Köln – Für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik wirbt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) seit gestern auf einer Stadtbahn der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB). „Ohne Kurswechsel droht immer mehr Menschen Altersarmut. Das birgt enormen sozialen Sprengstoff“, warnten der Kölner DGB-Chef Andreas Kossiski und Vertreter der Gewerkschaften IG BAU, BCE, Metall und Verdi.
Bis zur Bundestagswahl im September 2017 soll die Bahn durch die Domstadt fahren, um Politik und Bürger aufzurütteln: „Die Rente ist eines der wichtigsten Themen, die wir haben“, so Kossiski. Schon heute, informierte der DGB-Chef, hätten in Köln 14 159 Rentner und damit 7,2 Prozent aller Ruheständler weniger Geld, als es der Hartz-IV-Regelsatz vorsehe. „Tendenz steigend, und das ist alarmierend.“
Die Absenkung des Rentenniveaus, die Teilprivatisierung der Altersvorsorge durch die Riester-Rente, die Verlängerung der Lebensarbeitszeit („versteckte Rentenkürzung“) oder die Zunahme prekärer Beschäftigung führten künftig verstärkt zu Altersarmut. Der beste Schutz vor ihr sei ein gut bezahlter Job.
Nach Auffassung der Gewerkschaften muss das Rentenniveau schrittweise wieder auf 50 Prozent angehoben werden. Möglich werden könne dies unter anderem durch die Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen wie der Mütterrente oder die Erhöhung des Rentenbeitragssatzes um 0,3 Prozent jährlich bis zum Maximalsatz von 22 Prozent. (kri)
