Köln – Gut eine Woche nach den tödlichen Schüssen in einer Wohnung in Deutz sind neue Details bekannt geworden. Wie die „Kölnische Rundschau“ aus Justizkreisen erfuhr, wollte das spätere Opfer (39) seine Freundschaft mit dem mutmaßlichen Schützen (63) beenden. Dies sagten die Angehörigen der Polizei, und die Behörden haben derzeit keine anderen Erkenntnissen zu den Hintergründen der Tat. Der mutmaßliche Schütze schweigt zu dem Fall, er sitzt wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Der 39-Jährige und der 63-Jährige waren seit langer Zeit eng befreundet; möglicherweise auch ein Paar.
Der 63-Jährige konnte kaum noch etwas sehen, nur auf einem Auge hatte der Mann noch Sehkraft. Für die Bewältigung des Alltags brauchte der 63-Jährige Hilfe. Häufig besuchte der Freund den hilfsbedürftigen Mann, kaufte für ihn ein, kochte und übernachtete auch in der Mietwohnung des 63-Jährigen. Doch offenbar war der 39-Jährige nicht mehr bereit, seinem Freund zu helfen wollte sich zurückziehen, und sein eigenes Leben führen. „Er wollte die Freundschaft beenden“, sagten Angehörige und Bekannte der Beiden in den Gesprächen mit der Polizei. Am Tattag kam es dann erneut zum Streit in der Wohnung an der Mathildenstraße – mit dem dramatischen Ende. Der 63 Jahre alte Waffennarr griff zu einer seiner Waffen und soll seinen Freund erschossen haben. Nach der Bluttat stürmten Männer eines Spezialeinsatzkommandos die Räume, fanden Toten und nahmen den Mieter fest.
Zur Rekonstruktion des Tatgeschehens sucht die Polizei auch nach einer Woche weiter Zeugen, die Hinweise geben können (Telefon 0221/229-0)
