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Brötchentaste für fast ganz Köln 15 Minuten freies Parken soll ausgeweitet werden

Grün für Freiparken: 15 Minuten lang können Besucher auf der Severinstraße kostenfrei ihr Auto abstellen.

Grün für Freiparken: 15 Minuten lang können Besucher auf der Severinstraße kostenfrei ihr Auto abstellen. 

Köln – „Schuld“ ist die Severinstraße. Die so genannte Brötchentaste dort habe sich bewährt, sagt die Stadtverwaltung. 15 Minuten freies Parken, um mal schnell in eine Apotheke reinzuspringen, eine Bestellung abzuholen oder eben um Brötchen zu kaufen – das komme bei Kunden wie Händlern gut an. Und was für die Südstadt gut ist, das kann doch für andere Stadtteile nicht schlecht sein. Deshalb schlägt das Verkehrsdezernat nun vor, die Brötchentaste auszuweiten auf die Stadtbezirke 2 bis 9.

Nicht jede Geschäftsstraße soll in den Genuss der 15 Freiminuten kommen. Die in Frage kommende Straße muss Teil eines Mittelzentrums sein. Der Anteil der Geschäfte des täglichen oder kurzfristigen Bedarfs muss bei mindestens 30 Prozent liegen. Zudem kommen nur Parkplätze in Frage, die über einen Parkscheinautomaten ohne Roten Punkt für das Anwohnerparken bewirtschaftet werden. Auch müssen die Stellflächen unmittelbar am Fahrbahnrand vor den Geschäften liegen oder maximal durch einen Grünstreifen vom Gehweg getrennt sein.

Mehr als 30 Straßen aufgelistet

Immerhin, in Rodenkirchen wären das schon mal alle vom Parkraumkonzept erfassten Straßen. Kurzum, der Kern des Stadtteils. Im Bezirk 3 – unter anderem mit Sülz, Klettenberg, Lindenthal, Weiden und Braunsfeld – käme die Dürener und die Aachener Straße in den Genuss. Im Bezirk 4 wäre die Venloer Straße dabei. Die Neusser und Niehler Straße erfüllen klar die Bedingungen im Bezirk 4. Mehr als 30 Straßen listet die Verwaltung für den Verkehrsausschuss auf.

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Dragana Jokic kann das nur begrüßen. Sie ist Geschäftsfrau auf der Severinstraße, betreibt dort eine Fahrschule und ist Mitglied in der Interessengemeinschaft der Geschäftsleute. „Viele Kunden nutzen das“, sagt sie aus eigener Anschauung. Alternativen gebe es ja auch kaum in der Südstadt. „Wenn sie hier für jeden kleinen Stopp zahlen, werden sie arm“, sagt sie. Ginge es nach ihr, müssten die 15 Minuten sogar noch ausgeweitet werden. „Das reicht gerade noch so für eine allerkleinste Erledigung.“

Bezirk 1 fehlt

Da hat die Verwaltung also Recht mit ihrer Einschätzung. Doch was an der Vorlage auffällt: Es fehlt der Bezirk 1. Der Grund: das schwarz-grüne Ratsbündnis. Die haben sich in ihrem Kooperationspapier darauf geeinigt, dass das 15-minütige Freiparken ausgedehnt werden soll, aber eben nicht auf die Innenstadt. Doch wie das so ist mit einem Kompromiss: Am Ende sind alle unzufrieden. „Eigentlich wollen wir das auch in den zentralen Lagen der Bezirke nicht. Das geht höchstens in absoluten Randlagen. Eine solche Regelung führt nur zu mehr Verkehr, verlockt dazu, mit dem Auto zu fahren. Brötchen holt man mit dem Fahrrad, nicht mit dem Pkw“, sagt Andreas Wolter (Grüne), Vorsitzender des Verkehrsausschusses.

Da knirscht Dirk Michel, Verkehrspolitischer Sprecher der CDU, ein wenig mit den Zähnen ob der Vereinbarung und kontert: „Eigentlich hätten wir die Brötchentaste gerne überall, auch in der Innenstadt. Es geht dabei nämlich nicht nur um das Thema Verkehr, sondern auch darum, den Handel zu stärken.“