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Bahn erleidet TotalausfallZweieinhalb Stunden Stillstand am Kölner Hauptbahnhof

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Eine deutschlandweite Störung bei der Bahn legte auch den Zugverkehr in Köln lahm. So war die Lage am Dienstag am Hauptbahnhof.

Ab 21.59 Uhr ging bei der Deutschen Bahn plötzlich gar nichts mehr. „Aufgrund eines Ausfalls des Zugfunkes ist der Zugbetrieb bundesweit eingestellt“, hieß es in einer Fahrgastinformation am späten Dienstagabend (23. Juni 2026).

Weil der Bahnfunk zusammengebrochen war, konnte kein Zug mehr fahren, weitere Informationen gab es zunächst kaum. Wer auf die Bahn angewiesen war, wusste lange nicht, wie es weitergehen sollte. Zweieinhalb Stunden nach den ersten Informationen über den Ausfall rollte der Betrieb über die hochgefahrenen Notfallsysteme schließlich wieder an.

Lange Schlangen in der Eingangshalle am Hauptbahnhof

Trotz der chaotischen Lage ergab sich am Kölner Hauptbahnhof ein entspanntes Bild. Der Feierabendverkehr hatte sich zum Beginn der Störung ohnehin längst gelegt, entsprechend ruhig war es auf den Bahnsteigen.

Eine S-Bahn stand leer und mit ausgeschalteter Beleuchtung auf Gleis 11, der Lokführer saß geduldig in seiner dunklen Kabine. In anderen Regionalzügen warteten zunächst noch Passagiere und hofften auf ein schnelles Ende der Störung.

Kurz darauf wurden alle Fahrgäste dann in Durchsagen gebeten, die Bahnsteige zu verlassen und sich in die Eingangshalle zu begeben. Spätestens hier fürchteten die allermeisten, dass so bald nichts mehr ins Rollen kommen würde.

In der Halle hatten sich schnell rund 200 Personen versammelt, warteten in langen Schlangen vor der DB-Information. Dort wurden von Bahn-Mitarbeiterinnen Hotel- und Taxigutscheine ausgestellt. Weil im engen Kabuff allerdings nur Platz für gerade mal drei Schalter war und jeder Fall individuell geklärt wurde, ging es quälend langsam voran.

Bahn nimmt Betrieb ab 0.30 Uhr wieder auf

Trotz der Geduldsprobe bei schwülwarmen Temperaturen war die Atmosphäre in der Halle überraschend ruhig: kein chaotisches Gewusel rund um den Bahn-Schalter, keine hitzigen Diskussionen mit den Mitarbeitenden der Bahn und kein Gedrängel in der Schlange, die bis zu den Ausgängen reichte. Höchstens in Telefonaten wurde der Frust über den Totalausfall hier und da kurz deutlich.

„Wow, das hätten wir jetzt nicht erwartet“, freuten sich die Mitglieder einer jungen Reisegruppe sogar, als die Bahn-Mitarbeiterin die Hotel-Voucher überreichte. Zwei Männer, die an diesem Abend in Köln strandeten, schilderten am Schalter auf Englisch ihre Lage und holten sich ebenfalls ihre Gutscheine für die Nacht ab. 

Wer bis 0.30 Uhr noch nicht bis nach vorne durchgekommen war, durfte sich immerhin über die Entwarnung aus dem Krisenteam der Bahn freuen: Die Ursache der Störung war gegen Mitternacht identifiziert worden. Nach insgesamt 150 Minuten Stillstand verlagerte sich die Betriebsamkeit aus der Eingangshalle wieder auf die Bahnsteige.

Bahn nennt Grund für den Ausfall

Danach lief der Verkehr am frühen Morgen Schritt für Schritt weiter an. Ursache für den bundesweiten Ausfall war aus Sicht der Deutschen Bahn der planmäßige Tausch einer technischen Komponente beim Zugfunksystem GSM-R. „Wie es dadurch genau zu der Störung kam, analysieren wir nun mit höchster Priorität“, teilte der Chef der für die Infrastruktur zuständigen DB InfraGo, Philipp Nagl, mit.

Weitere Details, etwa zur Art der technischen Komponente, wurden zunächst nicht bekannt: „Wir entschuldigen uns in aller Form bei unseren Kundinnen und Kunden für die Einschränkungen."

NRW-Verkehrsminister Krischer äußert scharfe Kritik

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) kritisierte die Bahn scharf. „Das macht mich fassungslos. Dass durch einen technischen Defekt der komplette Bahnverkehr in Deutschland zum Erliegen kommt, ist ein neuer Tiefpunkt bei einer ohnehin schwachen Betriebsqualität“, sagte Krischer der Deutschen Presse-Agentur.

„Ich erwarte, dass die Bahn diesen Vorfall transparent und lückenlos aufklärt. Es kann nicht sein, dass wegen des Ausfalls eines Systems Zehntausende Menschen die Nacht in Zügen und Bahnhöfen verbringen müssen“, sagte er. Der NRW-Minister äußerte auch Kritik am Notfallmanagement der Bahn. „Hier braucht es Notfallmechanismen, die ein solches Desaster in Zukunft vermeiden. Menschen verlassen sich darauf, mit der Bahn wenigstens einigermaßen pünktlich ans Ziel zu kommen.“