Abo

Jugendliche aus Chorweiler als Filmemacher„Supernowa“ feiert bald Premiere im Kölner Filmhaus

3 min
Zu sehen ist Lydia, die jugendliche Teilnehmerin der Jugendfilmakademie der OT „Die Villa“. Sie spielt in „Supernowa“ die Hauptrolle.

Lydia spielt in „Supernowa“ die Hauptrolle und muss Abschied von ihrer Heimat nehmen. (Szenenbild aus „Supernowa“)

Am Jugendzentrum „Die Villa“ in Volkhoven/Weiler können sich Jugendliche als Filmemacher ausprobieren. „Supernowa“ ist bereits ihr vierter Kurzfilm.

Sich selbst auf einer Kinoleinwand zu sehen, ist in der Regel nur professionellen Schauspielern vergönnt – bald aber auch Lydia, Hannah und Serine, die die Offene Tür (OT) „Die Villa“ besuchen: Sie spielen die Hauptfiguren in „Supernowa“, dem neuen Kurzfilm der aus der  „Villa“ heraus entstandenen Jugendfilmakademie, der Anfang Juli im Kölner Filmhaus seine Premiere feiern wird.

„Supernowa“ erzählt die Geschichte von Nowa, die vor einem Umzug steht und einen letzten Tag gemeinsam mit ihren Freunden verbringt, um es noch einmal richtig krachen zu lassen. „Sie ist traurig, wegzuziehen, denn sie liebt Chorweiler“, sagt Lydia, die Nowa im Film spielt. „Das haben wir bewusst so gemacht, weil viele Leute denken, dass die Menschen hier nicht gerne leben.“ Für Nowa hingegen fühle es sich wie ein Weltuntergang an, Chorweiler verlassen zu müssen – eben wie die Explosion eines Sterns.

Jugendliche Teilnehmerinnen der Jugendfilmakademie der OT „Die Villa“: Hannah, Lydia, Serine.

Von links nach rechts: Hannah, Lydia und Serine spielen in „Supernowa“ Nowa und ihre Freundinnen.

Jugendliche aus Chorweiler drehen Kurzfilme – von Drehbuch bis Schnitt

Der zwölfminütige Kurzfilm ist das vierte Filmprojekt, das die Jugendlichen der „Villa“ realisiert haben. „Angefangen hat es 2022 mit einer Halloween-Aktion. Die Jugendlichen wollten sich als Zombies oder Vampire verkleiden“, erinnert sich Gregor Mink, Leiter der OT. „Dabei kam auch der Wunsch auf, dass es doch toll wäre, einen Film daraus zu machen.“ Aus der Idee entstand schließlich mit „Trust“ der erste Kurzfilm – eine Gruselgeschichte, die komplett innerhalb der „Villa“ spielt.

Seitdem folgten mit „Zenit“ und „Trust 2“ zwei weitere Filme. Die Jugendlichen sind bei den Projekten in alle Produktionsschritte involviert. „Also von der Ideenfindung und dem Schreiben des Drehbuchs über die Dreharbeiten bis hin zu Schnitt und Vertonung“, sagt Konstantin, der bei allen vier Projekten dabei war. „Es reicht eben nicht, mal eben eine Kamera draufzuhalten, es geht um monatelange Arbeit. Das setzt ein hohes Durchhaltevermögen voraus – das wird Jugendlichen heute gar nicht mehr zugetraut“, sagt Mink.

Doch die Nachwuchsfilmer der „Villa“ werden nicht nur immer professioneller, sie probieren auch gerne Neues aus: „Zenit“ etwa hatten sie in Schwarzweiß gedreht, nach der Horror-Fortsetzung „Trust 2“ hatten sie sich mit „Supernowa“ nun für eine „Coming-of-Age“-Geschichte entschieden, eine Erzählung über das Erwachsenwerden. Anstatt wie bisher primär in der „Villa“ selbst zu drehen, gab es dieses Mal viele Drehorte und Außendrehs. „Zum Beispiel haben wir die Kirmes auf dem Pariser Platz mit eingebaut“, so Konstantin. Die GAG, die das Projekt gefördert hatte, hatte ihnen außerdem für eine Woche eine leerstehende Wohnung zur Verfügung gestellt. Durch die vielen Wechsel mussten sie manches auch improvisieren. „Eigentlich hatten wir ein ganz anderes Ende im Kopf, aber dann fehlte am entscheidenden Drehtag jemand“, erzählt Hannah. „Deswegen haben wir uns überlegt: Wie können wir es jetzt trotzdem gut zu Ende erzählen?“

Sich selbst auf der Leinwand zu sehen, wird sehr ungewohnt sein, mutmaßt Serine. Doch auch das nächste Projekt ist schon in der Vorbereitung und trägt mit „Nadir“ bereits einen Titel. „Bisher haben wir die grobe Idee, dass es ein Road-Movie werden soll“, sagt sie.