1942 wurde die zum Katholizismus konvertierte Stein nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
150 aus 150Edith Stein war Philosophin und Frauenrechtlerin jüdischer Herkunft

Die Ordensfrau Dr. Edith Stein (undatierte Aufnahme)
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Bedeutung
Edith Stein war eine Philosophin, die sich mit der Phänomenologie beschäftigte. Diese versucht, die Welt zu beschreiben, bevor sie durch Vorurteile, Theorien oder Erklärungen gedeutet wird. Stein studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte. 1916 bis 1918 war sie Assistentin des Philosophen Edmund Husserl in Freiburg, bei dem sie 1917 über das „Problem der Einfühlung“ mit „Summa cum laude“ promovierte. Versuche, sich zu habilitieren, scheiterten an der Ablehnung einer jüdischen Gelehrten.
Im Sommer 1921 las Stein ein Buch über Teresa von Ávila. Daraufhin beschloss sie, nach dem Vorbild der Heiligen aus dem 16. Jahrhundert zu leben. 1922 konvertierte Stein zum Katholizismus. Ab 1923 war sie als Lehrerin tätig und hielt Vorträge über Theologie und Pädagogik. 1932 erhielt sie eine Dozentenstelle am Institut für wissenschaftliche Pädagogik in Münster, verlor sie aber aufgrund ihrer jüdischen Herkunft schon im April 1933. Kurze Zeit später trat sie in das Kloster der Karmeliterinnen in Lindenthal ein, wo sie als Schwester Teresia Benedicta a Cruce 1935 das Gelübde ablegte.
Nach der Pogromnacht im November 1938 siedelte sie nach Echt in den Niederlanden in das dortige Kloster um. Anfang August 1942 wurde sie als Jüdin mit ihrer ebenfalls konvertierten Schwester Rosa nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Kardinal Josef Frings eröffnete 1962 den Prozess der Seligsprechung. Diese erfolgte nach 25 Jahren durch Papst Johannes Paul II. bei einer Messe im Müngersdorfer Stadion. Elf Jahre später folgte die Heiligsprechung, 1999 die Erhebung Steins zur „Mitpatronin Europas“.
Edith Stein
Geboren: 12. Oktober 1891 in BreslauGestorben: 9. August 1942 in Auschwitz
Wirken in Köln
Im Kölner Kloster entstand ihr Hauptwerk „Endliches und ewiges Sein". Stein erklärt darin ihre Sicht, wie das vergängliche Leben des Menschen und das ewige Sein zusammenhängen: Das menschliche Dasein sei nicht nur auf den Tod ausgerichtet, sondern auf etwas Bleibendes und Sinnstiftendes.
Bemerkenswert auch
Im Ersten Weltkrieg arbeitete Stein fünf Monate in einem Seuchenlazarett.
Spuren in der Stadt
In Köln erinnern drei Stolpersteine und ein Denkmal an Edith Stein. Das Edith-Stein-Archiv verwahrt ihr schriftliches Erbe und ist Forschungseinrichtung.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.