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Besonderer Rahmen196 Kinder mit Rheinwasser getauft

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196 Kinder wurden mit dem Rheinwasser getauft.

Köln – Eine evangelische Massen-Taufe am Rhein, mit Wasser aus dem Fluss, umrahmt von einem unterhaltsamen Bühnenprogramm – ist das mehr Show als heiliger Ernst? „Nein, ich glaube, dass viele Menschen Sehnsucht haben nach Buntheit und Leichtigkeit der Kirche und des Glaubens, und das können wir hier leben und zeigen“, meint Pfarrer Klaus Völkel von der Gemeinde Dellbrück-Holweide. „Vielfalt feiern“ ist das Motto der Tauffeier, die am Samstag 3100 Besucherinnen und Besucher auf die Wiese im Rheinpark neben dem Tanzbrunnen zieht.

Kristina L. ist mit ihrem Sohn (6), ihrer Tochter (8), Großeltern, Eltern, Schwestern, Cousins, Cousinen und natürlich mit einem Paten und einer Patin für die Kinder gekommen. Die Tauf-Gesellschaft hat es sich auf großen Picknick-Decken gemütlich gemacht und genießt die mitgebrachten Imbiss-Leckereien. Natürlich, wie in der Einladung des Kirchenverbandes „Evangelisch Leben in Köln und Region“ empfohlen, aus umweltfreundlichen Haushaltsbehältern.

Besonderer Rahmen überzeugt

„Als Dank für meine Kinder und Bekenntnis, dass ich sie im christlichen Glauben großziehen werde, nehme ich teil“, sagt die junge Mutter. Der „besondere Rahmen“, in dem das Sakrament gespendet wird, habe sie überzeugt, Sohn und Tochter nun unter dem Dach der Gemeinde an ihrem Wohnort taufen zu lassen. „Ich habe meine Kindheit in Refrath verbracht und bin noch dorthin orientiert, aber der Pfarrer in Dellbrück ist cool“, meint Kristina lachend.

Stark vertreten ist die Gemeinde Klettenberg. Einer der jüngsten Täuflinge ist Samuel, der im November zwei Jahre alt wird. „Wir wollten ihn sowieso um diese Zeit taufen lassen und dachten, dass diese Feier jetzt am Rhein ein schöner Rahmen ist“, erzählt Mutter Heike Groß. Um dabei zu sein, hat Oma Angelika von den vielen Angehörigen, die gekommen sind, den weitesten Weg aus der bayerischen Großstadt Erlangen auf sich genommen. „Es ist wichtig, dass Samuel in die Gemeinde eingeführt wird und Jesus kennenlernt“, erklärt die 63-Jährige, die sich in ihrer Heimatgemeinde kirchenmusikalisch engagiert. Mutter Heike und Vater Benjamin wohnen noch nicht lange in Klettenberg. Die Taufe ihres Sohnes ist für sie ein weiterer Schritt, sich ins Gemeindeleben einzubringen. Gemeinschaft ist ihnen wichtig.

40 Pfarrerinnen und Pfarrer aus 30 Gemeinden stehen bereit, um den 196 angemeldeten Täuflingen das Sakrament zu spenden. Aus Karaffen gießen sie im Gottesdienst abgefülltes Rheinwasser (auf Wunsch auch Leitungswasser) in mitgebrachte eigene Taufschalen. Fließendes Wasser ist ein wichtiges Element der Taufe. Eintauchen mit dem ganzen Körper in einen Fluss wie einst Jesus in den Jordan ist nicht erforderlich, wäre wegen des niedrigen Rheinpegels ohnehin nicht möglich.

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Das Rahmenprogramm gestalten TV-Moderator Ralph Caspers von der Sendung mit der Maus, Unterhalterin Annie Heger, Kindermusikmacherin Suli Puschban und Sängerin Frau Höpker. Im Gottesdienst spielt die Kölner Brassband „Kwaggawerk“, Religionspädagogin Sarah Vecera spricht in der Predigt zur biblischen Geschichte von der Speisung der 5000, bei der alle satt werden, weil fünf Brote und zwei Fische geteilt werden.

„Wir werden diesen Tag in Erinnerung behalten. Er wird im Lebensbogen einen Ehrenplatz haben“, sagt Stadtsuperintendent Pfarrer Dr. Bernhard Seiger im Grußwort.

Die Regie des Tauffestes liegt in den Händen der Nippeser Pfarrerin Miriam Haselau, deren Arbeitsschwerpunkte transkulturelle Begegnungsprojekte und die Mitgestaltung von Zukunfts- und Veränderungsprozessen in der evangelischen Kirche sind. Sie meint, dass Köln ein guter Ort für ein großes Tauffest ist. Weil: „Viele Menschen fühlen sich mit dem Rhein und der Kölner Silhouette verbunden. An diesem Ort ein evangelisches Ausrufezeichen zu setzen, war uns ein Anliegen.“

BU

In langen Reihen standen die mit Rheinwasser gefüllten Karaffen für die Täuflinge bereit (oben). Das Wasser wurde in mitgebrachte Taufschalen gegossen (u. l.) 3100 Menschen kam in den Park, bei 33 Grad waren Schattenplätze sehr begehrt (u. r.). Fotos: Nabil Hanano