Abo

34-JährigerKitesurfer stirbt nach Unfall am Rhein

2 min

Symbolbild Rheinufer

Köln – Spaziergänger gehen am Rhein entlang, die Sonne scheint und Hunde spielen im Wasser – am Rheinufer bei Worringen erinnerte gestern Nachmittag kaum etwas an das Drama vom Dienstagnachmittag. Nur liegen gebliebene Kleidungsstücke sind noch stumme Zeugen eines tragischen Unglücks an Rheinkilometer 709.

Bei Vorbereitungen auf einen Ausflug am Rhein hat sich ein Kitesurfer (34) aus Dormagen mit den Schnüren seines eigenen Lenkdrachens stranguliert. Die erlittenen Verletzungen waren so gravierend, dass der Mann später im Krankenhaus starb. Gegen 15 Uhr wollte der 34-Jährige mit dem sportlichen Vergnügen starten, legte die Ausrüstung und den Lenkdrachen am Ufer ab – als plötzlich eine kräftige Windböe den Drachen erfasste und den Mann in die Höhe zog.

Nach Augenzeugenberichten und Ermittlungen der Polizei wurde der 34-Jährige mehrmals in die Luft gewirbelt. Seinen Drachen habe der Kitesurfer dabei nicht mehr unter Kontrolle bringen können. Tragisch: Das Seil des Kite wickelte sich um den Hals des Mannes und fügte ihm „starke Strangulationsverletzungen“ zu, wie die Behörden gestern mitteilten. Ob der Mann auf einer großen Wiese am Rhein mit dem speziellen Lenkdrachen trainieren wollte, oder ob er auf das Wasser wollte, konnten die Behörden zunächst nicht sagen.

Eine Spaziergängerin sah das Drama

Der 34-Jährige soll durch die Windböe etwa 100 bis 200 Meter durch die Luft geschleudert worden sein und dabei zum Teil eine Höhe von 15 Metern erreicht haben. Aus dieser Höhe stürzte er schließlich auf den Boden. Ob der Mann schon eine Schutzkleidung angezogen hatte, konnte die Polizei noch nicht abschließend klären. Der Kitesurfer war am Dienstagnachmittag alleine am Ufer unterwegs. Nur eine Spaziergängerin, die mit ihrem Hund spazieren ging, sah das Drama und rief über den Notruf die Feuerwehr.

Unter dem Einsatzstichwort: „Abgestürztes Fluggerät“ fuhr die Feuerwehr mit einem Großaufgebot zum Unfallort und kümmerte sich sofort um den Verunglückten. Auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt, um den Verletzten von dem unwegsamen Gelände rasch in eine Klinik zu bringen. Kölns Leitender Notarzt Prof. Dr. Alex Lechleuthner teilte mit, der Mann habe durch das Unglück schwerste Verletzungen erlitten, aber vor Ort noch gelebt.

Das tragische Unglück geht dem erfahrenen Notarzt nahe: „Es ist eine schreckliche, ungewöhnliche Geschichte. Ich habe so etwas in meiner Dienstzeit noch nicht erlebt“, sagte Lechtleuthner der „Kölnischen Rundschau“.

Den Rhein zum Kitesurfen zu nutzen, ist nach Polizeiangaben grundsätzlich erlaubt, allerdings nur in einigen Bereichen. Verboten ist das Kitesurfen an Hafenausfahrten und besonders stark befahrenen Gebieten des Flusses.