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Niedrigwasser
Kölner Rheinpegel steuert auf neues Rekord-Tief zu

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Boote im Kölner Rheinauhafen liegen auf dem Trockenen.

Wegen des momentanen Niedrigwassers liegen viele Boote im Kölner Rheinauhafen auf dem Trockenen.

Geringe Niederschläge und steigende Temperaturen lassen den Rheinpegel in Köln in den nächsten Tagen weiter sinken.

Der Rhein könnte bald so wenig Wasser führen wie noch nie zuvor. Am Donnerstagnachmittag wurde am Kölner Pegel ein Wasserstand von 53 Zentimetern gemessen. Das sind nur neun Zentimeter mehr als der absolute Tiefstwert von 44 Zentimetern, der zwischen dem Abend des 17. August und dem Morgen des 18. August mehrfach registriert wurde.

Der Tagesmittelwert der viertelstündlichen Messungen betrug an diesen beiden Tagen jeweils 45 Zentimeter. Dieses bisherige Rekord-Tief könnte in Kürze unterschritten werden. Laut der aktuellen Vorhersage des Elektronischen Wasserstraßeninformationssystems des Bundes  („ELWIS“) wird der Rheinpegel in Köln bis Freitagabend auf 47 Zentimeter fallen. Am Sonntagmorgen werden 44 Zentimeter erwartet.

Zu wenig Regen, um den Fluss zu füllen

Damit wäre der vor fünf Wochen aufgestellte Negativrekord erreicht. Und einiges spricht dafür, dass diesmal nicht bei 44 Zentimetern Schluss ist. Denn es regnet im Einzugsgebiet des Rheins nicht genug, um den Fluss wieder mit reichlich Wasser zu füllen. Nach den Niederschlägen vom vergangenen Wochenende sind die weiteren Aussichten eher trocken. Die „ELWIS“-Experten schätzen, dass der Pegel bis kommenden Montag auf 42 Zentimeter sinkt.

Wegen des Niedrigwassers ist zurzeit am Rheinufer nahe der Bastei ein Großteil der Steinschüttung vor der Ufermauer zu sehen.

Wegen des Niedrigwassers ist zurzeit am Rheinufer nahe der Bastei ein Großteil der Steinschüttung vor der Ufermauer zu sehen.

„Ein stabiles Hochdruckgebiet über Mitteleuropa sorgt zurzeit dafür, dass die vom Nordatlantik heranziehenden Tiefdruckgebiete nach Skandinavien abgelenkt werden“, erläutert Diplom-Meteorologin Britta Siebert-Sperl vom Wetterdienst Wetterkontor. Zwar könne es in den nächsten Tagen am Ober-, Mittel- und Niederrhein vereinzelt zu Schauern kommen. „Ergiebige Regenfälle sind vorerst aber nicht in Sicht.“ Im Gegenteil. „Anfang kommender Woche bleibt es im Rheintal weitgehend trocken, und die Temperaturen können sommerliche Werte von bis zu 28 Grad am Oberrhein erreichen.“ Damit nehme auch die Verdunstung wieder zu. Eine Wetteränderung hin zu mehr Niederschlägen sei erst ab Anfang Oktober zu erwarten.

Seit Juli herrscht am Rhein Niedrigwasser. Durch die extreme Trockenheit wurde ein acht Jahre alter Negativrekord übertroffen. Der bisherige Tiefststand von 69 Zentimetern stammte vom 23. Oktober 2018, er wurde ab Anfang August 2026 deutlich unterschritten. Das Niedrigwasser schadet sowohl Tieren und Pflanzen im Rhein als auch der Wirtschaft. Weil im Flussbett kaum noch Wasser ist, können Frachtschiffe weitaus weniger Ladung aufnehmen als üblich. In den vergangenen Wochen fuhren sich immer wieder Fracht- und Passagierschiffe auf Kiesbänken fest. Die Köln-Düsseldorfer (KD) als wichtigste Gesellschaft für Personenschifffahrt auf dem Rhein bezifferte den Umsatzverlust allein im August auf fast zwei Millionen Euro.