Köln – Jeder Rheinländer kennt sie, und zur Session verfallen tausende Jecken ihrem verführerischen Geschmack: die Mutzenmandel. Das kalorienreiche Mürbeteig-Gebäck in der charakteristischen Mandel- oder Tropfenform wird traditionell von Silvester bis Karneval genascht, und in dieser Zeit von unzähligen Bäckern und Konditoren hergestellt. Doch wer macht die besten Mutzenmandeln in Köln, und welche schmecken nicht?
Diese Frage beschäftigte auch Heiner Jacobs von Slow Food in Köln, so dass er kurzerhand circa 30 Mitglieder in die Konditorei Schlechtrimen in Kalk einlud, um die Erzeugnisse von 20 verschiedenen Mutzenmandel-Produzenten zu testen – vom einzelnen Bäckereibetrieb bis hin zum Massenprodukt aus dem Supermarkt.
Bewertet wurden am Samstag ganz subjektiv das Aussehen, der Geruch, die Haptik sowie natürlich der Geschmack. So nahm man also Platz an langen Tischen, brach die Mutzenmandeln entzwei und schnüffelte und kostete an den Waren. „Wenn der Teig von innen hell und relativ hart ist, dann ist das kein gutes Zeichen“, sagt Bäckermeister Eberhard Schlechtriemen. Dann seien gehärtete Fette verwendet worden. Und die typische giold-gelbe Farbe muss natürlich auch sein.
Wahlweise verfeinern Bäcker den Mürbeteig für die Mutzenmandeln mit Puderzucker, Rosenwasser, Rum oder Marzipan. Nach dem Ausrollen wird aus dem Teig mit Ausstechern die charakteristische Tröpchen- oder Mandelform produziert – und dann kommen die guten Stücke für einige Minuten ins heiße Fett. Die leichten Gebäckstücke können sich nach dem Verzehr durchaus als schwere Kost erweisen. „Ich fühle mich voll, das war schon ziemlich fettig“, musste Luke Born zugeben. Der 15-Jährige fand nur zwei Produkte wirklich gut.
Zur Herkunftsgeschichte der Kalorienbombe gibt es recht wenig Quellen. Im für die Kölner Kulturgeschichte so wichtigen „Buch Weinsberg“ beispielsweise wird die Mutzenmandel gar nicht erwähnt. Das älteste Rezept, das Jacobs hat auftreiben können, stammt von 1809 und steht im „Rheinischen Leckerfress“ von Hermann Jung, wo das Gebäck in einem Nebensatz respektlos als „Nonnenfürzchen“ tituliert wird.
Am Ende gab es zwar mit der Bäckerei Zimmermann an der Ehrenstraße einen deutlichen Sieger. Auf dem zweiten Platz landeten „Printen Schmitz“ an der Breite Straße, gefolgt von der Bäckerei Balkhausen an der Apostelnstraße. Unter den ersten zehn Plätzen fand sich mit „Schmitz-Nittenwilm“, dessen Produkt auf dem fünften Platz landete, ein Großbetrieb. Das Produkt des Gastgebers „Schlechtrimen“ landete auf dem vierten Platz. Für die Tester stand am Ende der zweistündigen Arbeit fest: „Wir sind gerüstet für die Tollen Tage.“