Abo

„astrein“ im Guide MichelinEin neuer Stern am Kölner Gastro-Himmel

3 min

  1. Insgesamt 48 Sterne-Restaurants gibt es jetzt in Nordrhein-Westfalen.
  2. Ein neuer Stern am Himmel der Gourmets strahlt nun auch in Köln neu: Das „astrein“
  3. Wir haben den frisch gebackenen Sternekoch Eric Werner besucht.

Die frohe Botschaft kam übers Handy. Eine Glückwunsch-Nachricht. Bis dahin wusste Eric Werner noch nichts über die Neuigkeiten. Ein Michelin-Stern. Nicht sein erster, aber der erste für sein erstes eigenes Restaurant. Ab sofort darf das „astrein“ auf der Krefelder Straße sich Stern-Restaurant nennen. „Wir haben nicht unbedingt damit gerechnet“, sagt Werner. „Wir haben uns sehr gefreut.“ Dass das Küchenteam im „astrein“ auf Sterne-Niveau kocht, hatten Gäste schon mehrfach geäußert. Nun ist es offiziell.

Das „astrein“ gibt es seit August letzten Jahres. Vorher kochte Werner, als jüngster Sternekoch Deutschlands, im Essener „Résidence“. Als Küchenchef holte er später einen Stern in das „Himmel un Äd“ im Kölner Hotel am Wasserturm.

Ein lang gehegter Traum

Als das Restaurant dicht machte, war der Zeitpunkt gekommen, sein eigenes Projekt anzugehen. Mit dem „astrein“ erfüllte er sich diesen lang gehegten Traum. „Die Gäste mögen das Restaurant. Hier herrscht viel Leben. Es ist ein bisschen quirliger und lauter als in anderen Restaurants“, erklärt der Chef. „Das macht den Charme aus.“ Das liegt auch an der offenen Küche. Nicht selten kommt es vor, dass die Gäste mit den Köchen ins Gespräch kommen.

Verändern wird sich im „astrein“ auch mit Michelin-Stern nichts. Der Koch versichert: „Es wird keine Preiserhöhung geben und unsere Lebensmittel werden weiterhin absolute Spitzenqualität haben. Die ist für Werner der wichtigste Bestandteil eines funktionierenden Restaurants. Klassiker gibt es dort nicht. „Wir haben sehr viel Bewegung in unseren Menüs“, sagt Werner.

Eric Werner, Chef des „astrein“, in der offenen Küche.

Wöchentlich gibt es neue Gerichte, manchmal sogar einen kompletten Kartenwechsel. Das Küchenteam kocht nach Jahreszeiten. „Jetzt kommt so langsam der Frühling. Dann gibt es wieder Bärlauch und auch der erste grüne Spargel aus Frankreich wird bald da sein.“ Für die Stammgäste, von denen es ein halbes Jahr nach der Öffnung schon einige gibt, hat das Restaurant so immer wieder neue Überraschungen im Angebot. „Den Gästen soll nicht langweilig werden“, sagt Werner. Die Menschen, die ins „astrein“ kommen, seien „wie du und ich“, nach einem halben Jahr könne man die Kundschaft noch nicht einordnen. Auch das käme mit der Zeit.

Mittagstisch als gesunde, schnelle Küche

Am Tag nach der Stern-Auszeichnung finden sich pünktlich um 12 Uhr die ersten Gäste ein. Bunt gemischt, vom Anzugträger bis zur leger gekleideten jungen Frau. Der Drei-Gang-Mittagstisch kostet 29 Euro, auf der Karte steht ein Salat mit weißem Radicchio, Karotten, Gelbe Beete und gebeiztem Saibling, zum Hauptgang gibt es Wildreisgemüse mit gebratenem Merlan, das Dessert ist ein Mandel-Walnuss-Dacquoise mit weißem Schokomus und Birne. Der Mittagstisch wechselt täglich, zu 70 Prozent gibt es im Hauptgang Fisch. „Wir kaufen tagesfrisch ein, telefonieren mit den Fischlieferanten und fragen, was sie uns am nächsten Tag liefern können. Dann stellen wir unser Menü zusammen.“ Der Mittagstisch sei eine gesunde, schnelle, vitalisierende Küche. Und satt werden die Gäste auch. „Die Portionen sind manchmal sogar eher etwas zu groß.“

Lockere Atmosphäre zeichnet das Lokal aus.

Abends gibt es ein Vier- bis Sieben-Gänge-Menü, entweder mit Fleisch und Fisch oder vegetarisch. Kostenpunkt: 89 bis 119 Euro. Alle Gänge können auch einzeln bestellt werden. Mit dem Konzept soll es weitergehen. „Wenn man ein eigenes Restaurant eröffnet, dann hört man damit nicht nach ein, zwei Jahren einfach wieder auf“, sagt Werner. „Das ist wie ein Bausparvertrag.“

„astrein“, Krefelder Str. 37, Dienstag bis Samstag, 12 bis 14.30 Uhr und 18 bis 21.30 Uhr.