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WandertagVon Uedelhoven nach Neublankenheim

3 min

Einen Pfarrer sucht man vergebens in der Kirche von Uedelheim. Um deren Erhalt kümmern sich die Bürger.

Sonnige Tage mit guter Fernsicht sind die beste Voraussetzung für eine winterliche Wanderung in der hohen Eifel, auch, wenn kein Schnee liegt. Im Falle unserer Wanderung ist es sogar recht angenehm, wenn die weiße Pracht eine Pause macht oder nur als weißer Hauch die Landschaft farblich verzaubert.

Ausgangspunkt ist diesmal das Dorf Uedelhoven in der Gemeinde Blankenheim, das 2 Kilometer südlich der Ahr in 420 m Meereshöhe auf einer weiten Hochfläche liegt. Es ist ein Ort wie viele in der Region: Gut 300 Einwohner; in der Mitte die Kirche mit dem Dorffriedhof, aber kein Pfarrer mehr - ein reges Vereinsleben. Ungewöhnlich: Um die Kirche und das kirchliche Gemeindeleben kümmert sich ein Förderverein, und musikalisch ist das Dorf über die Region hinaus bekannt durch seine "Uedelhovener Dorfmusikanten".

Eigeninitiative zeichnete die dörfliche Gemeinschaft schon früher aus. So konnte 1953 am Ortseingang mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer und der Spar- und Darlehenskassen ein "Haus der Landfrau" errichtet werden, ein Konzept, das technischen Fortschritt in die abgelegenen Dörfer der Eifel brachte. Es gab eine Wäscherei, eine Heißmangel, Badewannen und Duschen, aber auch Vortrags- und Versammlungsräume und eine Leihbibliothek. Heute wirkt dieses Gebäude ein wenig bescheiden neben der großzügigen Bürgerhalle mit ihren modernen Solarzellen auf dem nach Süden zeigenden Dach. Vom Parkplatz vor der Halle aus starten wir unseren Rundweg.

Das Innere der Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt überrascht, denn man fühlt sich in eine bayerische Rokokokirche versetzt. Der Hochaltar und die Kanzel stammen aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Eine Kirche ist in Uedelhoven bereits 1136 urkundlich erwähnt; damals wurde der Ort an die Reichsabtei Prüm geschenkt. Später gehörte das Dorf zum Herzogtum Aremberg, einem der bedeutenderen Eifeler Kleinterritorien. Immerhin sind die Herzöge von Arenberg bis heute im europäischen Hochadel angesehen - wenn auch in Belgien und der Schweiz ansässig. Ihre Stammburg stand einst auf dem gleichnamigen Vulkankegel, den wir auf unserer Wanderung als markanten Hügel im Blick haben.

Wanderziel indes ist eine andere spätmittelalterliche Burganlage: Die Ruine Neu-Blankenheim über dem Tal des Ahbaches. Sie dürfte zu Beginn des 14. Jahrhunderts zur Grenzsicherung durch die Grafen von Blankenheim errichtet worden sein; eine vom Grundriss her recht kleine und kompakte Burg mit einem Bergfried, einem zusätzlichen Wehr-Eckturm und einem viereckigen Wohntrakt. Nach dem Aussterben der Blankenheimer Grafenfamilie geriet die Anlage an verschiedene adlige Besitzer, scheint jedoch keine große fortifikatorische Bedeutung mehr gehabt zu haben. 1569 wird sie in zeitgenössischen Urkunden als baufällig beschrieben und wurde nicht mehr bewohnt. Ein wenig verwunschen liegt sie heute im Wald oberhalb der auf dem ehemaligen Bahndamm verlaufenden Verbindungsstraße zwischen dem Ahrtal und Hillesheim. Dank der Sicherungsarbeiten durch den heutigen Eigentümer, den Landkreis Vulkaneifel, konnte die Burg Neu-Blankenheim in den Jahren 2004 bis 2006 vor dem weiteren Verfall gerettet werden