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„Fest und Flauschig“Böhmermann freut sich über Opern-Wiedereröffnung – und hat Idee für die Kölner

4 min
Jan Böhmermann im Studio.

Jan Böhmermann im Studio. Ende 2026 ist Schluss für das „ZDF Magazin Royale“.

Im Podcast „Fest & Flauschig“ berichtet der Kölner Entertainer von einer schweren Entscheidung. Es geht aber auch um die Wiedereröffnung der Kölner Oper.

Am 18. Dezember läuft zum letzten Mal das „ZDF Magazin Royale“, danach ist Schluss mit diesem Format, wie Jan Böhmermann kürzlich bekannt gab. Auch die für Anfang 2027 geplante Live-Tour mit dem  Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld wurde abgesagt. Der Entertainer äußerte sich am Wochenende im Podcast „Fest & Flauschig“ auf sehr persönliche Weise zu dem Schritt.

In der ersten Sendung nach der Sommerpause des Podcasts mit Olli Schulz kommt die Rede auf das Aus der ZDF-Sendung, die in den vergangenen sechs Jahren oft für Schlagzeilen und Kontroversen gesorgt hat. Direkt zu Beginn des Gesprächs stellt Böhmermann klar, dass die Entscheidung von ihm selbst ausgegangen sei. Er wolle wirklich nochmal etwas Neues machen, denn: „Ich bin 45, aber gefühlt 35“. Auch auf eine Abschiedstour mit dem Orchester habe er „keinen Bock“ gehabt. Die Promotion für diese Tour hätte sich nicht gut angefühlt.

Böhmermann: „Herzzerreißende“ Zeit nach der Entscheidung

Die letzten Wochen seien anstrengend und „herzzerreißend“ gewesen, viele Leute hätten sich bei ihm gemeldet, so der 45-Jährige weiter. Auch in der ZDF-Geschäftsleitung sei man überrascht gewesen von seiner Entscheidung. Besser als jetzt würde es aber nicht werden, glaubt Böhmermann.

Was aus seinen vielen Mitarbeitenden werde, will Schulz wissen. Es sei in der Tat eine für viele Menschen „furchtbare“ und „einsame“ Entscheidung von ihm gewesen, erklärt Böhmermann. Er habe sich aber davon frei machen müssen, weil es letztlich um ihn und seine Kreativität gehe. Das Wissen um die Konsequenzen für so viele Menschen auszuhalten, sei allerdings schmerzhaft, sagte ein sehr ernster Böhmermann.

Im Podcast lästert Böhmermann übers ZDF

Der Entertainer erzählt später ironisch von seinem „geliebten orangen Riesen“, also seinem Heimatsender ZDF. Er bietet seine unentgeltliche Hilfe bei der Entwicklung eines „vernünftigen Unterhaltungsprogramms“ an. „Die Qualitätskontrolle ist schon lange den Bach runter“, stimmt Olli Schulz ins Lästern ein.

19.09.2026: Chilly Gonzales (l.) mit Chefket (2.v.l.) auf dem Offenbachplatz in Köln

19.09.2026: Chilly Gonzales (l.) mit Chefket (2.v.l.) auf dem Offenbachplatz in Köln

Böhmermann berichtet von seiner Mutter, bei der sich nach der Nachricht vom „ZDF Magazin Royale“ alle Freunde und Bekannten gemeldet hätten. Denen hätte sie gesagt, ihr Sohn habe schon immer bei langweiligen Familienfesten für Unterhaltung gesorgt. Jan habe jetzt vermutlich einfach „Langeweile“, habe die Mutter gesagt. Böhmermann sagt zur Erklärung seiner Mutter: „Stimmt!“

Böhmermann zur Kölner Oper, Chilly Gonzales und Chefket

An anderer Stelle des Podcasts geht es um Köln: Böhmermann berichtet von der Wiedereröffnung der Kölner Bühnen. Der 45-Jährige erklärt, dass es im Herzen von Köln seit 15 Jahren eine Baustelle gegeben habe. „In Köln ist man jahrelang um Kultur und Begegnung drumherumgelaufen“, bringt er es auf den Punkt. Nachdem er nach Köln gekommen sei, habe er Oper und Schauspielhaus noch zwei Jahre erlebt, aber ab dann sei „zu“ gewesen.

Böhmermann lobt die Feier zur Wiedereröffnung und erwähnt das Konzert von Chilly Gonzales, bei dem auch Chefket auftrat. Den neuen Song „Das Minimum“ des Rappers, den dieser mit Gonzales performte, stellt Böhmermann in die Playlist des Podcasts. In Richtung Chefket sagt er, dieser hätte doch mal ans Telefon gehen sollen.

Böhmermann bezieht sich damit auf die Auseinandersetzung rund um das Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) im Herbst 2025. Damals kuratierte er eine Veranstaltungsreihe, ein Auftritt von Chefket war für den 7. Oktober geplant. Dann wertete Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ein T-Shirt des Rappers mit Palästina-Aufdruck als antisemitisch. Böhmermann und das HKW sagten den Konzertabend ab mit der Begründung, dass sie die „Integrität“ der Veranstaltung nicht mehr gewährleisten könnten. Anschließend gab es viel Kritik auch an dem Satiriker, viele Künstlerinnen und Künstler solidarisierten sich mit Chefket. Offenbar suchte dieser in der Zeit danach vergeblich das Gespräch mit Chefket, so klingt es im Podcast an.

Böhmermann über Kölner Oper und Chicken-Fans

Böhmermann kommentiert die Bühnen-Wiedereröffnung in Köln bei aller Freude aber auch mit spöttischer Distanz zu seiner Stadt: Das ganze Bildungsbürgertum in Anzügen sei dagewesen – und parallel habe es einen riesigen Hype um die Eröffnung eines „TikTok-Chicken-Ladens“ in der Breite Straße gegeben.

Da sei es genauso voll gewesen: „Und die beiden Schlangen, aneinander, die einen wollten günstiges TikTok-Chicken haben, und die anderen wollten Chilly Gonzales und die Oper sehen“, erinnert sich der Entertainer. Die beiden Welten sollten aber doch einfach mal tauschen, so seine Idee, dann könne es „vorangehen“. (cme)