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Bombenfund in NippesBlindgänger erfolgreich entschärft – Park ab Montag wieder geöffnet

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10.07.2026, Köln: In Nippes ist am Freitagmorgen (10. Juli) bei Sondierungsarbeiten in der Nähe des Johannes-Giesberts-Parks ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe (500 Kilogramm) mit Front- und Heckaufschlagzünder. Foto: Arton Krasniqi

Auch das Kinderkrankenhaus an der Amsterdamer Straße war von der Evakuierung betroffen.

Die Weltkriegsbombe wurde in der Nachbarschaft des Johannes-Giesberts-Parks gefunden. Rund 4300 Personen mussten evakuiert werden.

Nach einer groß angelegten Evakuierungsaktion ist am Freitag um 15.15 Uhr in Nippes ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden, „deutlich vor der Zeit“, wie Einsatzleiter Johannes Brauns vom Ordnungsamt sagte. Am Morgen war die amerikanische Zehn-Zentner-Bombe mit Front- und Heckaufschlagzünder bei Sondierungsarbeiten in der Nachbarschaft des Johannes-Giesberts-Parks gefunden worden, auf einem Privatgrundstück in der Nägelistraße.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf legte den Gefahrenbereich mit einem Radius von 500 Metern fest. In dem Gebiet befinden sich neben Wohnhäusern das Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße, ein Hotel, eine Kita, das Schwimmbad Lentpark sowie der Botanische Garten und die Flora. 170 Mitarbeitende des Ordnungsamtes, ebenso viele von Feuerwehr und Rettungsdiensten, 25 Polizeikräfte sowie zwei Mitarbeitende der KVB waren im Einsatz.

Kinderkrankenhaus hatte sich bereits auf den Ernstfall vorbereitet

Rund 4300 Personen waren von der Evakuierung betroffen. Für sie richtete die Stadt in der Turnhalle des Erich-Kästner-Gymnasiums in der Castroper Straße eine Anlaufstelle ein, die mit Beginn des ersten Klingelrundgangs gegen zehn Uhr öffnete. Nur 25 Evakuierte nahmen das Angebot in Anspruch.

Das Kinderkrankenhaus der städtischen Kliniken hatte sich seit mehr als einem halben Jahr auf den Ernstfall vorbereitet. Personal, Patientinnen und Patienten samt kindgerechtem medizinischem Gerät wurden in das Krankenhaus Holweide gebracht, wo in freigehaltenen Räumen eine Kinderstation aufgebaut wurde. In den Wochen zuvor waren Patientinnen und Patienten, soweit medizinisch vertretbar, verlegt oder entlassen und Operationen verschoben worden. Daher hatte sie die Zahl der Kinder, die nach Holweide transportiert werden mussten, von rund 100 auf 43 verringert, 20 davon Frühchen und Intensivpatienten.

Samstagfrüh beginnen die Rücktransporte

Sowohl die Zentrale Notaufnahme des Kinderkrankenhauses als auch die des Krankenhauses Holweide waren mehrere Stunden vom Rettungsdienst abgemeldet. Nach Entschärfung der Bombe ist das Krankenhaus Holweide wieder für die Notfallversorgung angemeldet und nimmt Patienten und Patientinnen auf, bis Samstagfrüh die Rücktransporte in das Kinderkrankenhaus in Nippes beginnen. Dieses bleibt bis zum Abschluss der Transporte geschlossen, voraussichtlich bis zum Samstagnachmittag. Nach der Entschärfung der Bombe zog Raphael Lüdenbach, Pflegedirektor der städtischen Kliniken, eine „durchweg positive Bilanz“. Alles habe reibungslos funktioniert.

Mehrere Straßen waren von Sperrungen betroffen, darunter die Innere Kanalstraße, die Amsterdamer Straße und die Stammheimer Straße. Zeitweilig war der Verkehr der Stadtbahnlinie 16 sowie der Buslinien 124 und 140 KVB unterbrochen.

Weil der Johannes-Giesberts-Park umgestaltet werden soll, war der Bereich auf Weltkriegsmunition untersucht worden. Dabei ergaben sich 14 konkrete Verdachtsfälle von Blindgängern mit mehr als 50 Kilogramm Gewicht. Abgesehen von der nun entschärften Bombe wurden seit der Schließung des Parks sieben nicht mehr zündfähige Weltkriegsbomben, zwei Erdkampfmittel, Infanteriemunition und Munitionsteile geborgen. Am Montag wird die Grünanlage wieder geöffnet.