Köln – 2013 wird zum Jahr des Umbruchs für das einstige Gelände der Clouth-Werke in Nippes. Und der Umbruch beginnt mit dem Abbruch. Ab Februar wird ein großer Teil der früheren Fabrikgebäude niedergelegt.
Dass neben den denkmalgeschützten Bauzeugnissen der einstigen Gummifabrik unter anderem auch die mächtige Halle 17 im Herzen des neuen Viertels stehen bleibt, ihr Bestand sogar den Ausschlag für die Auswahl des nun zu realisierenden städtebaulichen Konzeptes gab, steht für den Geist dieses Projektes: „Wir wollen hier ein lebendiges, buntes Stadtquartier mit einer eigenen Identität schaffen“, sagt Bernd Streitberger, Geschäftsführer der städtischen Entwicklungsgesellschaft „Moderne Stadt“.
Interessen ausloten
Der Anspruch, eine Balance zwischen den wirtschaftlichen und den stadtentwicklungspolitischen Zielen, den goldenen Schnitt zwischen städtebaulichen, architektonischen und kommerziellen Interessen auszuloten, ist ein Leitgedanke der Projektentwicklung, die nun nach der Abbruch-, Entsorgungs- und Erschließungsplanung in die Umsetzung geht. Jeder Erwerber eines Baufeldes (und als Bauträger auch „Moderne Stadt“) soll die bauliche Gestalt seines Objekts vom Ergebnis eines Qualifizierungsverfahrens abhängig machen.
Auch die Halle 17 soll Gegenstand eines Wettbewerbs werden, in dem Investoren zunächst Ideen und Konzepte zur künftigen Nutzung dieser 135 Meter langen, 35 Meter breiten und 16 Meter hohen Kathedrale der Arbeit einreichen. In einem zweiten Schritt werden dann 10 bis 15 Bewerber aufgefordert, ihre Vorschläge mit Plänen von Architekten und Projektentwicklern zu unterlegen. Von Gewerbe über Kultur bis zum Wohnungsbau seien vielerlei Nutzungen denkbar, meint Streitberger. Eigene Wettbewerbe sollen für die Hallen 25 bis 29 westlich davon ausgelobt werden.
Wettstreit der Ideen
Rund um Halle 17 sind auf dem 14,5 Hektar großen Gelände entsprechend der Rahmenplanung von Scheuvens und Wachten rund 1000 sowohl frei finanzierte, als auch geförderte Wohnungen und etwa zwei Dutzend Stadthäuser sowie 25 000 Quadratmeter Fläche für immissionsarmes Gewerbe vorgesehen. Unter Denkmalschutz stehen die Hallenfassade an der Niehler Straße, das Magazingebäude an der Xantener Straße und die Gebäude rund um Tor 2, die vermietet sind und die wohl erst zum Schluss veräußert werden.
Im Wettstreit der Ideen sollen am Ende auch die Freiräume auf dem Gelände gestaltet werden, in das sich einerseits umliegende Straßen der Stadtteils fortsetzen, aber in dem sich andererseits auch ganz neue Wegebeziehungen entwickeln werden. Eine gewaltige Chance für das Quartier sieht Streitberger nicht zuletzt im östlich angrenzenden Johannes-Giesberts-Park, der sich zum Wohngebiet öffnen wird.
