Höhere Einnahmen des Wohnungsunternehmens resultieren auch aus gestiegenen Mieten für Kölner: Der GAG gehören rund 46.000 Wohnungen in der Stadt.
328 fertiggestellte Wohnungen in 2025GAG verzeichnet wieder 40 Millionen Euro Gewinn

Das Wohnungsbauprojekt in der Sechtemer Straße in Raderberg war das größte des Unternehmens 2025, das fertiggestellt wurde. (Archivbild)
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Die GAG hat im Jahr 2025 einen Gewinn in Höhe von 39,9 Millionen Euro erzielt, wie das überwiegend in städtischer Hand befindliche Wohnungsunternehmen am Dienstag bekanntgab. Die GAG ist Kölns größte Vermieterin, ihr gehören 46.279 Wohnungen (Stichtag 31. Dezember 2025). Das sind 114 mehr als ein Jahr zuvor – obwohl die GAG 328 neue Wohnungen 2025 fertigstellte. Doch das Unternehmen reißt auch alte Wohnungen ab. Vorständin Anne Keilholz sagte: „Wenn wir abreißen, entsteht danach immer mehr Wohnraum.“
So zum Beispiel an der Kieler Straße – eins von vier Neubauprojekten, die fertig wurden. 40 Wohnungen baute die GAG in Mülheim neu, dadurch sei an der Adresse 50 Prozent mehr Wohnfläche entstanden. Dazu sind 25 neue Wohnungen in der Wiesdorfer Straße in Stammheim, 108 im „Baufeld 12“ in Kalk und 211 beim größten fertiggestellten Neuprojekt der GAG im Vorjahr: Dem Wohnblock „Secht M“ in der Sechtemer Straße in Raderberg mit dem weithin sichtbaren 15-geschossigen Hochhaus am Rand der Parkstadt Süd.
328 Wohnungen im Vorjahr fertiggestellt
Das Projekt stand in der Kritik, als die ersten Wohnungsinserate vor einem Jahr online gingen, in denen die GAG einen Teil der Wohnungen zu Mieten weit über dem Mietspiegel anbot. Als städtisches Wohnungsbauunternehmen hat sie aber laut Satzung auch eine soziale Verantwortung. Sie baut neben Wohnungen mit teils sehr hohen Mieten auch viele im mietgünstigeren geförderten Sektor, auch im Projekt in der S„Secht M“. Das heißt, es gibt zinsgünstige Kredite für den Bau, im Gegenzug sind die Mieten niedriger. Von den im Vorjahr 328 fertiggestellten Neubauten waren 189 gefördert, 139 frei finanziert. Die GAG führte 253 geförderte und 24 frei finanzierte Großmodernisierungen zu Ende.
Zum Jahresende 2025 befanden sich 899 Wohnungen im Neubau, davon 774 öffentlich gefördert und 125 frei finanziert. Daran lässt sich ablesen, wie viele Projekte im laufenden und den kommenden Jahren fertig werden. Zum Beispiel 80 in der Gummersbacher Straße in Deutz als Ersatz für dortigen Altbestand. Dazu sind 705 GAG-Wohnungen in der Modernisierung, 487 gefördert und 218 frei finanziert. Zum Beispiel in der Stockholmer Allee in Chorweiler. Das ist das zweite von drei Sanierungsprojekten der GAG im Chorweiler Zentrum, wo die GAG 2016 insgesamt 1200 berüchtigte, marode Wohnungen gekauft hat und seitdem umfassend erneuert.
Mieten der GAG weiter gestiegen
Vor allem durch die Neubauten, Modernisierungen, durch Fluktuation und über Mieterhöhungen nach dem gestiegenen Mietspiegel hat die GAG erneut Mehreinnahmen über Mieten verzeichnet: 11,2 Millionen Euro. Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter der GAG-Wohnungen ist damit von 7,83 Euro auf 8,08 Euro gestiegen. In frei finanzierten Wohnungen beträgt sie 8,87 Euro pro Quadratmeter im Schnitt, in den öffentlich geförderten 6,31 Euro pro Quadratmeter.
Investitionen tätigte die GAG 2025 erneut weniger als geplant und weniger als in den Vorjahren: 166 Millionen Euro (185 Millionen 2024). Angedacht waren 235 Millionen Euro für 2025, doch wie schon im Vorjahr sagte Keilholz: „Da ist nichts gestrichen, das sind Projekte, die sich in die Zukunft verschieben.“ Als Beispiel nannte sie ein Wohnungsprojekt in der Bunsenstraße in Buchforst, das sich zuletzt wegen einer komplexen Kampfmittelsondierung verzögert hätte. An anderen Stellen hake es etwa an verzögerten Baugenehmigungen. Sie rechnet entsprechend im laufenden und den kommenden Jahren wieder mit höheren Summen bis zu 250 Millionen Euro. Die GAG investiere konstant und habe das auch in den für die Baubranche schwierigen zurückliegenden zehn Jahren durchgezogen, betonte Keilholz.
GAG schüttet 16 Millionen des Gewinns aus – Großteil an die Stadt
Der Hauptversammlung der Aktionäre, die am Freitag stattfindet, schlägt der Vorstand vor, rund 16 Millionen Euro des Gewinns von 39,9 Millionen auszuschütten – ein Euro pro Aktie. Der Großteil geht dann an die Stadt Köln, die einen Anteil von mehr als 88 Prozent hält. Bis 2024 hatte die Dividende bei 50 Cent pro Aktie gelegen, bis die Stadt Köln auf der Hauptversammlung im Vorjahr durchsetzte, sie zu verdoppeln und von acht auf 16 Millionen Euro zu erhöhen. Keilholz widerstrebt das nach wie vor, sie sagte: „Wir verstehen, dass die Stadt Köln in einer finanziell schwierigen Lage ist, aber wenn wir mehr Dividenden zahlen, bauen wir weniger Wohnungen.“

GAG-Vorständin Anne Keilholz und Interimsvorstand Christian Eiff
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Im Mai hatte das Unternehmen überraschend mitgeteilt, dass Anett Barsch zum Ende des Monats nach nur einem Jahr den Vorstand verlässt. „Grund für das Ausscheiden sind unterschiedliche Vorstellungen über die operative und strategische Ausrichtung des Unternehmens“, hieß es. Auf sie ist Anfang des Monats Christian Eiff als Interimsvorstand gefolgt. Der 50-Jährige kam 2008 als Leiter der Stabstelle Interne Revision zur GAG.