
Die 70-Cent-Briefmarke mit Dom und Hohenzollernbrücke ist der Auftakt einer Serie von Marken mit wichtigen deutschen Bauwerken und Plätzen.
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Köln – Der Dom auf einer Briefmarke – und das gleich doppelt. Einmal erstrahlt er samt der Hohenzollernbrücke in seiner vollen nächtlichen Pracht, direkt daneben versteckt sich das Kölner Wahrzeichen scheinbar hinter einer Nebelwolke, während die Hohenzollernbrücke zerstört im Rhein liegt – 75 Jahre ist das Schwarz-Weiß-Bild alt. Heute erscheint die neue Briefmarke, gleichzeitig startet damit die Serie „Zeitreise Deutschland“ der Deutschen Post und des Bundesfinanzministeriums.
Prägende Bauwerke und Plätze als Zeitzeugen
„Die Briefmarken dieser Serie animieren zu einer visuellen Reise in die Vergangenheit“, erklärt die Post. Dabei sollen besonders wichtige Bauwerke und Plätze mit dem bildlichen Vergleich von älteren und neueren Fotografien dargestellt werden, die das tägliche Leben in Deutschland verändert haben. Da macht der „weltberühmte Dom“, wie die Post ihn beschreibt, zum Start eine gute Figur, auch wenn er in Zeiten der Energiekrise aktuell nicht so erstrahlt wie auf der Marke.
Der im Zentrum der rheinischen Metropole gelegene Dom wird laut Post häufig als vollkommene gotische Kathedrale bezeichnet. Die Grundsteinlegung nahm Erzbischof Konrad von Hochstaden am 15. August 1248 vor. Weil der Dom alle bisherigen Sakralbauten in den Schatten stellen sollte, arbeitete man über Jahrhunderte hinweg an den Grenzen dessen, was technisch möglich war. 1880 konnte die Kathedrale schließlich vollendet werden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ragte sie scheinbar unversehrt aus der vollkommen zerstörten Kölner Innenstadt in den Himmel empor. Dieses „Wunder“ wurde zum Symbol für den (Über-) Lebenswillen der Stadt und ihrer Bewohner. Auch heute ist der Dom mit seinen beiden weithin sichtbaren Türmen die prägende Spitze in der Silhouette der Stadt.
Die Hohenzollernbrücke wurde zwischen 1907 und 1911 errichtet. Sie war die einzige Brücke Kölns, die während des Zweiten Weltkrieges nicht der Zerstörung durch Bomben anheimfiel. 1947 war dennoch keine Überquerung des Rheins auf der Brücke möglich. Das war das Werk der Wehrmacht, die es den Truppen der Alliierten so schwer wie möglich machen wollte, auf die andere Rheinseite zu gelangen. Ins Herz geschlossen haben viele Liebende die Hohenzollernbrücke durch den romantischen Brauch, „Liebesschlösser“ anzubringen. Diese zieren heute die Fußgängerbereiche.
Zahlreiche Dom-Marken über die Jahre
Die neue 70-Cent-Marke ist nicht die erste Postmarke, die den Dom zeigt. Zuletzt war der Dom 2003 als Weltkulturerbe der UNESCO auf einer 55-Cent-Briefmarke abgebildet. 1980 gab es sogar eine Briefmarke mit der Kuppel, einem Richtkranz und der Aufschrift: „100 Jahre Vollendung des Kölner Doms“, damals als 60-Pfennig-Marke. Das Design der Briefmarke samt Bogenrand und Stempel stammt von Post-Grafiker Thomas Steinacker, der auch die Briefmarke zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven entworfen hatte. (rom/EB)
