Der Verein „Mittendrin“ ruft für Montag zu einer Demonstration vor dem Kölner Schulausschuss auf. Kritisiert werden sinkende Anmeldezahlen im Gemeinsamen Lernen sowie ausbleibende Verbesserungen bei der Umsetzung inklusiver Konzepte.
DemonstrationEltern warnen vor Rückschritten bei der Inklusion an Kölner Schulen

Kinder und Eltern demonstrieren für inklusive Bildung (Archivbild)
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Eltern von Kindern mit Förderbedarf warnen vor einer Verschlechterung der inklusiven Bildung an Kölner Schulen. Der Verein Mittendrin kündigt in diesem Zusammenhang für Montag, 27. April, eine erneute Demonstration vor dem Kölner Schulausschuss an. Die Kundgebung findet von 14 bis 15 Uhr auf dem Theo-Burauen-Platz statt.
Wenn jetzt nicht endlich bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, stirbt Inklusion für Schülerinnen und Schüler mit Förderschwerpunkt geistiger Entwicklung langsam aus
Hintergrund ist nach Angaben der Initiative eine sinkende Zahl von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“, die im Gemeinsamen Lernen an Gesamtschulen angemeldet werden. Die Eltern sehen dadurch die Gefahr, dass über Jahre aufgebaute inklusive Strukturen an Regelschulen wieder verloren gehen. Der Verein hatte in der Vergangenheit kritisiert, dass die Stadt künftig zwei weitere Förderschulen errichten will. Das Geld, das für die Schulen ausgegeben werden soll, sei viel besser angelegt, wenn man es in die inklusive Bildung investiere, sagt Ute Berger von Mittendrin.
Kritisiert wird zudem, dass zentrale Handlungsempfehlungen eines Expertenbeirats aus dem Jahr 2023 bislang nicht umgesetzt worden seien. Die Empfehlung sieht unter anderem einen besseren Schultransport, mehr Therapiemöglichkeiten und mehr Schulassistenzen in den Schulen vor. „Wenn jetzt nicht endlich bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, stirbt Inklusion für Schülerinnen und Schüler mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung langsam aus“, so Berger.
Laut dem neuen städtischen Inklusionsbericht ist die Quote der Kinder, die im Rahmen des gemeinsamen Lernens in Regelschulen unterrichtet werden, im Schuljahr 2024/2025 auf 5,3 Prozent gestiegen – 0,2 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Seit dem Schuljahr 2017/2018, als die Rate bei 4,0 Prozent lag, hat die Stadt aber nur einen eher mauen Aufwuchs geschafft. (ris)