Erst am Donnerstag lag der Pegelstand in Köln wegen des Niedrigwassers so tief wie nie seit 1816 – nun folgt der nächste Negativrekord.
Zehn Zentimeter weniger als 2018Erneuter Negativrekord – Rhein fällt in Köln auf historischen Tiefstand

Viel Land, wenig Wasser: Der Rhein ist in Köln am Freitag erneut auf einen historischen Tiefstand gefallen. (Archivbild)
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Ein Negativrekord folgt auf den nächsten: Der Pegel Köln ist am Freitag (7. August) erneut auf einen historischen Tiefststand gefallen. Am Vormittag ist der Pegel auf 59 Zentimeter zurückgegangen, wie aus Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht.
Damit wurde der erst am Donnerstag aufgestellte Negativrekord von 61 Zentimetern erneut unterboten. Vor diesem Sommer hatte der historische Tiefstand unterdessen bei 69 Zentimetern gelegen – gemessen am 23. Oktober 2018. Der neue Kölner Rekord liegt also zehn Zentimeter darunter.
Rhein: Neuer historischer Tiefstand auch in Düsseldorf
Aufgrund ausbleibender Niederschläge hat der Rheinpegel bei Düsseldorf ebenfalls ein neues historisches Tief erreicht. Freitagfrüh lag der Pegel zwischenzeitlich nur noch bei 14 Zentimetern. Der bisher niedrigste bekannte Wasserstand war 2018 mit 23 Zentimetern registriert worden.

Ein Containerschiff fährt mit geringer Ladung bei Niedrigwasser am Rheinknie in Düsseldorf vorbei.
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Der Pegel ist die aktuelle Höhe des Wasserspiegels des Rheins, gemessen an einem festgelegten Referenzpunkt (Pegelnullpunkt). Die Pegelnullpunkte an verschiedenen Messstellen am Rhein sind historisch gewachsen. Sie wurden an verschiedenen Zeiten und Orten festgelegt, ohne dass es ein einheitliches System gab.
Keine Trendwende in Sicht: Keine Niederschläge in der Region erwartet
Auch an anderen Orten entlang des Rheins sowie in anderen deutschen Flüssen wie der Donau herrscht weiter Niedrigwasser, was vorwiegend die Schifffahrt erheblich beeinträchtigt. Nach Angaben der Bundesanstalt für Gewässerkunde wurden die Niedrigwassermarken in vielen Gewässerabschnitten in diesem Jahr „ungewöhnlich früh“ unterschritten.
Entspannung durch Niederschläge ist laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) vorerst nicht in Sicht. Zum Start in die kommende Woche kann demnach allenfalls im äußersten Norden auf ein bisschen Regen gehofft werden, teilte der DWD am Freitag mit. Auch einzelne Gewitter oder Unwetter ändern die Lage nicht wesentlich.
Ökonomen: Niedrigwasser bedroht Wirtschaftswachstum
Generell ist die Fahrrinne beispielsweise im Rhein immer tiefer als der von Pegeln angezeigte Wasserstand. Nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in Bingen liegt der Nullpunkt der Skala an den meist jahrzehntealten Pegeln nicht dort, wo der niedrigste Punkt des Gewässers ist.
Binnenschiffe können aufgrund des geringen Wasserstandes derzeit deutlich weniger Ladung transportieren oder müssen ganz darauf verzichten. Die niedrigen Pegelstände erhöhen somit die Transportkosten für die Wirtschaft und belasten vorrangig Industriebranchen, die auf Massenguttransporte angewiesen sind. Das Niedrigwasser in deutschen Flüssen könnte nach Einschätzung von Ökonomen das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr verringern oder gar zunichte machen. (das/afp)