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Krieg in NahostIrans Präsident droht mit Nachbarländern mit Vergeltungsschlägen

6 min
ARCHIV - 21.08.2024, Iran, Teheran: Der iranische Präsident Massud Peseschkian spricht in einer öffentlichen Sitzung des Parlaments. (zu dpa: «Irans Präsident Der iranische Präsident Massud Peseschkian (Archivbild)

Der iranische Präsident Massud Peseschkian (Archivbild)

Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. Kanzler Merz reagiert auf Kritik aus Washington. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.

28. März

Irans Präsident droht mit Vergeltungsschlägen

16 Uhr: Irans Präsident Massud Peseschkian hat mit harten Vergeltungsschlägen gegen Nachbarländer gedroht, falls die Infrastruktur oder Wirtschaftszentren im Land attackiert werden. In einer „Botschaft an die Länder der Region“ schrieb Peseschkian auf der Plattform X: „Wenn ihr Entwicklung und Sicherheit wollt, lasst nicht zu, dass unsere Feinde den Krieg von eurem Boden aus führen.“

Zuvor hatten israelische und US-Luftstreitkräfte laut iranischen Angaben ihre Angriffe auf Stahlwerke sowie Anlagen der Rüstungs- und Energieinfrastruktur in mehreren iranischen Provinzen ausgeweitet.

Schwere Schäden am Flughafen von Kuwait durch Drohnenangriff

11.08 Uhr: Ein Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait hat zu schweren Schäden geführt. Die amtliche Nachrichtenagentur des Golfstaats berichtete am Samstag unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde, bei dem Angriff sei das Radarsystem des Flughafens beschädigt worden. Menschen seien dagegen nicht zu Schaden gekommen.

Derweil berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP von einer schweren Explosion nahe des internationalen Flughafens von Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion im Irak. Ein Augenzeuge berichtete, Rauch steige auf. In Erbil befindet sich ein großer US-Konsulatskomplex. Auf dem Flughafen der nordirakischen Stadt sind zudem Soldaten der von den USA geführten Anti-Dschihadisten-Koalition stationiert.

„Friedrich, der deutsche Bundeskanzler“ – Trump kritisiert Merz erneut

8.27 Uhr: Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz erneut dafür kritisiert, dass sich Deutschland geweigert habe, militärische Unterstützung zur Sicherung der Straße von Hormuz zu leisten. In einer Rede auf einer Konferenz in Miami griff der US-Präsident zunächst die Nato- Verbündeten Frankreich und Großbritannien wegen der Lastenverteilung an.

Anschließend wandte er sich Deutschland zu und behauptete, Merz habe gesagt: „Das ist nicht unser Krieg.“ „Friedrich, der deutsche Bundeskanzler – das sind alles meine Freunde – , sagte: ‚Das ist nicht unser Krieg‘“, erklärte Trump und fügte hinzu: „Die Ukraine ist nicht unser Krieg, aber wir helfen ihnen.“ Man würde mit dieser Einstellung einen großen Fehler machen.

Bereits am Vortag hatte Trump Deutschland kritisiert. Er habe es als „unangemessen“ empfunden, dass von deutscher Seite geäußert worden sei: „Das ist nicht unser Krieg.“ Diese Formulierung hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius genutzt.

Israel meldet ersten Raketenbeschuss aus Jemen seit Beginn des Kriegs

7.30 Uhr: Zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Kriegs vor einem Monat ist israelischen Angaben nach aus dem Jemen eine Rakete auf Israel abgefeuert worden. Die Flugabwehr sei im Einsatz, teilte die israelische Armee am frühen Morgen auf Telegram mit. Die Rakete wurde Medienberichten zufolge erfolgreich abgefangen, Verletzte oder Schäden habe es nicht gegeben.

Im Jemen operiert die vom Iran unterstützte militant-islamistische Huthi-Miliz. Sie hatte die „volle und unerschütterliche Solidarität“ mit Teheran angekündigt. Zuletzt wurde befürchtet, die Miliz werde sich aus dem Jemen in den Iran-Krieg einmischen.

Straße von Hormus: Thailand einigt sich mit Teheran auf Durchfahrt von Öltankern

6.45 Uhr: Thailand hat sich nach Angaben von Regierungschef Anutin Charnvirakul mit dem Iran auf die Durchfahrt seiner Öltankern durch die Straße von Hormus geeinigt. Durch die Einigung werde „thailändischen Öltankern eine sichere Durchfahrt“ ermöglicht, erklärte Charnvirakul am Samstag vor Journalisten in Bangkok. So könne die Sorge über Ölimporte und steigende Treibstoffpreise gemindert werden.

Viele asiatische Länder, darunter Thailand, sind besonders abhängig von Öl- und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten.

27. März

IAEA ruft zu „militärischer Zurückhaltung“ auf

22.20 Uhr: Nach US-israelischen Angriffen auf einen Schwerwasserreaktor und eine Uranaufbereitungsanlage im Iran hat die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Kriegsparteien im Nahen Osten erneut zur Zurückhaltung aufgefordert. „IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi bekräftigt (seinen) Aufruf zur militärischen Zurückhaltung, um jegliches Risiko eines nuklearen Unfalls zu vermeiden“, teilte die Organisation am Freitag im Onlinedienst X mit.

