Eigentlich hat er es gebaut, um Energie zu gewinnen. Manchmal klettert Schröder aber einfach so hinauf - um den Sonnenuntergang zu beobachten. "Im Jahr 2001 hat mir ein Bekannter geraten, meine Äcker an eine Windradfirma zu verpachten. Die würden richtig gut zahlen. Aber ich dachte mir: Wenn die so viel Geld zahlen, müssen die noch mehr Geld daran verdienen. Statt mich abhängig zu machen, habe ich selbst ein Windrad gebaut. Es hat mich gereizt, ein zweites Standbein zu haben. Außerdem macht ein Windrad weniger Arbeit als mein Hof mit 300 Tieren.
Alleine konnte ich das Windrad nicht finanzieren, also habe ich mir einen Partner gesucht. Trotzdem musste ich mir 1,7 Millionen Euro von der Bank leihen. Die wollten Sicherheiten, deswegen hängt der ganze Hof jetzt am Windrad. Wenn etwas passieren würde, zum Beispiel ein Hagel- oder Blitzschaden, würde meine Familie alles verlieren. Aber wir mussten schon mit schlimmeren Existenzängsten kämpfen. Als der Rinderwahnsinn ausbrach, fürchteten wir, dass auch unser Hof betroffen sein könnte.
Dann hätten wir das Vieh schlachten müssen - das wäre das Aus gewesen. Mein Windrad gibt mir Sicherheit, auch wenn ich nicht genau weiß, wie viel ich damit noch verdienen werde, wenn der Kredit in zwölf bis 15 Jahren abbezahlt ist. Meine Nachbarn waren gegen das Windrad. Zuerst fürchteten sie, das Rad könnte laut sein und würde Schatten auf die Häuser werfen. Ein Gutachter bewies das Gegenteil. Daraufhin schlossen sich einige Nachbarn zum ,Bund der Vogelfreunde' zusammen und behaupteten, die Rotorblätter des Rads würden seltene Vögel töten. Auch das ist Quatsch: Das Windrad dreht sich so langsam, dass ein Vogel kaum zwischen seine Arme geraten kann. Die Kritik hat den Bau meines Windrads nicht gestoppt. Seit 2003 steht es. Zum Glück werden die Kritiker leiser. Inzwischen denken immer mehr Landwirte um."
