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Appell für GesamtschuleCDU verzögert Beschluss über Umwandlung von Realschulen

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Schule

Symbolbild

Köln – Wer gehofft hatte, dass es endlich Grünes Licht gibt für die Einrichtung einer nötigen neuen Gesamtschule für den Stadtbezirk Lindenthal (durch Umwandlung zweier Realschulen), der sah sich gestern im Schulausschuss wieder enttäuscht. Über das „Wie“ gab es ein politisches Ringen mit der CDU, es knirschte im „Koalitionsgebälk“. Beschluss vertagt.

Aber es eilt. Die Verwaltung schlägt vor, die Gesamtschule im Stadtbezirk zum Schuljahr 2019/20 an den Teilstandorten der jetzigen Elsa-Brändström-Realschule Berrenrather Straße, renommierte NRW-Sportschule, und der Ernst-Simons-Realschule Alter Militärring einzurichten. Sie liegen weiter auseinander, aber beide begrüßen die Dependance-Lösung.

Grünen schlugen als Kompromiss vor

Der von der CDU angemeldete Beratungsbedarf wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Grünen schlugen als Kompromiss vor, die Vorlage ohne Votum bis zu einer Sondersitzung vor der Ratssitzung am 27. September zu schieben. Dafür sprachen sich SPD, Grüne, Linke, FDP und ein Mitglied der CDU aus, Ausschussvorsitzender Dr. Helge Schlieben (CDU) enthielt sich.

Hintergründe der Zurückhaltung sind offenbar unter anderem die größere Entfernung der Realschulen und Widerstände innerhalb der CDU in der Bezirksvertretung Lindenthal. Auch wenn alle beteuerten, die Gesamtschule am Standort Berrenrather Straße zu wollen.

„Bringen Sie die Gesamtschule jetzt auf den Weg! Uns fehlt die Zeit, wir können nicht immer wieder diskutieren!“, beschwor Bildungsdezernentin Dr. Agnes Klein den Ausschuss. „Seit über einem Jahr liefern wir Ihnen Fakten, beantworten Fragen, prüfen und prüfen – und haben jetzt eine Lösung! Es sollten nicht alle Themen zwischen unterschiedlichen Interessen zerrieben werden.“

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Die Gesamtschule könnte 2019 in „horizontaler“ Aufteilung an der Berrenrather Straße beginnen, sie bliebe bis zur Schließung im Verbund NRW-Sportschulen. Die höheren Stufen kämen zum Alten Militärring. Beide Realschulen würden wegen niedriger Anmeldezahlen ab 2019 auslaufend schließen.

Die Leiterin der Brändström-Realschule, Beate Weisbarth, schilderte eindringlich, wie wichtig das Votum der Politik ist: „Wenn wir hier keine Gesamtschule gründen, fahren Sie auch die Realschule und die NRW-Sportschule vor die Wand.“ Die Entfernung sei kein Argument: Schon jetzt würden Schüler weit zu Trainingsstätten in Müngersdorf fahren. Ihr Traum sei eine dreizügige Gesamtschule gewesen. Aber das lehnte das Land ab.

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