Köln – Die Ukraine brauche mehr Waffen von Deutschland. Das ist die Hauptbotschaft von Iwan Fedorow, Bürgermeister der unter russischer Besatzung stehenden Stadt Melitopol, die er der Presse im Historischen Rathaus in Köln vortrug. Am Wochenende empfing Oberbürgermeisterin Henriette Reker Fedorow und die beiden Abgeordneten des ukrainischen Parlaments Maria Mezentseva und Olena Khomenko.
Fedorow bittet bei Besuch erneut um Waffen
Im März wurde Fedorow kurzzeitig entführt, Reker setzte sich daraufhin für seine Freilassung ein. Jetzt ist er mit der von Präsident Selenskyj autorisierten Delegation unterwegs, um für weitere Unterstützung für die Ukraine zu werben. Die ukrainischen Vertreter waren bereits in Rom, Brüssel, Den Haag, Berlin und Düsseldorf. Für Fedorow ist klar: „Um Putins Genozid zu stoppen, brauchen wir jetzt sofort schwere Waffen, auch von Deutschland.“
Die Delegation wirbt allerdings nicht nur für Waffenlieferungen. Die Abgeordnete Maria Mezentseva erhofft sich, dass die europäischen Staaten kein russisches Öl mehr importieren. „Jeder Cent, den Russland mit Öl verdient, wird dazu genutzt unschuldige Ukrainer zu töten“, sagt sie.
Für Reker war der Besuch der ukrainischen Delegation bewegend. „Maria hat mir erzählt, dass heute Nacht ihr Haus zerstört wurde. Das geht mir nahe, viel mehr, als wenn man nur die Bilder im Fernsehen sieht“, sagte sie. Für sie sei der Besuch keine Politik gewesen, sondern ein Akt reiner Menschlichkeit. (wer)
