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WandertagVom Rurtal in den Badewald

3 min

Wunderschöne Idylle bei Abenden.

Trotz hochsommerlicher Zeit: Mit Baden in Waldgewässern hat unser heutiges Wanderziel nichts zu tun! Der Badewald war vielmehr ein großes und einstmals undurchdringlich geschlossenes Waldgebiet östlich des Rurtals zwischen Nideggen und Heimbach, das den Menschen des Mittelalters viel Stoff für Erzählungen und Sagen lieferte.

Heute sind vergleichsweise kümmerliche Restflächen erhalten; fast ausschließlich die zum Rurtal abfallenden Hänge und Bachtäler, während die fruchtbaren, meist rötlich gefärbten Böden im Verlaufe der letzten 200 Jahre gerodet und in Ackerland verwandelt worden sind. In römischer und frühmittelalterlicher Zeit war die Region Zentrum eines ausgedehnten Eisenerz-Bergbaues. Noch heute zeugen zahllose Schürfgruben, „Pingen“ genannt, von der obertägigen Förderung des Brauneisensteins im ehemaligen Badewald. Köhler und Bergleute waren also über Jahrhunderte nahezu die einzigen Bewohner dieser unwirtlichen Waldgegend, und sie haben sicher mit dazu beigetragen, dass die Erzählungen über Geistererscheinungen und Begegnungen mit unheimlichen Wesen nicht verstummten.

All das ist auf unserer heutigen sommerlichen Wanderung nicht zu befürchten. Wir bewegen uns auf geebneten Wald- und Wiesenwegen oder gut ausgebauten Wanderpfaden. Trotzdem wird es schnell ruhig und einsam, sobald wir das - vor allem an Wochenenden - quirlige und stark von Touristen frequentierte Rurtal verlassen haben. Der idyllische Ort Abenden, heute ein Stadtteil von Nideggen, ist der Ausgangs- und Endpunkt. Wer schon die Anreise zu einem Erlebnis machen möchte, sollte die Bahn wählen: Von Düren aus schlängelt sich die „Rurtalbahn“ in gemächlichem Tempo Richtung Heimbach und eröffnet den Mitfahrenden wunderschöne Blicke auf die Flusslandschaft im Tal sowie die steilen Felsformationen des Buntsandsteins.

Zunächst geht es zügig hinauf zum Mittelberg und danach durch die schattigen Wälder des Isimutstals wieder sanft bergab. Am oberen Ende des Rosstals ist fast unmerklich wieder die 300 Höhenmetermarke geknackt, und bei der Einmündung in die wenig befahrene K 48 ist mit 320 Metern der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Hier, rund um das Forsthaus Bade, ist noch ein Stück des alten Badewaldes erhalten, und Bodenvertiefungen berichten von der Jahrhunderte langen Nutzung als Erzabbaugebiet.

Danach geht es wieder steil hinab ins Rurtal, das wir am Fuße der zwischen Blens und Hausen gelegenen Buntsandsteinfelsen erreichen. Bis vor wenigen Jahren tummelten sich hier Bergsteiger und Kletterer; heute ist das Gebiet eines der am strengsten geschützten Biotope der Eifel. Wegen des Anflugs der horstenden Greifvögel ist an der Rurtalstraße in diesem Abschnitt die Geschwindigkeit eingeschränkt - diese erzwungene Rücksichtnahme der Autofahrer wird sogar durch eine Radarkamera überwacht - in beide Richtungen! Beim Campingplatz Hausen - nur einer von zahlreichen im mittleren Rurtal - wechseln wir auf die linke Seite der Rur und folgen ihr im Tal zunächst aufwärts. Mit dem Aufstieg zur Höhe ändern wir aber dann unmerklich die Richtung und begleiten den Fluss ab der schön gelegenen Schutzhütte mit herrlichem Ausblick nun in Richtung seiner Mündung. Aber auch hier sind schattige Waldwege die Regel, so dass die Wanderung auch bei sommerlicher Witterung und entsprechender Temperatur angenehm bleibt.