Weniger Kontrollspuren, mehr Geduld gefragt: Am Flughafen Köln/Bonn führt der Personalmangel eines Dienstleisters zu Problemen.
SicherheitskontrollePassagiere müssen lange am Flughafen Köln/Bonn warten – Securitas reagiert

Lange Schlange am Dienstagmorgen (15. September) vor der Sicherheitskontrolle am Flughafen Köln/Bonn
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Am Flughafen Köln/Bonn ist es am Dienstagmorgen (15. September) vor der Sicherheitskontrolle zu längeren Wartezeiten gekommen. Grund war laut einer Mitteilung des Airports zu wenig Personal beim Sicherheitsdienstleister Securitas. Eine Sprecherin des Airports erklärte dieser Redaktion, dass Passagiere ihre Flüge verpasst hätten.
„Der Dienstleister kann die vom Flughafen bestellten Kontrollstunden nicht vollständig bereitstellen, sodass weniger Kontrollspuren als geplant geöffnet sind“, hieß es am Morgen auf der Internetseite des Flughafens. Ein Reisender, der am Morgen von Köln nach Wien flog, erklärte: „Bei der Sicherheitskontrolle war überall Stau, nichts hat funktioniert, die Fast Lane war gesperrt und das Personal war total unfreundlich.“
Ein Nutzer des Kurznachrichtendienstes X sprach von Schlangen, die mehrere hundert Meter lang seien.
Der Flughafen bat die Reisenden, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Für wartende Reisende werde Wasser bereitgestellt. Man arbeite eng mit den Behörden, den Dienstleistern und den Airlines zusammen, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, hieß es weiter. Ab 9 Uhr löste sich die Schlange dann nach Angaben des Flughafens allmählich auf.
Wie viele Passagiere ihre Flüge verpasst haben, ist noch unklar. Eine Auswertung lief am Dienstagnachmittag noch. Betroffene sollten sich nach Angaben des Flughafens wegen einer möglichen Entschädigung an ihre Airline wenden, da ein Vertrag mit dieser bestehe. Die Fluggesellschaft würde dann weitere Schritte einleiten.
Flughafen Köln/Bonn mit neuem Kontrollbereich
Erst Mitte Juli waren zum Start der Sommerferien neue Sicherheitskontrollen an Köln/Bonn eröffnet worden. Die früheren 17 Kontrollspuren wurden ausgebaut und durch neue Scanner ersetzt, die mit einem Computertomografen bestückt sind. Durch die neue Technologie wurde der Prüfvorgang beschleunigt, da die Passagiere nun nicht mehr alles auspacken und aufs Band legen müssen. Auch eine eigene Familienspur wurde eingerichtet. Der Airport versprach sich davon kürzere Warteschlangen.
Wie Flughafen-Chef Thilo Schmid jüngst dieser Zeitung erklärte, habe die durchschnittliche Wartezeit in den Sommerferien bei 5,9 Minuten gelegen. Es habe keine anhaltend langen Schlangen oder größeren Ausfälle gegeben. Wie eine Sprecherin am Dienstag betonte, habe die Technik in den Sommerferien funktioniert.
Allerdings gab es vor dem Umbau der Sicherheitskontrolle 17 Spuren, aktuell sind es nur 11. Kritiker und auch die Gewerkschaft Verdi warfen dem Flughafen vor, den Umbau vor allem zum Stellenabbau genutzt zu haben. Zudem würden die Passagierschlangen im neuen Wartebereich versteckt. Schmid sprach dagegen von einer „Anpassung“ des Personals beim Dienstleister.
Securitas in der Vergangenheit in der Kritik
Das Sicherheitsunternehmen Securitas teilte mittlerweile auf dpa-Anfrage am Dienstag mit, dass man „eine überdurchschnittlich hohe und überraschend kurzfristig gemeldete Zahl an Krankheitsfällen“ verzeichnet habe. „Im Rahmen des Möglichen steuern wir durch zusätzliches Personal gegen“, erklärte ein Sprecher. Der Flughafen selbst sprach von einem Ausfall „von mehr als der Hälfte der geplanten Personalkapazität“.
Securitas ist seit Jahren für die Sicherheitskontrollen an Köln/Bonn zuständig. Seit dem 1. Januar 2026 erhielt das Unternehmen den Auftrag für weitere fünf Jahre, nun direkt vom Flughafen selbst.
In der Vergangenheit war es immer wieder zu teils massiven Schlangen vor den Sicherheitskontrollen gekommen, insbesondere im Jahr 2022. Securitas war wegen schlechter Planung in den Fokus geraten. So kritisierte auch die Bundespolizei 2023 das Unternehmen, da zu wenig Personal zur Verfügung gestellt wurde. Zeitweise beauftragte der Flughafen daher sogar eine zweite Firma mit den Kontrollen. (cme/dpa)
