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Blitzersäule am MilitärringDer Blitzer, der die Autofahrer verschont

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Die auffällige Färbung soll schon darauf hinweisen, dass die neue Säule am Militärring kein Blitzer ist. Dennoch bremsen viele Autofahrer kurz vor der Mautkontrollstelle lieber mal ab.

Köln – Es ist eine Kurve, die bei freier Fahrt gerne auch mal schnittig genommen wird. Mit der Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern auf der Militärringstraße hinter der Einmündung der Konrad-Adenauer-Straße, wo es im weiten Bogen auf die Rheinuferstraße geht, nehmen es viele Autofahrer nicht so genau. So war es zumindest bis zu diesem Herbst.

Doch seit wenigen Wochen hat sich etwas geändert. Auf einmal leuchten kurz hinter dem 50er Schild schlagartig Bremslichter auf. Genauer gesagt an der Stelle, an der diese neue große Säule ins Blickfeld rückt. Vier Meter hoch. Dunkle Verglasungen lassen Kontrollgeräte dahinter vermuten. Ein Blitzer? So sieht es. Doch so ist es nicht. Es handelt sich vielmehr um die erste stationäre Mautkontrollsäule für Bundesstraßen in NRW.

LKW-Maut ab 2018

Ab 2018 soll sie kommen, die LKW-Maut für Bundesstraßen, die immer wieder als Ausweichstrecken für Autobahnen genutzt werden – entweder um dort die Maut zu umgehen oder einen Stau. Bis dahin sollen 600 Mautkontrollstellen an den Bundesstraßen in Deutschland stehen. Um das System zu testen, stellt das zuständige Unternehmen Toll-Collect zurzeit 16 dieser Säulen auf. In jedem Bundesland eine. Für NRW hat Köln den Zuschlag bekommen.

Noch ist die Anlage nicht „scharf geschaltet“. Wenn sie ihre Funktion aufnimmt, soll sie Lkw ins Visier nehmen, die auf die B 51 wollen, also auf die Rheinuferstraße. Die wird besonders gerne angesteuert, wenn sich am Kreuz Köln-Süd auf der Auffahrt zur A 4 mal wieder der Verkehr zurückstaut. Dann wird halt flugs die Zoobrücke angesteuert.

Ausweichroute „nicht sehr realistisch“

So kann auch noch gleich das stets verstopfte Heumarer Dreieck umgangen werden, sollte das Fernziel die A 3 Richtung Norden sein. Ab 2018 ist das auch weiterhin möglich, aber eben nicht mehr kostenlos. Dann wird eine Maut fällig – und das neue „Auge“ kontrolliert, ob sie auch bezahlt wurde.

Bleibt für die Bewohner des Kölner Südens nur zu hoffen, dass potenzielle Mautpreller nicht allzu viele Ortskenntnisse besitzen. Ansonsten könnten sie die Mautkontrollstelle beispielsweise über die Bonner Straße umgehen, um dann über die Schönhauser Straße auf die Rheinuferstraße zu biegen.

Bei der Stadt Köln hat man sich noch nicht auf ein solches Szenario eingestellt. So eine Ausweichroute wird in der Verwaltung als nicht sehr realistisch beurteilt. Zumal, wenn ab kommenden Jahr die Bonner Straße vollständig umgebaut werden sollte. „Aber wir werden die Situation beobachten und im Notfall Maßnahmen ergreifen“, sagt ein Sprecher der Verwaltung.