Wandertag-SerieHerbsttour zur Dhünn

Die erwanderten Flüsse münden schließlich in die Große Dhünn-Talsperre. (Foto: Luhr)
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Wir wollen allein das Quellgebiet der Dhünn, des mit 40 Kilometer längsten Nebenflusses der Wupper, erkunden. Ein Grenzgang aber ist auch das, schließlich führt uns die Tour auf die Wasserscheide zwischen Wupper und Dhünn im Grenzgebiet zwischen Hückeswagen und Wipperfürth, der mit knapp 800 Jahren ältesten Stadt des Bergischen Landes.
Zu ihrem Territorium gehört heute auch Wipperfeld. Der Ort auf der Höhe ist wie die nahe Stadt im Tal nach dem Oberlauf der Wupper benannt, die von der Quelle bei Marienheide bis Wipperfürth „Wipper“ heißt. In der Mitte des Ortes erhebt sich die St.-Clemens-Kirche, deren heutiger Bau aus den 1890er Jahren stammt. Rund um das Gotteshaus ist eine mittlerweile denkmalgeschützte systematische Sammlung von Grabsteinen aus fünf Jahrhunderten erhalten. Wir folgen der Dorfstraße links an der Kirche vorbei. Der Wanderweg A1 bringt uns nach Grüterich, von wo aus bereits das Rauschen der nahen Bundesstraße zu hören ist. Auf ihrem Vorläufer, dem Heerweg, zogen bereits im Mittelalter Kaufleute und andere „Heerscharen“ von Köln in Richtung Westfalen. Wir folgen der historischen Verkehrsader nur wenige Meter, um bei Kaplansherweg auf ruhigeren Pfaden ins Tal der Großen Dhünn hinabzusteigen. Groß ist die Dhünn hier allerdings nur dem Namen nach - ihre Quelle scheint also nicht weit zu sein. Der vom Wupperverband auf einer Infotafel angegebene Quellort wird allerdings von lokalen Kennern des Geländes bezweifelt, die die Quelle weiter südöstlich verorten.
Welcher Bach sich aber auch immer hier oben „Große Dhünn“ nennen darf - sicher ist, dass all die zahlreichen Quellen, deren Wasser hier ins Tal gurgelt, die Große Dhünn-Talsperre speisen, aus der rund eine Million Menschen im Bergischen Land zwischen Wuppertal und Leverkusen ihr Trinkwasser erhalten.
Bis nach Köln kann man bei guter Sicht von der Kreuzung beim Weiler Isenburg aus sehen. Findige Zeitgenossen haben hier einen eigenen Richtungsweiser für den „Domblick“ aufgestellt, Tisch und Bänke laden gleich daneben zum Picknick ein - etwa 34 Kilometer Luftlinie vom Kölner Dom entfernt.
Im nächsten Ort Neuenholte führt unsere Wandertour wieder ins Tal, diesmal in das von Mohlsbach und Purder Bach. Sie plätschern durch ein wahres Naturparadies. Wegen der nahen Trinkwassertalsperre ist die Natur hier streng geschützt.
Einige liebevoll gepflegte Fachwerkhäuschen und eine alte Mühle fallen uns im Örtchen Purd auf, bevor wir dem Purder Bach bis zu seiner Mündung in die Große Dhünn folgen. Jetzt ist ein erneuter Aufstieg angesagt, bevor wir Erlen am historischen „Heerweg“, der heutigen Bundesstraße 506, erreichen und einen weiteren reizvollen Ausblick über das Bergische und den Ort Wipperfeld genießen, den wir nach wenigen Wanderminuten wieder erreichen.
