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Zirkusleben in neunter GenerationCircus Bügler – Zirkusfamilie feiert 50-jähriges Jubiläum

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Zuletzt hatte der Circus Bügler sein Zelt am Pariser Platz in Chorweiler  aufgeschlagen.

Zuletzt hatte der Circus Bügler sein Zelt am Pariser Platz in Chorweiler aufgeschlagen.

Ein traditionsreicher Kölner Zirkus wird 50 Jahre alt – nein, nicht der, an den Sie jetzt denken: Circus Jordano Bügler. Der Familienzirkus tourt seit Jahren durch Kölner Stadtteile und ist fest verwurzelt.

Auf den ersten Blick scheinen Welten zwischen dem kleinen Circus Jordano Bügler und dem ungleich berühmteren Circus Roncalli zu liegen – eines aber haben sie gemeinsam: Beide feiern sie in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum. Doch im Gegensatz zum Großunternehmen Roncalli liegt bei Bügler von der Kasse bis zum Scheinwerferlicht alles in der Hand der nur siebenköpfigen Familie.

Ihr Schwiegervater Stefan Bügler habe den Zirkus 1976 in seiner heutigen Form in Köln gegründet, erzählt Angel Bügler – tatsächlich aber reiche die Tradition der Familie viel weiter zurück. „Wir sind in neunter Generation Zirkusleute, das ist eher in hunderten von Jahren zu rechnen“, sagt sie. Mit der Gründung des Circus Jordano Bügler war Stefan Bügler in der Kölner Region heimisch geworden. Von ihrem festen Wohnsitz in Gummersbach aus ziehen die Büglers in den Sommermonaten zwischen den Kölner Stadtteilen umher, darunter etwa Mülheim, Mauenheim, Ehrenfeld, Bayenthal, Chorweiler und Neubrück. Und wo sie ihr Lager mit den rotgelb gestreiften Zelten aufbauen, werden sie oft genug schon erwartet.

Angelo (Mitte) und Angel (rechts) Bügler mit ihren Kindern Juliana (links), Siena und Jordano.

Angelo (Mitte) und Angel (rechts) Bügler mit ihren Kindern Juliana (links), Siena und Jordano.

Familienzirkus in vielen Rollen – Jubiläumsaktion beim Eintrittspreis

Am frühen Nachmittag öffnen Stefan oder sein Sohn Angelo die Kasse. Vor der Vorstellung können sich die Zuschauer mit Hüpfburgen und Karussells die Zeit vertreiben, am Streichelzoo schon einmal Bekanntschaft mit den vierbeinigen Artisten aufnehmen und sich an Imbissbuden stärken. Die Vorstellung selbst wird von Angels Schwiegermutter Sophie-Maria Bügler moderiert, die auch für Musik und Beleuchtung sorgt – das Programm selbst aber wird fast vollständig von Angel und ihrem Mann Angelo bestritten. Der schlüpft mühelos von einer Rolle in die nächste: vom Zirkusdirektor über Jongleur und Pferde- und Hundedompteur bis zum Clown. Angel ist derweil für die artistischeren Nummern zuständig und vollführt etwa waghalsige Kunststücke an einer Reifenschaukel unter dem Zeltdach. Auch ihre älteste Tochter Juliana ist bereits involviert, hilft bei Auf- und Abbau und führt eigene Kunststücke auf. 

Einen Zirkus als buchstäblichen Familienbetrieb zu führen, ist viel Arbeit, sagt Angel. „Man muss die Aufgaben verteilen und immer viel organisieren. Aber wir sind da einfach hineingeboren und nehmen jede Herausforderung an.“ Der Reiz des Zirkuslebens bestehe darin, die Zuschauer begeistern zu können, sagt auch Angelo: „Wenn die Leute lachen und applaudieren, dann merkt man, unsere Mühe wird anerkannt, da geht einem das Herz auf.“

Als Jubiläumsaktion haben sie den Eintrittspreis in diesem Jahr auf fünf Euro gesenkt – und wollen dies auch künftig beibehalten. „Wir wollen es möglichst vielen Familien ermöglichen, gerade in der heutigen Zeit. So lange wir uns finanzieren können, wollen wir den Preis halten“, sagt Angel.

Nächster Halt ist Zündorf: Dort ist der Zirkus Jordano Bügler ab 25. Juni am Tulpenweg zu finden.