Für die dritte Ausgabe des Gesprächsformats ist der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am 20. September zu Gast beim Park-Platz-Tag des Stadtgarten-Vereins.
Live-Talk „100 Ideen für Köln“Was Köln zur Schwammstadt fehlt – Diskussion mit Eckart von Hirschhausen

Blick in den Stadtgarten, die älteste öffentliche Parkanlage Kölns (Archivbild)
Copyright: Dirk Borm
Seit Monaten regnet es zu wenig. Der Rhein ist nur noch ein Rinnsal. Und überall in der Stadt haben die Bäume schon mitten im Hochsommer angefangen, ihre Blätter abzuwerfen, als sei es tiefster Herbst. Dieses Jahr hat einmal mehr deutlich gemacht, wie der Klimawandel aussieht und wie er sich anfühlt. Dass er Menschen in einer Millionenstadt besonders belastet, haben vor allem jene Tage gezeigt, an denen die Temperaturen an der 40-Grad-Marke lagen und die Stadt Köln in den Messehallen eine Kälteinsel für bis zu 1000 Menschen einrichtete.
Im vergangenen Jahr hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ im Vorfeld der Kommunalwahlen für die Serie „100 Ideen für Köln“ gefragt, was passieren muss, damit Köln, die viertgrößte Stadt Deutschlands, zukunftsfähig bleibt. Der Beitrag von Eckart von Hirschhausen lautete: „Köln muss eine Schwammstadt werden.“ Der Arzt, Autor, Wissenschaftsjournalist und Gründer der Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“ schrieb: „Im Karneval sind die Kölner fähig, in kurzer Zeit sehr viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dazu sollten sie auch ihre Stadt befähigen. Wir haben eine Jahrhundertaufgabe vor uns – und weniger als ein Jahrzehnt Zeit.“
Wir haben eine Jahrhundertaufgabe vor uns – und weniger als ein Jahrzehnt Zeit.
Was fehlt Köln zur Schwammstadt? Darüber wollen wir bei der dritten Ausgabe unseres Live-Talks „100 Ideen für Köln“ sprechen. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ veranstaltet die Reihe mit Unterstützung der Sparkasse Köln‑Bonn. Dieses Mal sind wir am 20. September (15 Uhr, Christuskirche, freier Eintritt) zu Gast beim Park-Platz-Tag des Vereins Stadtgarten, der sich seit 2024 für „ein umweltgerechtes und enkeltaugliches Veedel samt Park“ einsetzt. Auf dem Podium zu Gast sind Eckart von Hirschhausen, Kölns Umweltdezernent William Wolfgramm, Anja Bierwirth, Leiterin des Forschungsbereichs Stadtwandel am Wuppertal Institut, und Iris Pinkepank, Vorsitzende des Stadtgarten-Vereins.
„Für ein Kältenetz braucht es mehr städtisches Grün“, hatte von Hirschhausen zu seiner Schwammstadt-Idee gesagt. Das ist ganz im Sinne des Stadtgarten e. V., der sich für Kölns älteste Parkanlage und das zugehörige Veedel engagiert. Der Park im Stadtteil Neustadt-Nord wurde ab 1827 angelegt. Im kommenden Jahr feiert er seinen 200. Geburtstag. Genauso alt sind einige der ältesten Bäume im Park, etwa die Morgenländische Platane im Zentrum des Stadtgartens.
Führungen im Kölner Stadtgarten
Über sie, den Park und weitere Bäume im Stadtgarten können Interessierte am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, so manches Detail erfahren. Der Verein Stadtgarten bietet zwei Führungen (11 und 15 Uhr) mit dem Forstwirt Christoph Michels, Autor von „Starke Bäume in NRW“, an. „Die Bäume haben in diesem Jahr extrem zu leiden gehabt“, sagt er. Viele Bäume hätten ihre Blätter nicht nur viel zu früh, sondern teilweise auch noch in grünem Zustand abgeworfen. „Das habe ich so noch nie gesehen“, sagt Michels. Ob und wie die Bäume diesen Hitzesommer überstanden haben, werde sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Manchmal dauere es zwei oder drei Jahre, bis sich der tatsächliche Schaden zeige.
Wer es nicht zu einer der Führungen schafft, sich aber für die Bäume im Kölner Stadtgarten interessiert, findet über den digitalen Baumpfad des Stadtgarten-Vereins viele Informationen. Einfach am Eingang zum Park auf die Schilder des Vereins achten. Der QR-Code darauf führt direkt zur digitalen Baumkarte.