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Seit zwei Jahren zuPolitiker befürchten Verwahrlosung des Post-Grundstücks in Chorweiler

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Die geschlossene Chorweiler Postbank-Filiale von außen.

Seit zwei Jahren ist die Postbank-Filiale geschlossen, seitdem hat sich nichts getan.

Die frühere Postfiliale steht seit zwei Jahren leer – der Verfall ist sichtbar. Das Verfahren für eine neue Bebauung zieht sich hin.

Seit über zwei Jahren ist die ehemalige Postbank-Filiale in der Florenzer Straße bereits geschlossen, doch der Flachbau mit dem markanten Logo-Würfel auf dem Dach wirkt nahezu unverändert – von Nahem betrachtet hat der Zahn der Zeit bereits erste Spuren hinterlassen. Die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Chorweiler sieht für das Grundstück denn auch die Gefahr einer zunehmenden Verwahrlosung, wie aus einer Anfrage an die Verwaltung hervorgeht. Zunehmend nutzten in den vergangenen Monaten obdachlose Personen den überdachten Eingangsbereich als Lager und Schlafplatz, so die Beobachtung der Fraktionsmitglieder, was zu weiterer Verelendung führe und bei den Anwohnenden Besorgnis auslöse.

Dabei gibt es ambitionierte Pläne für das Areal: Noch 2020 war als Nachfolgebebauung ein „grünes Hochhaus“ vorgesehen, ein innovativer Entwurf von treppenartig ansteigenden Baukörpern aus Stahlbeton und Holz, mit begrünten Dachflächen, die öffentlich zugänglich sein sollten. Doch der Investor und die Verwaltung der Stadt Köln lagen in ihren Vorstellungen zunehmend über Kreuz – so hatte die Stadt etwa auf ein Bebauungsplanverfahren mit städtebaulichem Wettbewerb bestanden, auf das der Investor gerne verzichtet hätte.

Planungsstopp und offene Zuständigkeiten beim Baulandmodell

2024 war der ursprüngliche Entwurf endgültig ad acta gelegt worden, da dieser die Vorgaben des Kooperativen Baulandmodells nicht eingehalten hätte – stattdessen war ein Qualifizierungsverfahren beschlossen worden, um einen neuen Entwurf für ein Wohn- und Geschäftshaus zu finden. Schon damals hatten einzelne Bezirksvertreter befürchtet, dass ein erneutes Aufrollen des Planungsprozesses kaum kalkulierbare Verzögerungen mit sich bringen würde. In ihrer aktuellen Anfrage hatte die CDU-Fraktion sich daher erkundigt, wer inzwischen für Instandhaltung und Sicherung des Grundstücks zuständig sei und wie es damit weitergehen solle.

Nach Auskunft der Verwaltung ist das nach wie vor der Vorhabenträger des Bauprojekts, der nach der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens immer noch damit beschäftigt sei, sowohl eine Reduzierung des Bauprojekts als auch die Integration von Einrichtungen des allgemeinen Bedarfs wie Kitas und Pflegeeinrichtungen zu prüfen. Gleichzeitig untersucht die Verwaltung, ob es im Zuge des sogenannten „Bau-Turbo“ möglich sei, bei der Entwicklung des Geländes ohne ein Bebauungsplanverfahren auszukommen. Sollte dies möglich sein, würden die politischen Gremien informiert.