Streit um BeweidungKompromiss beim Zugang zur Worringer Rheinaue

Treuherziger Blick, aber trotzdem nicht allen willkommen: die Glanrinder.
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Worringen – Das Thema Naturschutz in der Rheinaue, vor allem im Zusammenhang mit der Umsetzung des lange geplanten Beweidungskonzeptes durch Straßen.NRW Anfang Mai, hatte in den vergangenen Wochen für zahlreiche Diskussionen gesorgt. Nun konnte ein Vorschlag erarbeitet werden, der aktuell vom Worringer Bürgerverein veröffentlicht wird und möglicherweise den Frieden an der Rheinaue wieder herstellt.
Wenn der nun erarbeitete Vorschlag umgesetzt wird, soll sich an der Rheinaue einiges ändern: Die Zaungrenze der nord-westlichen Fläche, am Kilometerstein 709, wird hinter den schräg verlaufenden Fußweg zurückverlegt. Der in den Rhein führende Zaun wird an dieser Stelle ersatzlos entfernt. Das Rheinufer wird an Kilometer 709 wieder erreichbar. Der Weidezaun wird parallel hinter den Treidelpfad zurückverlegt.
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Die dortigen Tore werden komplett abgebaut, der Treidelpfad ist somit wieder frei begehbar. An den Weidepfählen wird der Stacheldraht durch eine einfache Drahtlitze ersetzt. Auch der Treidelpfad vom Werthweg in Richtung Langel wird für Fußgänger im Rahmen der stillen Erholung auf vorhandenen Wegen wieder nutzbar. Hier in der südöstlich gelegenen Weidefläche sollen selbstschließende Tore eventuelle Konflikte zwischen Rindern und Spaziergängern verhindern.

Drahtlitze soll bald den Stacheldraht ersetzen.
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Dieser Treidelpfad darf jedoch weder zum Betreten der Weideflächen noch des Rheinufers verlassen werden, denn hier befindet sich die Kernzone des Naturschutzgebietes. Zuletzt wurde auch festgelegt, dass Hundebesitzer sich dort strengstens an die Anleinpflicht halten müssen, um die Öffnung der Flächen nicht wieder in Frage zu stellen.
Laut einem Schreiben des Bürgervereins haben Stadt Köln, Straßen.NRW, die Bezirksregierung Köln und der Bürgervereinsvorstand zu diesem Vorschlag Zustimmung signalisiert.
Bezirksvertretung muss zunächst einen Beschluss fassen
„In der Sache ist dies richtig, allerdings muss nun noch die Bezirksvertretung in ihrer Sitzung am Donnerstag, 27. Juni, einen entsprechenden Beschluss fassen“, bestätigt Dr. Joachim Bauer, Abteilungsleiter im Kölner Amt für Landschaftspflege und Grünflächen.
„Wir glauben, mit unserem Kompromissvorschlag den allermeisten Bedenken gegen die dem Naturschutz dienende Glanrind-Beweidung nachgekommen zu sein“, so Ralf Roggendorf, der für den Bürgerverein Köln Worringen e.V. spricht. Auch wolle man sich bei den Worringern für das gezeigte Engagement in der Sache bedanken. Mit dem Anschreiben setzte sich der Verein zudem dafür ein, zukünftig von Zerstörungen an Zäunen und Toren abzusehen.
In den sozialen Netzwerken zeigen sich die Worringer noch nicht vollends von den vorgebrachten Ideen überzeugt: Teilweise wird dort der Kompromiss als nicht richtig bezeichnet, andere Diskussionsteilnehmer zeigen sich aber auch zufrieden mit den angedachten Ideen.



