Die durchschnittliche Zahl der Hitzetage in Deutschland nimmt nach Daten des Deutschen Wetterdienstes zu.
Heißer Start in den SommerWeiterhin hohe Temperaturen und örtliche Unwetter erwartet

Leon und Mama Kati kühlen sich im Kölner Rheingarten ab.
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Wer konnte, suchte sich am Wochenende einen Platz am Wasser. Zum Schwimmen, Planschen oder einfach nur die Füße abkühlen. Pünktlich zum Start des kalendarischen Sommers am Sonntag hielten sich die Temperaturen in Köln jenseits der 30 Grad. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte auf seiner Internetseite: „Mit einer zusätzlichen Belastung aufgrund verringerter nächtlicher Abkühlung ist insbesondere im dicht bebauten Stadtgebiet von Köln zu rechnen.“ Es sei der vierte Tag der Warnsituation in Folge. Und eine Abkühlung ist auch für die kommenden Tage nicht in Sicht. Am Montag und Dienstag werden in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des DWD Temperaturen bis 33 Grad erwartet, am Mittwoch könne es bis zu 37 Grad heiß werden.
Die Schülerinnen und Schüler in NRW dürfen damit in der kommenden Woche weiterhin auf verkürzten Unterricht hoffen. Fußballfans stehen laue Nächte bevor, in denen sie die Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA verfolgen können. Das letzte Gruppenspiel der deutschen Mannschaft, die nach ihrem Erfolg gegen die Elfenbeinküste am Samstagabend bereits als Gruppensieger feststeht, findet am Donnerstag (22 Uhr) gegen Ecuador statt. Selbst unter freiem Himmel Sport zu treiben, wird durch die hohen Temperaturen allerdings gerade erschwert. Offenbar wird darauf im Kölner Jugendfußball nicht immer Rücksicht genommen, am Wochenende kamen erste Beschwerden auf.

Nach dem heftigen Gewitter am 19. Juni liegt ein umgestürzter Baum auf dem Fahrradweg am Molenkopf in Köln-Niehl.
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Mit der Hitze steigt auch die Gewittergefahr. Bereits in der Nacht auf Samstag krachte es gewaltig über Köln, die Feuerwehr musste vielfach ausrücken. Auf das Grünflächenamt wartet jetzt viel Arbeit, am Niehler Rheinufer etwa ist ein großer Baum umgestürzt und blockiert ebenso wie viele herabgestürzte Äste den Fahrradweg. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) meldeten nach dem Unwetter „technische Störungen bei der Datenversorgung“. Das habe vor allem Auswirkungen auf die Fahrgastinformation gehabt, auf den Anzeigern an den Haltestellen, in der KVB-App und auf der Website konnten keine aktuellen Fahrplandaten und keine Störungen angezeigt werden. Für die kommenden Tage schließen die Meteorologen weitere örtliche Unwetter nicht aus.
So wird berechnet, wie weit ein Gewitter entfernt ist
Allein die Wahrnehmung von Donner bedeutet nach Angaben des DWD, dass das Gewitter weniger als zehn Kilometer entfernt ist – dann sollte man umgehend Schutz suchen. Zählt man die Sekunden zwischen einem Blitz und dem zugehörigen Donner und teilt die Zahl durch drei, wisse man ungefähr, wie viele Kilometer das Gewitter entfernt ist. Sind es zehn Sekunden oder weniger zwischen Blitz und Donner, besteht laut Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) akute Lebensgefahr. Wer bei einer Fahrradtour, einer Wanderung oder einem Badeausflug vom Gewitter überrascht wird und keinen Unterstand in der Nähe findet, sollte unbedingt alleinstehende Bäume, Baumgruppen, Waldränder, hohe Türme und Masten, Metallzäune und Gewässer meiden und keinesfalls der höchste Punkt der Umgebung sein. Regenschirme oder Wanderstöcke sowie das Fahrrad und andere Gegenstände aus Metall sollten mindestens einige Meter entfernt abgelegt oder abgestellt werden.
Am wirksamsten ist laut DWD, wenn man in einer Bodenmulde oder Senke in die Hocke geht, die Füße eng zusammenstellt und die Arme um die Beine schlingt. Das verringert unter anderem die Wahrscheinlichkeit für einen direkten Blitzeinschlag. Wer mit anderen Menschen unterwegs ist, sollte während eines Gewitters nicht dicht zusammenstehen. Mindestens ein Meter Abstand, besser sogar drei, seien sicherer.

Grafik nach Daten des Deutschen Wetterdienstes DWD
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Daten des Deutschen Wetterdienstes belegen, dass die durchschnittliche Zahl der Hitzetage in Deutschland zugenommen hat. Als solche gelten beim DWD Tage, an denen die höchste Temperatur über 30 Grad steigt. Trotz starker Schwankungen zwischen den Jahren sei der Trend insgesamt deutlich steigend, betont das Umweltbundesamt. Jahre mit deutlich mehr als zehn Hitzetagen waren bis vor rund zehn Jahren seltenere Ausreißer – wie etwa die Jahre 2006 und 2015 – und kommen nun immer häufiger vor: So gab es etwa 2018 gut 20 Hitzetage, 2019 und 2022 rund 17 Hitzetage und 2020 sowie 2025 rund elf Hitzetage, wie aus den DWD-Statistiken hervorgeht.
Der Meteorologe Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung erklärt, die aktuelle Hitze sei durch Luftströme aus Südwesteuropa nach Deutschland gekommen. Diese Luftmassen seien heute deutlich heißer als noch in den 1960er bis 1980er Jahren. „Deshalb können sich bereits die ersten Hochsommertage des Jahres zu einer markanten Hitzewelle entwickeln.“ Mit der Erderwärmung verschiebe sich die Spanne möglicher Temperaturen nach oben. Damit werde das Überschreiten bisheriger Rekorde wahrscheinlicher.
Julian Krüger vom Max-Planck-Institut für Meteorologie hat im Zuge einer im Fachjournal „Plos One“ veröffentlichten Studie gemeinsam mit anderen Forschern die Auswirkungen von Hitzewellen in Europa aus den vergangenen 45 Jahren analysiert und festgestellt, dass die fünf intensivsten Hitzewellen alle in den vergangenen beiden Jahrzehnten lagen: in den Jahren 2010, 2014, 2018, 2021 und 2022. „Das europäische Sommerklima wird maßgeblich vom Klimawandel beeinflusst. Neben einer generellen Verschiebung in Richtung wärmere Temperaturen erhöht der Klimawandel auch die Wahrscheinlichkeit für außergewöhnlich hohe Temperaturen bis hin zu Hitzeereignissen, die ohne den Klimawandel nicht möglich wären“, erklärt Krüger. Mit Voranschreiten des Klimawandels sei auch eine weitere Zunahme von Hitzewellen zu erwarten.
Alkoholverbot in Paris
Auch anderen europäischen Ländern bereiten die hohen Temperaturen aktuell Probleme. Das in Madrid geplante Public Viewing des spanischen WM-Spiels gegen Saudi-Arabien in der Fanzone auf der Plaza de Colón im Zentrum der Metropole wurde am Sonntag von Stadtrat und Fußballverband abgesagt, weil die nationale Wetterbehörde vor Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius gewarnt hatte. In Teilen Frankreichs, darunter der Hauptstadt Paris, galt während der groß gefeierten „Fête de la musique“ ein Alkoholverbot auf öffentlichen Straßen. Es waren Spitzenwerte bis 41 Grad erwartet worden und man wollte die Rettungsdienste entlasten. (mit dpa)
