliche Hygiene, sprich Bewegung, und verzeihen viel, aber sie wollen auch Ruhe, Entspannung und Wärme.“ Wer zu viel des Guten tut und seine Muskeln überstrapaziert, der schafft ein saures Milieu und sorgt dafür, dass die Muskeln schneller ermüden.

8. Das Eliteprogramm für den Muskelapparat ist, wenn man nach regelmäßigen Phasen der Entspannung die roten und weißen Muskelfasern trainiert. Am besten, bis es schön brennt. Froböse: „Das darf auch ein bisschen weh tun. Ein Zeichen dafür, dass Energie verbraucht ist.“ Der Bewegungsmensch Froböse hält nichts davon, wenn sich Männer und Frauen mit zunehmendem Alter „in Watte packen“.

Besser wäre es, wenn sie den Knochen, Sehnen, Bändern und Muskeln zuliebe hüpfen und springen würden. „Es reicht schon, ein Handtuch auf den Boden zu legen und darüber kleine Hüpfer zu machen. Das schafft jeder und das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln wird dabei optimal trainiert.“

9. Wohltuend sowohl für den jungen als auch für den nicht mehr ganz so jungen Körper: die Pflege des Lymphsystems. „Die Lymphe ist unser großes Entsorgungssystem, und die Lymphe muss fließen“, so Froböse. Anregend ist, morgens die Arme und Beine in Richtung Körpermitte auszustreichen und sich genüsslich und ausgiebig zu recken und zu strecken. Froböse: „Das übt Druck auf die Lymphknoten und –bahnen aus und die Fließgeschwindigkeit der Lymphe steigt.“

Wird die Lymphe nicht angeregt, werden auch die Schadstoffe nicht ausreichend ausgesondert. „Nachts werden in unserem Körper Schadstoffe gesammelt. Sie alle landen in der Lymphe und warten dort nur auf ihren Abtransport. Wenn aber die alten Schadstoffe nicht komplett vernichtet werden, dann ist logischerweise kein Platz mehr für die neuen Schadstoffe.“

10. Wer der Auffassung ist, dass er seinen Stoffwechsel diszipliniert und das Körpergewicht im Griff hat, wenn er entsprechend wenig isst, der irrt gewaltig. „Gib dem Körper genug zu essen, sonst funktioniert er nicht. Das ist wie bei einem Auto: Ohne Sprit fährt es nicht“, warnt Froböse. Wer zu wenig isst, macht seinen Stoffwechsel arbeitslos.

Der Stoffwechsel schaltet in seiner Not auf „alles speichern“. Froböse: „Und dann muss man sich nicht wundern, wenn das Wenige, das man isst, zu hundert Prozent auf der Hüfte landet.“ Quasi als Vorsorge für noch schlechtere Zeiten. Wer diesen Kreislauf durchbrechen und das Kilodepot abbauen will, der muss einfach wieder regelmäßig und ausreichend essen.

11. Regelmäßiges und gutes Essen schmeckt auch den Darmbakterien, die die Nährstoffe verarbeiten, das Gute in die Zellen transportieren und das Schlechte absondern müssen. „Mit einem einseitigen Lebensstil klappt das aber nicht, denn so ein Lebensstil produziert auch eine einseitige Bakterienkultur.“ Ein guter Einstieg ist schon mal, wenn man seinen Darmbakterien morgens einen Naturjoghurt serviert, am besten mit einem Löffel Honig verfeinert. Das ist allemal besser als der Griff zu den Fertig-Fruchtjoghurts im Kühlregal, denn meist steht nur Frucht drauf – drin ist bloß künstliches Aroma.