- Beamte der Stadt Köln in Bauaufsichtsbehörden klagen über die zu große Arbeitsbelastung.
- Stephan Keller, Stadtdirektor, will von diesen Vorwürfen nichts hören.
- „Das hat mit der Realität nichts zu tun“, so Keller.
Köln – Nach anonymen Klagen von Mitarbeitern der städtischen Gebäudewirtschaft (Amt 26), des Bauaufsichtsamts (Amt 63) und des Amts für Straßen und Verkehrsentwicklung (Amt 66) über Arbeitsüberlastung (wir berichteten) hat Stadtdirektor Stephan Keller die Vorwürfe im Verwaltungsausschuss des Stadtrats zurückgewiesen.
Sie hätten „mit der Realität wenig zu tun“, sagte Keller bei einer von CDU und Grünen einberaumten Aktuellen Stunde. Für anonyme Briefe habe er kein Verständnis. Die Stadtverwaltung habe eine Fülle von Diskussions- und Beteiligungsforen eingerichtet, in denen jeder Mitarbeiter Kritik äußern könne, ohne Repressalien befürchten zu müssen.
Stadt Köln: 2019 1900 neue Mitarbeiter eingestellt
Keller verwies auf die Feuerwehr, wo es „nach erheblicher Unruhe“ in der Belegschaft gelungen sei, einen Prozess zu starten, „der inzwischen deutlich Früchte trägt“ und belege, dass man Missstände offen ansprechen könne. Es treffe zu, dass die Personalnot in technischen Berufen „die bauenden Ämter der Stadt“ vor Probleme stelle. Anders als behauptet, gebe es aber „keine dramatischen Krisensituationen, die wir nicht mehr handhaben könnten“.
2019 habe die Stadt 1900 Mitarbeiter eingestellt, darunter 300 Auszubildende – so viele wie nie. „Das ist eine Leistung, die muss uns erst einmal jemand nachmachen“, so Keller.
Mitarbeiter der Bauaufsicht unterdurchschnittlich produktiv
In den drei erwähnten Ämtern 26, 63 und 66 habe man binnen drei Jahren 370 neue Stellen geschaffen, von denen 320 auch besetzt werden konnten. Keller räumte ein, dass 40 Mitarbeiter der Bauaufsicht (Amt 63) gemeinsam eine Überlastungsanzeige gestellt hätten, plus drei weitere Einzelpersonen.
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Man habe sich daraufhin dort die Überstundensituation genau angeschaut. Mit 0,05 Überstunden pro Mitarbeiter im vergangenen Jahr liege das Amt 63 deutlich unter dem stadtweiten Durchschnitt von 15 bis 20 Stunden. Die Bauaufsicht werde derzeit von der Gemeindeprüfungsanstalt NRW (GPA) untersucht, dabei habe man festgestellt, dass die Produktivität der Mitarbeiter im Vergleich zu anderen Kommunen in NRW unterdurchschnittlich sei. Als Gründe dafür nenne die GPA nicht Personalnot, sondern „Prozesse und Strukturen“.
Baudezernent Markus Greitemann wies auch im Namen von Verkehrsdezernentin Andrea Blome anonym erhobene Vorwürfe zurück, sie würden sich nicht um die Nöte der Mitarbeiter kümmern. In der Bauaufsicht sei die Belastung hoch, dies zu ändern, sei bereits Gegenstand interner Untersuchungen. Es gebe „massive Rückstände“ aus der Vergangenheit abzuarbeiten, als die Personalnot größer war. Das belaste die Mitarbeiter, die immer wieder mit unzufriedenen Kunden konfrontiert seien. Man überlege auch, wie man die Prozesse verschlanken könne.