Weiter erklärte die IAEA, in der Uranaufbereitungsanlage Schahid Resajee Nedschad in Arkadan im Zentrum des Landes gebe es „keinen Anstieg der Strahlungswerte außerhalb des Geländes“. Zuvor hatten iranische Staatsmedien berichtet, dass bei einem Angriff der USA und Israels im Zentrum des Iran der Schwerwasserreaktor Chondab (früher Arak) getroffen worden sei. Radioaktives Material sei in beiden Anlagen nicht freigesetzt worden. Die israelische Armee bestätigte die Angriffe.

Merz wirft Trump „massive Eskalation“ vor

21.02 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hat US-Präsident Donald Trump persönlich scharf für sein Agieren im Iran-Krieg attackiert. „Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang“, sagte Merz auf dem „F.A.Z.-Kongress 2026“. „Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle.“

Merz bezweifelte auch, dass ein Sturz der Führung im Iran erreicht werden kann. „Ist das Thema Regime-Change wirklich das Ziel?“, fragte er. „Wenn das das Ziel ist, glaube ich nicht, dass sie das erreichen werden. Das ist meistens schiefgegangen.“ Zuvor hatte US-Präsident Trump Deutschland wegen der ausbleibenden Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus kritisiert.

Mehr als 20 Tote bei Angriffen auf Wohnkomplexe im Iran

19.33 Uhr: Bei Angriffen auf Wohngebiete in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Kurdenprovinz Kermanschah sind Medienberichten zufolge mehr als 20 Zivilisten ums Leben gekommen. In Teheran starben im Stadtviertel Schahr-e Rey zehn Bewohner eines Wohnkomplexes bei einem Raketenangriff der amerikanisch-israelischen Streitkräfte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf einen Feuerwehrsprecher berichtete.

In der Stadt Kermanschah im Westen des Landes wurden dem Gouverneursbüro zufolge mehr als zehn Wohneinheiten angegriffen. 13 Menschen seien ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder und vier Frauen.

FBI-Direktor Kash Patel. (Archivbild)

FBI-Direktor Kash Patel. (Archivbild)

Iran-nahe Gruppe soll Mails von FBI-Chef gehackt haben

18.31 Uhr: Eine Iran-nahe Gruppe soll das private E-Mail-Konto von FBI-Chef Kash Patel gehackt haben. Die Sender CBS und CNN berichteten am Freitag, die Gruppe Handala habe private Fotos und Dokumente von Patel im Internet veröffentlicht. Das FBI und das US-Justizministerium kommentierten die Berichte vorerst nicht.

Auf den von US-Medien veröffentlichten Bildern des Hacks ist Patel unter anderem mit Zigarren zu sehen. „Die sogenannten ‚undurchdringlichen‘ FBI-Systeme wurden innerhalb weniger Stunden von unserem Team in die Knie gezwungen“, schrieb die Gruppe Handala nach Angaben von CBS. Laut CNN stammen die gehackten Mails aus dem Zeitraum 2011 bis 2022. Patel steht seit dem vergangenen Jahr an der Spitze der Bundespolizei.

Israelische Armee rückt weiter im Süden vor

18.01 Uhr: Die israelische Armee rückt mit Bodentruppen weiter im südlichen Libanon vor. Die Truppen seien im Süden acht Kilometer weit von der Grenze ins Landesinnere vorgedrungen, sagte der libanesische Verteidigungsminister Michel Menassa in einer Kabinettssitzung. Die Regierung wolle voraussichtlich eine Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat einreichen.

Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr aus Sicherheitskreisen ebenfalls, dass die israelische Armee weiter vordringe. Demnach waren dort auch israelische Panzer zu sehen. Israels Armee teilte mit, die Truppen hätten in einer Schule im Ort al-Chiam Hunderte Waffen entdeckt, darunter Panzerabwehrraketen, Mörsergranaten und Sprengsätze.

Der Lenkwaffenzerstörer USS Thomas Hudner der Arleigh Burke-Klasse der U.S. Navy startet am 21. März 2026 von einem nicht genannten Ort aus eine Tomahawk-Landrakete zur Unterstützung der Operation Epic Fury.

Der Lenkwaffenzerstörer USS Thomas Hudner der Arleigh Burke-Klasse der U.S. Navy startet am 21. März 2026 von einem nicht genannten Ort aus eine Tomahawk-Landrakete zur Unterstützung der Operation Epic Fury.

G7-Minister fordern Ende von Angriffen auf zivile Ziele

17.37 Uhr: Die Außenminister der G7-Länder haben im Iran-Krieg ein sofortiges Ende von Angriffen auf zivile Infrastruktur gefordert. Überraschend veröffentlichten die Minister der wirtschaftsstarken Demokratien nach ihrem Treffen bei Paris eine gemeinsame Erklärung zum Iran. Es könne keine Rechtfertigung für vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten geben, hieß es in der Mitteilung.

Die Außenminister betonten in der Erklärung auch, dass es aus ihrer Sicht absolut notwendig sei, den freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus dauerhaft wiederherzustellen. Diese müsse sicher und gebührenfrei sein. Die Straße von Hormus, eine für den weltweiten Öl- und Gashandel immens wichtige Transportroute, liegt direkt vor der Küste des Irans. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf die Islamische Republik forderte der Iran Schiffe in der Meerenge per Funk auf, diese nicht zu passieren.

(red/dpa/afp)