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ChanukkaSynagogen-Gemeinde-Köln feiert gemeinsam mit Jugendlichen aus Israel

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Chanukka auf dem Rathenauplatz

Chanukka auf dem Rathenauplatz

Rund 500 Menschen waren beim öffentlichen Zünden des vierten Lichts zu Chanukka in Köln dabei.

Es ist anders als sonst in den vorherigen Jahren, als die Synagogen-Gemeinde Köln zusammen mit den Nachbarn auf dem Rathenauplatz das  vierte Licht des Lichterfests Chanukka anzündete. „Der 7. Oktober wirft seinen Schatten auf die Feier und auch die Entführten, die wir schmerzlich vermissen“, sagt Abraham Lehrer, Vorstand der Synagogen-Gemeinde und stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Dennoch und gerade jetzt ist das Fest, zum dem rund 500 Menschen gekommen sind, wichtig. An der Synagoge an der Roonstraße rückt ein großes Banner die Geiseln der Hamas ins öffentliche Bewusstsein und fordert „Bring them home“. Beim Fest dabei sind auch 40 Kinder und Jugendliche aus dem israelischen Kibbuz Kfar Aza. Sie sind zwischen 15 und 17 Jahre alt, einige haben Angehörige durch Angriffe der Hamas verloren.

OB Reker mit Grußwort

„Wir sind für eine Woche hier“, erklärt ein junges Mädchen. „Es ist schön, wir fühlen uns wohl und sicher hier. Die Kämpfe bestimmen unser Leben in Israel. Das ist das Schlimmste, was wir bisher jemals erlebt haben.“ Bei der Einladung der Jugendlichen gehe es, so Lehrer, darum, sie aus dem Schrecken herauszuholen und sie auf andere Gedanken zu bringen. „Ich maße mir nicht an, zu ermessen, wie sich die jungen Leute fühlen“, sagt Lehrer und erzählt, wie am Vormittag ein Mädchen bei der Aufzugfahrt im Dom wählen sollte, zwischen dem Knopf für „Erde“ und „Himmel“. Was von dem Mann im Aufzug als Witz gedacht war, veranlasste das Mädchen, zu sagen: „Dann nehme ich auf jeden Fall den Himmel, denn da ist mein Vater jetzt auch.“

Oberbürgermeisterin Henriette Reker war erstmalig bei dem öffentlichen Zünden des vierten Lichts zu Chanukka dabei. Sie betonte, dass ihr das in der derzeitigen Situation ein besonderes Anliegen sei. „Diese familiäre Zeremonie dokumentiert, wie wichtig die jüdische Gemeinde für die Stadtgesellschaft ist. Sie setzt auch ein Zeichen der Hoffnung“, sagte Reker. Während seit dem Angriff der Hamas auf Israel viele Jüdinnen und Juden aus Angst vor antisemitischen Übergriffen dem Gemeindeleben fern geblieben waren, war am Sonntag laut Lehrer „wieder die normale Stärke“ in der Synagoge . „Durch die Solidarität gestärkt kehren die Kinder nach Israel zurück“, hoffte er – und teilte mit, dass sie den Abend beim FC-Spiel verbringen wollten.