Der erste Abschnitt der Generalinstandsetzung der B 9 in Worringen ist geschafft. Doch die neue Verkehrsaufteilung sorgt für gefährliche Situationen.
Verzögerungen bei BauarbeitenSanierung Neusser Landstraße – Anwohner sehen Verbesserungsbedarf

Er macht es richtig – aber trotz des trennenden Geländers erkennen viele Radfahrer nicht, welche der beiden Seiten des Weges ihnen vorbehalten ist.
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Seit Anfang Juli ist der erste Bauabschnitt der Bundesstraße 9 nun also abgeschlossen: Zwischen der Abzweigung zur Alte Neusser Landstraße im Süden und der Dornstraße im Norden zeigt sich die Neusser Landstraße im neuen Gewand. Die augenfälligste Veränderung besteht in dem deutlich breiteren Geh- und Radwegbereich auf der westlichen Straßenseite, wobei der in beide Richtungen zu befahrende Radweg den größeren Teil einnimmt. Die Fahrbahn fällt entsprechend im Vergleich zu früher schmaler aus, dafür gehören Schlaglöcher mit dem neuen Straßenbelag, der Fahrgeräusche deutlich reduzieren soll, der Vergangenheit an – zumindest für die absehbare Zukunft.
Verzögerte Arbeiten wegen Schadstoffen im Boden
Ursprünglich hätte die Generalinstandsetzung allerdings schon ein halbes Jahr früher so weit sein sollen: Erst während der Arbeiten war aufgefallen, dass der Baugrund deutlich instabiler war als angenommen, obendrein war der Untergrund zwischen Tankstelle und Dornstraße mit Schadstoffen belastet – 1000 Tonnen Erdreich mussten entsorgt und der Baugrund instandgesetzt werden. Auch die Erneuerung der Trinkwasserleitungen durch die Rhein-Energie hatte länger gedauert als geplant.
Damit es auf dem nun in Angriff genommenen Bauabschnitt 2 C, der von der Abzweigung der Dornstraße bis zum Parkplatz der Penny-Filiale reicht, zügiger vorangeht, wurden die Straßenbauarbeiten von den Tätigkeiten der Rhein-Energie getrennt. Das Energieunternehmen ist jetzt bereits auf dem anschließenden Teilabschnitt 2B aktiv, der derweil befahrbar bleibt. Der Supermarkt ist von Norden her erreichbar. Der Abschnitt 2 C hingegen ist wie schon der erste Bauabschnitt voll gesperrt, Kraftfahrzeuge und Radfahrer werden über die Dornstraße umgeleitet. Für den Abschnitt sind drei Monate eingeplant. Da der Baugrund hier jedoch deutlich stabiler ist, zeigen sich die Verantwortlichen optimistisch, unter dieser Marke bleiben zu können. Dennoch verschiebt sich das Ende der gesamten Sanierung vom Jahresende in das erste Quartal 2027.

Der erste Abschnitt der Sanierung der B 9 in Worringen ist geschafft. Autos haben weniger Platz zugunsten eines breiteren Geh- und Radwegs.
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Die Bewohner des ersten Abschnitts gewöhnen sich derweil an die neue Realität, sehen allerdings noch einigen Bedarf zur Nachbesserung. Reinhard Zöllner, der frühere Bezirksbürgermeister Chorweilers und direkter Anwohner der Neusser Landstraße, ärgert sich etwa über die Zementspritzer an seiner Hausfassade, die nach den Bauarbeiten zurückgeblieben sind. „So sehen hier viele Häuser aus“, sagt er. Auch die neue Aufteilung der Verkehrsflächen macht aus seiner Sicht zurzeit vorwiegend Probleme. „Die Radfahrer fahren im Moment überall – auf dem Radweg, auf dem Gehweg und auf der Straße. Denn es ist nicht ausgeschildert, was jetzt Radweg ist und was nicht“, sagt er.
Tatsächlich fehlen bislang Hinweisschilder, auch ist der Radweg farblich nicht vom Gehweg abgesetzt. Einen besonders neuralgischen Punkt hat Zöllner außerdem im Bereich um Gabriel’s Pinte herum ausgemacht: Hier verlaufen Geh- und Radweg höhenversetzt, getrennt durch ein Geländer, um Stürze auf den tieferliegenden Gehweg zu verhindern. „Die Radfahrer sehen diese beiden Möglichkeiten vor sich und manche bleiben hinter dem Geländer auf dem Gehweg. Das heißt, wer hier achtlos aus seiner Haustür tritt, ohne nach links und rechts zu sehen, lebt gefährlich.“ Weiter in Richtung Süden werde der Radweg dafür regelmäßig zugeparkt. „Darüber ärgere ich mich dann wiederum als Radfahrer“, so Zöllner.
Ein Nachbar Zöllners, der ungenannt bleiben möchte, sieht die Probleme nur größer werden, sobald die Sanierung vollständig abgeschlossen ist und Lkw die Route wieder nutzen dürfen. „Dann bricht hier alles zusammen“, ist er sich sicher, „die Fahrbahn ist nicht breit genug, um zwei entgegenkommende Lkw passieren zu lassen.“ Als Anwohner sei er sogar froh, dass der Radweg zugeparkt werde. „Denn sonst rasen hier alle“, sagt er. Auch Zöllner berichtet, dass die schnurgerade ausgebaute Strecke zu überhöhtem Tempo einlade. „Ab 80 km/h merkt man dann zumindest auch etwas vom Flüster-Asphalt“, frotzelt er.
