Chorweilers Bezirksvertreter bezeichnen die Herangehensweise der Verwaltung beim Hitzeschutz in Schulen und Kitas als „dürftig“.
Hitzeschutz in ChorweilerBezirksvertreter wünschen sich mehr Schatten für Kitas, Schulen und Plätze

Die BV lässt prüfen, ob zusätzliche Bäume Chorweilers Plätze – wie hier den Pariser Platz – im Sommer abkühlen können.
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Die extreme Hitze des vergangenen Sommers hatte auch die Bezirksvertretung (BV) Chorweiler dazu veranlasst, sich mit den Themen Vorsorge und Hitzeschutz auseinanderzusetzen. In seiner Juni-Sitzung hatte das Gremium auf einen Antrag der Fraktionen von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen hin beschlossen, eine Reihe von möglichen Hitzeschutz-Maßnahmen prüfen zu lassen, die sich an dem Kölner Hitzeaktionsplan anlehnten.
So etwa die Einrichtung eines klimatisierten Hitzeschutzraums oder auch eine Kartierung von kühleren Orten des Bezirks, etwa Kirchenräumen. Während die Bezirksvertreter bei diesem Beschluss primär ältere Mitmenschen im Blick hatten, hatten sie sich in einer Anfrage nach Hitzeschutzmaßnahmen für die jüngeren Generationen erkundigt. Und zwar konkret, welche baulichen Maßnahmen zurzeit für die Schulen, Kindergärten und Spielplätze des Bezirks in Planung seien.
Mehr Sonnenschutz für Schulen und Kitas
Der Antwort der Verwaltung zufolge, die der BV in ihrer Sitzung nach der Sommerpause vorgelegt wurde, ist diese Liste sehr kurz: So solle im Zuge der Dach- und Fassadensanierung des Heinrich-Mann-Gymnasiums auch der Sonnenschutz erneuert werden, für die Kita Montessoristraße sei eine Verschattung des Oberlichts geplant. Auch an drei weiteren Kitas soll der Wärmeschutz optimiert und ergänzt werden. Bei neuen Projekten im Bezirk würden außerdem Spielgeräte eingeplant, die durch ihre Dimensionen und eine integrierte Bedachung für Schattenwurf sorgen sollen.
Ansonsten würde für Schulen und Kitas, die einen entsprechenden Bedarf meldeten, eine Verschattung geprüft. Ferner verwies die Verwaltung darauf, dass sich die Nutzenden der bereits bestehenden Schul- und Kitabauten über den bereits verbauten Hitzeschutz hinaus selbst zu schützen hätten, so wie die Mietparteien eines Wohnhauses.
Dass somit an Bestandsbauten „im Prinzip nichts mehr gemacht wird“, fand die Bezirksvertreterin Eike Danke (Grüne) „sehr ernüchternd“. Eine Verschattung nur auf eine Bedarfsmeldung hin zu prüfen, sei zu dürftig. „Das heißt, wir werden auch künftig sehr viel Unterrichtsausfall zu vermelden haben“, schloss Danke aus der Antwort.
Die BV wollte das Thema nicht auf sich beruhen lassen und beschloss deshalb einen neuen gemeinsamen Antrag von Grünen, SPD und CDU sowie den Vertretern von Die Linke und BSW, der die beiden großen Plätze im Chorweiler Zentrum – Liverpooler Platz und Pariser Platz – in den Blick nimmt. Im Sommer seien die Plätze „Hitze-Inseln, die ganz konkrete Auswirkungen auf die Menschen haben, die hier wohnen oder ihre Freizeit verbringen“, sagte Marc Kersten (Grüne). Die Verwaltung solle daher prüfen, ob die Plätze mit weiteren Stadtbäumen bepflanzt werden könnten und ob der Liverpooler Platz mit einer das Sonnenlicht stärker reflektierenden Asphaltoberfläche ausgestattet werden könne. Angesichts der Größe des Platzes könne dies für tausende Anwohner einen erheblichen Unterschied machen.
