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Tipps für ElternWas Schüler beim Lernen beachten sollten

4 min

Auch das Aufschreiben ist eine Methode, um besser zu lernen.

Die einen setzen auf Karteikarten. Andere lesen Vokabeln oder Formeln immer und immer wieder, in der Hoffnung sie sich zu merken. Und wieder andere beginnen in der Nacht vor der Klassenarbeit, den Stoff der vergangenen vier Wochen auswendig zu lernen. In Klassenräumen und Kinderzimmern ist nach den Sommerferien wieder der Schulalltag eingekehrt - und damit auch das Lernen auf den Plan gerückt. "Viele Schüler lernen aber nicht ökonomisch oder sogar falsch", erklärt Lerntherapeut Torsten Landwehr. Mit den richtigen Strategien und Techniken ließen sich nicht nur ihre Noten verbessern, sondern auch Zeit sparen und das Gelernte langfristig speichern.

Denn Lernen will gelernt sein: "Zunächst ist die richtige Organisation wichtig", sagt Rolf Meier, Pädagoge und Fachbuchautor. Dazu zählt eine realistische Zeitplanung. "Viele Schüler schieben es immer weiter hinaus und versuchen dann, auf den letzten Drücker alles auf einmal zu schaffen", sagt Inge Rohmann-Vater von der Kölner Lernberatungspraxis H.E.L.P. Das gehe aber in den seltensten Fällen gut.

Viel effektiver sei es, den Lernstoff in kleine Häppchen aufzuteilen und sich dann über einen längeren Zeitraum jeden Tag ein bisschen - zum Beispiel eine halbe Stunde - damit zu beschäftigen. Jeder sollte sich also rechtzeitig einen Überblick darüber verschaffen, was er wann wissen muss, und einen entsprechenden Lernplan erstellen.

Wie man am besten lernt, hängt davon ab, welcher Lerntyp man ist. Den einen fällt zum Beispiel das auditive Lernen leichter als das visuelle. "Sie können sich also besser Sachverhalte merken, die sie hören und nicht sehen", sagt Rolf Meier. "Diese Lerntypen haben es in der Schule sehr viel leichter, da sie sich die Dinge, die sie im Unterricht hören, gut merken können", so Rohmann-Vater. Andere können sich den Lernstoff besser einprägen, wenn sie ihn zu Hause noch einmal aufschreiben oder auf fantasievolle Assoziationen setzen - die zum Beispiel Vokabeln oder Zahlenfolgen mit einem bestimmten Ort oder Bild verknüpfen. Wieder andere brauchen möglichst konkrete Anwendungsbeispiele. Die einen lernen besser alleine, die anderen lernen effektiver in der Gruppe.

Bewährte Lernmethoden

Grundsätzlich aber gilt: "Je mehr Sinne angesprochen werden, desto besser", sagt Landwehr, Leiter des Rechentherapiezentrums Köln. Wenn ein Schüler etwa in der Woche Bruchrechnen lernt und er dann am Wochenende mit den Eltern etwas kocht - er die Bruchzahlen in einem Rezept sofort praktisch anwenden kann -, wird sich das positiv auf den Lernerfolg auswirken. "Gut ist auch, wenn Eltern ihren Kindern Fragen zum Lernstoff stellen und Interesse zeigen", so Landwehr. "Der Schüler sollte in einem solchen Gespräch aber keinesfalls ausgefragt, sondern eher als Experte nach seiner Meinung gefragt werden."

Auch Sachverhalte, die Schüler einmal selbst laut formuliert haben - zum Beispiel durch mündliche Mitarbeit im Unterricht - können sie sich besser merken. Bewährt haben sich auch das Karteikasten-System, klassische Eselsbrücken und sich den Lernstoff vor dem Schlafengehen noch einmal anzusehen. Durch wiederholendes Lesen allein prägen sich Formeln, Vokabeln und Zusammenhänge allerdings nicht ein. Optimal ist, wenn es ein Schüler schafft, das Gelernte mit einer Emotion zu verbinden. "Was uns emotional berührt, speichern wir in unserem Langzeitgedächtnis", sagt Pädagoge Rolf Meier. Gelingen kann dies zum Beispiel mit Musik. "Wenn sie dem Schüler während des Lernens ein gutes Gefühl gibt, kann sich das durchaus positiv auswirken", so Landwehr. Die Musik darf aber nur im Hintergrund laufen und keinesfalls Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Hip-Hop mit deutschen Texten sei dafür sicherlich nicht geeignet. "Die Schüler hören dann auf den Text und können sich nicht mehr konzentrieren", sagt Torsten Landwehr. Eine weitere Möglichkeit wäre, sperrigen Lernstoff mit einer lustigen Erklärung zu verknüpfen.

Entscheidend für den Lernerfolg ist aber auch die Motivation des Schülers. "Wer keine Lust hat, wird sich schwer etwas merken können", sagt Rolf Meier. Am besten steigern lässt sich die Motivation durch positive Lernerfahrung - also gute Noten. Die große Gefahr ist auf der anderen Seite, dass sich Schüler, die negative Erfahrungen machen, immer mehr zurückziehen. "Oft setzt sich da ein Teufelskreis in Gang", sagt Rohmann-Vater. Was zur Folge hat, dass die Noten immer schlechter werden und die Motivation immer mehr abnimmt. "Da wieder herauszukommen, ist sehr schwierig", so Rolf Meier. Doch gerade ein neues Schuljahr biete die Chance, mit der richtigen Lernstrategie- und technik wieder positive Erfahrungen zu machen - und so auch wieder die Motivation zu steigern.