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„Schockiert und traurig“Posaunist „Richie“ Hellenthal ist tot – Er spielte für Brings und Phil Collins

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Richie Hellenthal (r.) bei einem Brings-Konzert im Dezember 2025 an der Posaune. Links Michael Kuhl an der Trompete.

„Richie“ Hellenthal (r.) bei einem Brings-Konzert im Dezember 2025 an der Posaune. Links sein guter Freund Michael Kuhl an der Trompete.

Richard „Richie“ Hellenthal starb im Alter von 62 Jahren. Er stand oft mit Brings auf der Bühne. 

Der Kölner Posaunist Richard „Richie“ Hellenthal ist tot. Der studierte Musiker starb im Alter von 62 Jahren in Köln, kurz nach einer Knie-Operation infolge einer Embolie. „Wir sind schockiert und traurig“, sagt Peter Brings, für dessen Band Hellenthal in den vergangenen vier Jahren bei Mitsing-, Weihnachtskonzerten und den Auftritten mit dem Bonner Beethoven-Orchester spielte.

„Richie war eine Frohnatur, eine Naturgewalt, ein großer Liebhaber kölscher Musik und ein guter Freund“, sagt Brings. Er hatte fast 20 Jahre mit den Bläck Fööss gearbeitet, aber auch mit Stars wie Joe Cocker, Phil Collins, Zucchero, Die Fantastischen 4, Heino, Karel Gott, Tom Gaebel, Paul Kuhn und Hazy Osterwald. Markenzeichen war neben seiner Glatze seine gute Laune. Hellenthal lachte auf der Bühne und feixte mit dem Publikum. „Wir haben ihn auch abseits der Bühne nie schlecht gelaunt erlebt“, sagt Peter Brings.

Schockiert zeigt sich Erry Stoklosa, Gründungsmitglied der Bläck Fööss. „Richie war ein herzensguter Mensch und super Musiker, mit dem wir viel Spaß hatten“, sagt Stoklosa. Für die Fööss war Hellenthal musikalischer Leiter der Sylvester-Konzerte und begleitete die Band bei vielen großen Auftritten mit der Posaune. „Richie war Multiinstrumentalist, er konnte Klavier und Akkordeon und hat auch mal aushilfsweise bei uns Bass gespielt“, erinnert sich Bömmel Lückerath, ebenfalls Gründungsmitglied und bis 2022 bei den Fööss. In der Eifel traf sich die Band einst zu Kreativwerkstätten, um neue Lieder einzustudieren. „Richie war ein Naturbursche, der das Herz auf der Zunge trug und in Stressituationen vor Konzerten immer die Ruhe bewahrt hat“, sagt Lückerath. „Sein Tod bewegt mich sehr.“

Nach seiner Knie-Reha wollte er mehr Bassflügelhorn spielen und hatte jede Menge Pläne. Mit Richie ist ein wichtiger Teil meines Musikerlebens weg
Michael Kuhl, Trompeter und enger Freund

In seiner Freizeit fuhr der 1,95 Meter große und 115 Kilo schwere Hüne gern Fahrrad – im Winter Mountainbike, im Sommer Rennrad. Vor allem aber beschäftigte sich Hellenthal, der in Bornheim-Sechtem lebte und im Westerwald aufgewachsen war, mit Musik. „Richie ist nie stehengeblieben. Während der Corona-Zeit hat er ein Aufbaustudium für Bigband-Leitung und Arrangement gemacht. Wir haben ihn Schweizer Messer genannt, weil er wirklich alles zu Musik machen konnte“, sagt Michael Kuhl, Trompeter, Gründer von „Kuhl un de Gäng“ und enger Freund von Hellenthal. „Nach seiner Knie-Reha wollte er mehr Bassflügelhorn spielen und hatte jede Menge Pläne. Mit Richie ist ein wichtiger Teil meines Musikerlebens plötzlich weg.“

Richie Hellenthal studierte an der Musikhochschule Köln im Hauptfach Jazz-Posaune bei Prof. Jiggs Whigham und an der Volkwanghochschule Essen bei Peter Feil. Eines seiner Vorbilder war Ray Charles. Er spielte unter anderem für die NDR-Big Band, die HR-Big Band, Rias, die RTL-Big Band, die Paul Kuhn Big Band, Carla Bley, Maria Schneider, das King Of Swing und die Big Band der Bundeswehr. Sein größtes Konzert war 2009 mit den Fantastischen Vier bei deren Heimspiel-Tour vor 60.000 Menschen auf dem Canstatter Wasen in Stuttgart.

Hellenthal hinterlässt Ehefrau, zwei erwachsene Kinder und ein Enkelkind.