Piktogramme gegen BringdienstEltern fordern Verkehrsberuhigung an Grundschulen in Köln-Worringen

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Ein älterer und ein jüngerer Mann stehen vor einem Schulgrundstück.

Karl Heinz Neunzig (links) und David Jungk halten die Verkehrssituation vor den Worringer Grundschulen für sehr kritisch.

Eine Elterninitiative setzt sich für „Sichere Schulwege für Worringen“ ein. Nach dem neuen Zebrastreifen sollen weiter Maßnahmen folgen.

Zwei Mal am Tag entsteht in der Straße An den Kaulen Worringens Verkehrs-Hotspot: Morgens, kurz vor Unterrichtsbeginn der beiden hier auf einem gemeinsamen Grundstück untergebrachten Grundschulen des Orts, und nachmittags, wenn die insgesamt gut 400 Schüler Schulschluss haben. Dann führt der Hol- und Bringverkehr zahlreicher „Elterntaxis“ zu sehr unübersichtlichen Situationen. Das Unfallrisiko sei sehr hoch, fürchtet David Jungk, der zu Beginn des Schuljahres die Initiative „Sichere Schulwege für Worringen“ gegründet hatte.

Im vergangenen Herbst hatte er bereits der Stadtverwaltung auf den Zahn gefühlt und die Umsetzung eines Zebrastreifens vor der Schule eingefordert, den die Bezirksvertretung Chorweiler bereits zwei Jahre zuvor beschlossen hatte. Jungk und Karl Heinz Neunzig vom Bürgerverein Worringen, der die Initiative unterstützt, möchten aber noch weitere Maßnahmen umgesetzt sehen. So fordern sie, die „Achtung Kinder“-Straßenpiktogramme wieder aufzubringen.

Piktogramme sollen gegen Eltern-Taxis in Köln-Worringen helfen

„Die gab es hier seit den 1970er oder 60er Jahren“, sagt Jungk, „nach der Sanierung der Straße 2017 fehlten sie dann jedoch.“ Das Aufkommen an Eltern-Taxis werde das nicht verringern, dessen sind sie sich bewusst. „Ein Piktogramm, dem man nicht ausweichen kann, hätte aber einen wirksameren psychologischen Effekt, als ein Schild, das an der Seite steht“, meint Neunzig.

Doch nach Ansicht der Stadt sei die bestehende Warnbeschilderung bereits eindeutig genug, außerdem berge die Straßenbemalung Rutschgefahr für Radfahrer – Argumente, die Jungk und Neunzig nicht einleuchten. „Moderne Piktogramme kann man auch rutschfest machen. Und der Bereich vor den Schulen sollte der sicherste im ganzen Ort sein – da schadet es nicht, sich doppelt und dreifach abzusichern“, so Jungk.

Mittelfristig hält Jungk weitere Maßnahmen für sinnvoll, etwa die Einrichtung von Bring- und Abholzonen, wie sie der ADAC vorschlägt. Doch auch dagegen führt die Stadt Einwände an. Man habe sich grundsätzlich gegen die Einrichtung von Elternhaltestellen entschieden, um vor dem Hintergrund der Mobilitätswende zum Zurücklegen des Schulwegs zu Fuß mit dem Fahrrad oder per ÖPNV zu ermutigen, so die Stellungnahme der Stadt. „Aber nichts zu tun hilft auch nicht, den Eltern das begreiflich zu machen“, so Neunzig. „Und diejenigen, die ihre Kinder tatsächlich zu Fuß zur Schule bringen, überlegen sich das zweimal, wenn sie die Situation hier morgens sehen.“

Jungk betont, dass er keinen Clinch mit Eltern sucht, die ihre Kinder zur Schule fahren. „Ich weiß selbst wie es ist, wenn man Kinder zur Schule bringen will und gleichzeitig pünktlich beim Job sein soll.“ Auch mit der Stadt möchte er vor allem konstruktiv zusammenarbeiten. „Aber wir erwarten, dass die Stadt einen Plan aufstellt, wie der Verkehr hier grundsätzlich laufen soll.“

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