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Inflation, Energiekrise, PandemieBüroflächen in Köln bleiben trotz allem weiter gefragt

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Die ehemalige Kaufhof-Zentrale

In der ehemaligen Kaufhof-Zentrale an der Leonhard-Tietz-Straße wird die Stadt ab 2024 neue Büroräume anmieten.

Aufgrund des geringen Leerstands von nur rund drei Prozent bleibt das Angebot knapp. Bis zu 36 Euro pro Quadratmeter werden bezahlt. Doch die Mieter werfen oft einen kritischeren Blick auf die Büroimmobilie. 

Eine globale Pandemie und der gleichzeitige Krieg vor den Toren Europas stellten die Wirtschaft 2022 vor große Herausforderungen. Enorme Steigerung der Energiekosten führten deutschlandweit laut Experten zu einem Stimmungstief, weiteren Verschärfungen der Lieferprobleme sowie einem starken Konjunkturrückgang. Dennoch trotze der Büroimmobilienmarkt in Köln laut Greif & Contzen diesem „problematischen Umfeld“.

Der Flächenumsatz von rund 315 000 Quadratmetern lag den Experten deutlich über dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre von 300 000 Quadratmetern. Zudem blieb das Interesse an Büroimmobilien in Köln stabil, 2021 lag der Flächenumsatz ebenfalls bei 315 000 Quadratmetern. Im Vergleich: 2020 stürzte der Umsatz während der Pandemie auf 230 000 Quadratmeter ab. Büronutzer und Investoren ließen sich offensichtlich nicht so schnell abschrecken, das Vertrauen in die Stabilität des Büromarktes Köln sei hoch. Die Immobilienexperten stellten zum Jahresende jedoch fest, dass der Blick der Nutzer auf ihre Bürogebäude kritischer wird, da auch in diesem Segment die Nebenkosten mit den Energiepreisen steigen.

Bundesanstalt mietet rund 45.000 Quadratmeter in Niehl

Den Löwenanteil am Flächenumsatz machten öffentliche Nutzer aus, das verrät der Rückblick auf die fünf größten Vermietungen des abgelaufenen Jahres. So sicherte sich die Bundesanstalt für Immobilien sich circa 44 800 Quadratmeter Bürofläche in Niehl. Dort soll das Bundesverwaltungsamt einziehen. Die Firma Bauwens errichtet in Zusammenarbeit mit Dumont an der Amsterdamer Straße sechs moderne Büro-Quartiere auf einer Fläche von 20 000 Quadratmetern.

Auf Platz zwei liegt die Anmietung der alten Kaufhof-Zentrale in der Innenstadt durch die Stadt Köln. Rund 11,2 Millionen Euro Jahresmiete soll die Verwaltung, wie berichtet, für die 38 800 Quadratmeter Bürofläche ab Januar 2024 zahlen. Insgesamt mietet die Stadt dort eine Fläche von rund 45000 Quadratmetern. Auf dem Areal gibt es, wie die Rundschau berichtet hat, ebenfalls Pläne für eine Interimseinrichtung der Feuerwache I und auch ein neues Kundenzentrum auf 1000 Quadratmetern.

Die Cologne Business School hat einen Mietvertrag für einen neuen, 16 600 Quadratmeter großen Campus in Rodenkirchen unterschrieben. Die Liste der fünf größten Vermietungen runden erneut die Kölner Verwaltung und die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main ab. Die Stadt hat für rund 400 Mitarbeiter Büros auf rund 8200 Quadratmeter Fläche im Güterhaus beim Projekt I/D Cologne an der Mülheimer Schanzenstraße angemietet. Raiffeisen zieht aus zentraler Lage in den Kölner Süden nach Marienburg. Bisher befand sich die Zentrale unmittelbar am Breslauer Platz. Der Verkauf der alten Warenzentrale stützt auch die Prognose der Experten, die zuversichtlich in die Zukunft blicken, was den Markt für Büroimmobilien angeht. Pandion hatte im Dezember bekannt gegeben, dass dort, wo heute noch ein alter Hochbunker gegenüber vom Hauptbahnhof steht, bis 2028 eine Gewerbeimmobilie mit 11 000 Quadratmetern unter der Dachmarke Office-Home entstehen soll.

„Wenn die in den nächsten Wochen und Monaten anstehenden Standortentscheidungen unter den Vorzeichen mittel- und langfristigen Überlegungen getroffen werden, dann können wir zuversichtlich sein, dass wir auch 2023 einen krisenresistenten Büromarkt erleben werden“, erklärt Andreas Reul, Leiter Büroimmobilien bei Greif und Contzen. Die Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizierten mittlerweile eine eher milde Rezession. „Wir gehen davon aus, dass der Konjunkturrückgang keine schwerwiegenden Folgen auf den Kölner Büromarkt haben wird.“

Höchste Miete beträgt 36 Euro pro Quadratmeter

Aufgrund des geringen Leerstands von nur rund drei Prozent bleibt das Angebot knapp. Bei Neubauprojekten sei zu erwarten, dass hohe Grundstückspreise und Baukosten auf die Mieten umgelegt werden. Die höchste vereinbarte Miete lag 2022 bei 36 Euro pro Quadratmeter. Die Spitzenmiete stieg auf 27,90 Euro pro Quadratmeter und die ungewichtete Durchschnittsmiete machte einen Sprung von 15,30 Euro auf 16,70 Euro pro Quadratmeter.