Abo

AutomatensprengerBande aus Holland soll in Köln sechsstellige Beträge erbeutet haben

2 min

Verwüstet: Durch die Sprengung der Geräte entstand ein hoher Sachschaden. Die Täter entkamen mit rund 100.000 Euro.

Köln – Das Landgericht verhandelt seit Dienstag gegen eine mutmaßliche Bande von Geldautomatensprengern. Den sechs Männern und einer Frau im Alter zwischen 24 und 43 Jahren, die alle aus den Niederlanden stammen, legt die Staatsanwaltschaft insgesamt drei vollendete Taten, zwei Versuche und die Vorbereitung von zwei weiteren Automatensprengungen zur Last. Zudem wird einigen Angeklagten Beihilfe vorgeworfen. Sie sollen Fluchtfahrzeuge, Garagen sowie Unterkünfte organisiert haben.

In den frühen Morgenstunden des 5. Juli 2016 sollen zwei Angeklagte einen Automaten der Sparda Bank in Gremberghoven mit einem Gasgemisch gesprengt und so 130 400 Euro erbeutet haben. Sachschaden in dem Fall: 50 000 Euro. Nach der Sprengung flohen die Täter mit einem Motorroller, der auch bei anderen Taten zum Einsatz gekommen sein soll. Am 7. Februar 2017, diesmal nutzten die Täter einen Audi A6 als Fluchtfahrzeug, sollen sie erneut in Köln zugeschlagen haben. An einer Tankstelle in Rath-Heumar explodierte ein Geldautomat der ING-Diba-Bank. Beute: 160 000 Euro.

Den größten Coup soll die Bande aber in Essen gelandet haben. Dort sollen die Täter am 17. Dezember 2016 die Summe von 320 300 Euro erbeutet haben. Bei einer Tat eine Woche zuvor in Hagen mussten sie hingegen ihre Beute zurücklassen. Nach erfolgreicher Sprengung wurden sie von einer Polizeistreife überrascht und ergriffen zu Fuß die Flucht.

Zu Prozessbeginn unterbreitete die 14. Große Strafkammer einen Verständigungsvorschlag. Gegen umfassende und glaubhafte Geständnisse stellte die Kammer je nach Tatbeitrag Freiheitsstrafen zwischen sechs und siebeneinhalb Jahren sowie 22 Monaten, und zwei Jahren und zehn Monaten in Aussicht. Der Prozess wird am 8. Januar fortgesetzt.